Freitag, 9. Juni 2017

Die polnische Bischofskonferenz auf Gegenkurs zu Amoris Laetitia

Marco Tosatti berichtet bei Stilum Curiae über die bevorstehende Stellungnahme der Polnischen Bischofskonferenz zu Amoris Laetitia und der Möglichkeit, wiederverheirateten Geschiedenen die Kommunion zu spenden, wie sie in den berüchtigten Fußnoten auf verschwommene Weise angedeutet wird.
Hier geht´s zum Original:  klicken

                       "AMORIS LAETITIA: DIE POLEN AUF GEGENKURS"

Am 7. Juni hat die Polnische Bischofskonferenz die Themen für ihre Generalversammlung in Zakopane in den Bergen der Tatra ausgewählt. Und nach dem, was der Sprecher der polnischen Bischöfe, Pawel Rytel-Andrianik, katholisch. de erklärt hat, haben die Prälaten  festgestellt, daß die Lehre der Kirche, was die Situation der Personen, die als Paare in nicht sakrmentaler Verbindung leben, sich nach der Veröffentlichung der apostolischen Exhortation Amoris Laetitia "nicht geändert hat"

Eine öffentliche Verlautbarung erklärt, daß die Katholiken, die sich in einer solchen Lage befinden, zu einer "wahren Umkehr und einer Wiederversöhnung mit ihrem Ehegatten und den Kindern aus dieser Verbindung" geführt werden müßten. Die Bischöfe beziehen sich ausdrücklich auf die postsynodale Exhortation von Johannes Paul II "Familiaris Consortio", die den Zugang zu den Sakramenten nur erlaubt, wenn die wiederverheirateten Geschiedenen wie Bruder und Schwester zusammen leben.

Die polnischen Bischöfe haben außerdem angekündigt, im Herbst während der nächsten Generalversammlung die Leitlinien zur pastoralen Versorgung der Pesonen, die als Paare in "nicht-sakramentaler" Situation leben und zu ihrer Integration in das Leben der Kirche zu diskutieren.
Die neuen Leitlinien  werden konkret erklären. wie die Begleitung der geschiedenen Wiederverheirateten ausgeführt werden sollen.

Diese offizielle Stellungnahme -entgegengesetzt denen der Deutschen und Belgischen Bischofskonferenzen - läßt immer deutlicher die Verwirrung erkennen, die durch die Zweiudeutigkeit der Vorschriften hervorgerufen wurde- und besonders durch die Fußnoten der postsynodalen Exhortation "Amoris Laetitia".
Seit ihrer Veröffentlichung sind wir Zeugen von sich widersprechenden Interpretationen durch Kardinäle, Bischöfe und  Bischofskonferenzen geworden, während die an den Papst nicht nur durch die dubia der Kardinäle sondern auch von Laien, Bischöfen und Wissenschaftlern in offenen Briefen gerichtete Bitte um Klärung offen blieb.

Es war u.a. vorhersehbar, daß sich die polnische Bischofskonferenz in dieser Richtung äuzßern würde. Schon im vergangenen November  hatte Msgr. Jan Watroba, Präsident des Rates der polnischen Bischöfe für die Familie, erklärt: "Es ist eine wahre Sünde, daß es keine einheitliche Interpretation und keine klare Botschaft im Dokument gibt, und daß man einem apostolischen Dokument Interpretationen hinzufügen muß. Persönlich hätte ich Dokumente vorgezogen, wie die, die Johannes Paul II schrieb, bei denen Folgedokumente oder Interpretationen bzgl, der Lehre Petri nicht nötig waren."

Zuvor hatte der Weihbischof von Lublin Jozef Wrobel seine Unterstützung für die dubia ausgedrückt. "Die Kardinäle haben gut daran getan, und das korrekt ausgeführt, was das kanonische Recht vorsieht. Ich glaube, daß es nicht nur ein Recht ist, sondern eine Pflicht. Es wäre richtig gewesen, auf ihre Beobachtungen zu antworten."

Und er hatte hinzugefügt: "Man konnte vorher nicht die Kommunion spenden und das ist auch jetzt nicht möglich. Die Lehre der Kirche ist nicht Objekt von Veränderungen, sonst wäre sie nicht mehr die Kirche Christi, deren Fundament das Evangelium und die Tradition sind. Keiner hat das Recht, die Doktrin zu verändern, weil keiner der Herr der Kirche ist."





Auch der Präsident der polnischen Bischofskonferenz, Msgr. Gadecki, hatte nach "The Tablet" im Juli 2016 die Möglichkeit, geschiedenen Wiederverheirateten die Eucharistie zu spenden, verneint.
Die polnische Bischofskonferenz war die erste Bischofskonferenz, die einheitlich erklärte, auch weiterhin der traditionellen Lehre der Kirche zur Ehe und den Sakramenten zu folgen.  Zuvor hatte es  regionale Bischofskonferenzen gegeben, die eine positive Stellung einnahmen und einen Appell der Bischöfe aus Kazachstan an den Papst, daß er die unveränderliche Praxis der Kirche bzgl. der Unauflöslichkeit der Ehe bestätigen möge. Andere Bischöfe in aller Welt hatten Stellung zur Verteidigung der Ehelehre der Kirche bezogen, so wie sie bis zu Amoris Laetitia verkündet und praktiziert wurde.


Quelle: Marco Tosatti, Stilum Curiae, LNBQ





  

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen