Dienstag, 30. Mai 2017

Versuch über den Heiligen Geist

eigentlich schwebt mir schon länger ein Beitrag über den Heiligen Geist vor.
Nur leider habe auch ich mit dem Heiligen Geist so meine Schwierigkeiten, einfach weil ich nicht so genau sagen kann wer oder was er ist.
Ich meine, so von Gott her gedacht, ist es einfach was oder wer der Heilige Geist ist, weil, wenn wir denken, dass vor der Welt und vor der Zeit und eben nur Gott ist, und er sich da vollkommen genügt, weil er vollkommen ist, allerdings diese Vollkommenheit Beziehung, Unterschiedlichkeit, Struktur und Leben meint und ist, man denke drüber nach und deshalb der Vater in und vor aller Zeit und Ewigkeit deshalb immer den Sohn zeugt und mit dem Sohn in und vor aller Zeit und Ewigkeit in einem dauernden Gespräch ist.
Wenn man das also sich überlegt hat, und versucht ernsthaft zu denken, dass da nur Gott war, und sonst eben noch nicht mal nichts und dieser Gott personal ist, also keine wirkende, physikalische Urkraft, sondern eben Gott war ist und sein wird, so ist klar, dass der Austausch zwischen Vater und Sohn eben auch Gott sein muss, einfach weil ja nur der personale Gott da ist.
Soweit so gut, aber wie gesagt, der Beweis ist schlüssig wie ein mathematischer Beweis, wo man nix gegen sagen kann, aber der dennoch nicht überzeugt.
Wenn man nun aber versucht zu denken was denn der Heilige Geist in unseren Zeiten so tut, so kommt man auf viele richtig gute Sprüche, aber ich bin da immer skeptisch, weil ich denke es gibt zu viele Leute, die den eigenen Vogel für den Heiligen Geist halten, oder auch Leute die zwar etwas harmloser sind, aber alles möglich auf den Heiligen Geist zurückführen, wo zumindest ich skeptisch bin.
Es heißt der Heilige Geist würde uns trösten, er würde uns in die volle Wahrheit einführen, er würde die Kirche leiten und all das.



Wie gesagt ich wollte darüber nachdenken, ob man den Heiligen Geist nicht gar zu oft anführt, wenn es nur, wie gesagt der eigene Vogel ist, und oder ob man nicht von der kurzfristigen, notwendig, zeitgebundenen Warte der jeweiligen Umstände nicht dem Heiligen Geist Dinge in die Schuhe schiebt, die der gar nicht gemacht hat und noch nicht mal gut findet.
Ich denke wir schleppen alle  ein sehr gnostisches Bild von der Kirche mit uns herum, wo wir sozusagen die Kirche in den Niederungen des Daseins unterwegs uns denken, aber sozusagen mit einem ortskundigen Fahrer ausgestattet, der schon dafür sorgt dass das Schiff der Kirche schon keine Umwege fährt.
Und dazu denken wir uns die Kirche wie ein Arzt der furchtlos alle möglichen Krankheiten behandelt, und selber davor gefeit ist.
Eigentlich so, wie es am Ende des Markusevangeliums heißt:

Und durch die, die zum Glauben gekommen sind, werden folgende Zeichen geschehen: In meinem Namen werden sie Dämonen austreiben; sie werden in neuen Sprachen reden;
wenn sie Schlangen anfassen oder tödliches Gift trinken, wird es ihnen nicht schaden; und die Kranken, denen sie die Hände auflegen, werden gesund werden

in der Parallelstelle bei Lukas liest sich das so:

Sehet, ich habe euch Macht gegeben, zu treten auf Schlangen und Skorpione, und über alle Gewalt des Feindes; und nichts wird euch beschädigen

Wie gesagt so, wie wir das uns vorstellen hätten wir die Kirche gerne, unverletzbar, immer heilig, immer hilfsbereit, immer nett, so nett, dass sie einem weiter erlaubt zu sündigen und dazu aber selber rein, und nicht beschmutzbar. 

Es wäre vermessen aus der täglichen Erfahrung heraus diese Bibelstelle belegen zu wollen, es gibt in der frommen Erbauungsliteratur zwar genug Geschichten dazu, alleine überzeugen tun sie nicht und oft hat man das Gefühl, dass der, der so wunderbar beschützt, begnadet, gesegnet wurde, doch noch immer ne Menge Macken hat.
Dennoch stehen die Sätze so in der Schrift und müssen von daher gedeutet werden, 
Ich denke, wie oben angedeutet, dass unsere gnostische Sicht (Kirche als Club der Guten) uns daran hindert die Stellen richtig zu verstehen.

Ich denke einfach Christus, der ja wissen musste was so noch alles kommen würde an Gefährdungen für die Seinen, der von all den Wölfen im Schafspelz wusste, von all dem schleichenden Gift der Ideologien, von all dem Gift dass doch so süß und richtig und vernünftig und unter dem Label "Funktioniert doch!" in Umlauf kommen würde wusste und auch wusste, dass man darob als Frommer schier am Verzweifeln sein würde, weil alles so übermächtig daher kommen würde und man selber mit sich so schwach und auch als angekränkelt,. angefressen von der Säure erfahren würde, weil er, Christus, all das wusste, sagte er, "Ja es wird Gift, sein, tödlich, gefährlich, unbedingt zu meiden, aber dennoch hat der Feind nicht das letzte Wort!"

Es ist in der Tat so und es ist zugleich tröstlich und ein Geheimnis, dass Gott weiß und von Ewigkeit her wusste, was der Mensch so anstellen würde und ihm dennoch seinen Bund angeboten hat, und in Christus auch aus dem größten Unglück und Fehler das Heil wirken kann und es auch tut.
Dennoch scheint es mir ausgesprochen unredlich, einfach alles was die Kirche und gegebenenfalls man selber so treibt, dem Wirken des Heiligen Geistes zuzuschreiben, auch und gerade dann, wenn es noch mal jud jejange ist.
Klassisches Beispiel,. bevor ich mich im Tagesgeschehen verzettele, der Pharisäer aus der Bibel,. es ging ihm gut, er war fromm, hatte wohl keine Probleme und dankte Gott für die Führung und alles, dennoch war er keine Gerechter, der Zöllner aber schon.
Weil der Zöllner sich selber erkannte und das kann man, meiner Ansicht nach, nur im Heiligen Geist um den wir aber beten müssen.



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