Freitag, 30. Juni 2017

Damian Thompson schreibt bei NCR über die Cappa Magna, das rote Tuch für Liberale Katholiken.
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                   Erzbischof McMahon trägt das sagenumwobene Stück in St Mary’s Shrine Church  
   "WARUM DIE CAPPA MAGNA MANCHE ROT SEHEN LÄSST"

Für progressive Katholiken ist die cappa magna - passend könnten Sie denken- wie das rote Tuch für einen Stier.

"Ich mußte vor Überraschung zwinkern als ich die Bilder sah. Am 18. Juni trug der Erzbischof von Liverpool- einer Diözese die mit den trüben Gewändern und der Liturgie der 1970-er assoziiert ist- als er in die Kirche St.Mary´s Shrine, Warrington, ein Cape aus violetter Seide, dessen Schleppe so lang war, dass sie bist in die nächste Postleitzahl reichte.

Erzbischofe Malcolm Mcmahon trug die cappa magna (das große Cape), ein extravagantes Prä-Vatican II ....das in dieser  Nachbarschaft seit Jahrzehnten nicht mehr gesehen wurde. Aber dann war das ein  Vorspiel zu einer präkonziliaren Zeremonie: er hat zwei Priester der traditionalistischen Priesterbruderschaft FSSP geweiht und dabei das Alte Missale benutzt, etwas das seit über 40 Jahren nirgendwo in England oder Wales vorgekommen war.
Er zelebrierte auch die Tridentinische Messe, der auch der Bischof von Shrewsbury, Mark Davies beiwohnte, der im Chor saß.

Die vom Vatican sanktionierte Weihe für zwei Priester, die niemals das landessprchliche Missale benutzen werden, war ein bemerkenswertes Ereignis in England, bis vor kurzem undenkbar.
Aber es war die Cappa Magna, die die Aufmerksamkeit der Leute erregte. Die meisten Katholiken haben noch nie eine gesehen. Mein einziger Blick auf dieses sagenumwobene Gewandeher  geschah 2008 als Kardinal Castrillon Hoyos die alte Liturgie für die Lateinische-Messe-Gesellschaft in Westmisnter Cathedral zelebrierte. Sein Cape war eher purpurfarben als violett, weil er Kardinal war, aber miserabel gekürzt, kaum  länger als ein Bügelbrett. Offensichtlich war das eine "moderne" Cappa Magna: die Schleppe wurde gekürzt, bevor sie ganz und gar abgeschnitten wurde. 

Nach den Fotos dieses Monats zu urteilen hat die FSSP Erzbischof mit dem wahren Ding ausgestattet. Seine Cappa war nicht nur lang sondern herrlich prall und üppig, wie die Requisiten in einem Kostümdrama. Bei den Borgias vielleicht. 
Was für viele Post-VaticanII-Katholiken genau das Problem ist. Sie denken, die Cappa Magna die bis zu 15 Meter lang sein kann. für weltlichen Pomp steht. Als Bischof Edward Slattery von Tulsa vor einigen Jahren in Washington DC eine trug, haben sie Protestbriefe geschrieben.

Bischof Slatterys Sprecher hatte eine clevere Antwort. Hatten sie nicht bemerkt, daß das große Cape den Aufputz der Welt, ihren Pomp und ihr Prestige repräsentiert? Das sei es, warum der Bischof (der auch ein Kardinal sein kann) "öffentlich seines Aufputzes entkleidet und vor der Versammlung gedemütigt wird," Sein seidenes Chorhemd wird ihm abgenommen -und er kehrt im priesterlichen Ornat zurück.



Doch leider ist die Symbolik des Ornats, eines der vielen Dinge die mit dem Konzil endete. Für "progressive" Katholiken ist die cappa magna- passend, könnten Sie denken- ist wie ein rotes Tuch für den Stier.

Und Katholiken kommen nicht mehr so selbstbewußt daher wie Professor Tina Beattie, Direktorin des Zentrums für Religions-, Gesellschaftsforschung und "menschliches Gedeihen" an der Roehampton Universität. Sie stellte ein Foto von  Erzbischof von Mc Mahon in der Cappa auf ihre Facebook-Seite und rief zu einem Titelwettbewerb auf.
Die Vorschläge waren nicht lustig sondern so bösartig wie nur irgendwas, was ich je auch nur in noch so ranzigen Traddie-blogs gesehen habe- Bezüge zu Prinzessinnen, Damenhöschen, und schwule Hochzeiten -und alle wahrscheinlich von Leuten geschrieben, die die gleichgeschechtliche-Ehe unterstützen.

Wie der katholische Schreiber Tim Stanley kommentierte: "Wenn der Durchschnittsliberale einen Sufi oder einen Hindu so etwas tun sieht, nennt er das wunderschön und heilig, Wenn sie einen Katholiken so sehen, lachen sie. Warum das Ritual im Glauben anderer preisen aber es in unserem verunglimpfen?"

Gute Frage. Eine mögliche Antwort ist, daß die Weihen der FSSP einen Schlag für die Moral der Liberalen darstellten, die annahmen, daß der Katholische Kult im Stil immer protestantischer werden würde, weil der "Geist des II.Vaticanischen Konzils" seinen Zugriff verstärkte.

Wären sie auch so erschüttert gewesen, wenn sie den ultra-traditionalistsichen Kardinal Burke in diese Robe gekleidet gesehen hätten? Vielleicht nicht, Er kann leicht als Repräsentrant einer Randgruppe in der Kirche abgetan werden, die diesem Pontifikat feindlich gegenüber steht.
Googeln Sie aber Erzbischof Mc Mahon von Liverpool, und Sie werden zahlreiche Fotos eben dieses Mannes finden, der die Englische Messe in einem einfachen Meßgewand zwischen zwei häßlichen gedrungenen Kerzen zelerbriert- in dem Look, den auch sein umstrittener Vorgänger Derek Worlock bevorzugte.

Der Punkt ist dieser: Erzbischof McMahon versteht wirklich das Argument Benedikts XVI, daß traditionelle und ausgedünnte Rubriken ebenso nebeneinander bestehen können, wie Latein und die Landessprache. Und er erfaßt auch, entgegen den Erwartungen, daß das Alte Missale seine Attraktivität nicht verloren hat.  Es gibt welche, die es dem Neuen vorziehen; obwohl sie zahlenmäßig wenige sind, nehmen sie in der Proportion der praktizierenden Katholiken zu.

Wir nähern uns dem 10. Jahrestag von Summorum Pontificum, dem großen Dokument, mit dem Benedikt XVI praktisch alle Einsckränkungen im Gebrauch des traditionellen Missale entfernte.
Die überraschendn und schönen Bilder aus St. Marys, Warrington, lassen vermuten, daß dieser spezielle Geist nicht wieder in seine Flasche zurückkehrt, ganz gleich wie viele Unterschriften-wettbewerbe  Professorin Beattie auf iher Facebook-Seite veranstaltet,"

Quelle: D. Thompson, New Catholic Register

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