Montag, 26. Juni 2017

Father Hunwicke macht sich Gedanken über eine dauerhaft verschlossene Tür

Father John Hunwicke macht sich auf seinem blog liturgicalnotes Gedanken darüber, warum der Papst sich so standhaft weigert, den vier dubia-Kardinälen (die er die Vier Kardinäle mit großem V nennt)  zu antworten, oder sie in Audienz zu empfangen und ob wir uns daran ein Beispiel nehmen sollten.
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"DIE PÄPSTLICHE EICHE ÜBERWINDEN* ...DAS WÖRTERBUCH DER GESTEN"
Ich finde es schwierig eine anwendbare Hermeneutik heruszufinden, mit der man die Weigerung des Römischen Pontifex den Vier Kardinälen seine Tür zu öffnen verstehen kann.

Von anderen ist kritisch darauf hingewiesen worden, daß er seine Tür manchen eher ungewöhnlichen
Bewerbern öffnet. Das scheint mir kein rechter Grund zur Kritik zu sein. Ich applaudiere ihm dazu. Wie kann es irgendwem nicht gelingen, zu verstehen, daß indem er das tut, er dem Beispiel seines Chefs folgt, der Zweiten Person der Heiligen und Ungeteilten Trintität?
Wen hat das inkarnierte Wort je zurückgewiesen?

Aber.....naja ich kann es vielleicht so ausdrücken: wenn ich einen sehr gastlichen Haushalt führe und jeden hereinlasse, der klopft, Freund und Feind, vom Landstreicher bis zum Parlamentskandidaten, mit allen spreche, ihren Schwierigkeiten zuhöre, ihre Sorgen bekämpfe, und versuche ihre Unsicherheit zu beheben, mich aber weigere, Zeit dafür zu finden mit meiner Frau, meinen Kindern und Enkeln zu sprechen- wie würde man über mich urteilen?

Der Herr hat seinen engsten Freunden die Füße gewaschen und man sah dieses Pedilavium  in der Kirche als die Äbte die Füße ihrer Söhne wuschen, die Bischöfe die Füße ihrer Priester.
Aber der gegenwärtige Inhaber des Römischen Stuhls verweigert diesen Demutsdienst an seinen Mitarbeitern und erweist ihn stur Menschen. die er- soweit wir informiert sind- nie zuvor gesehen hat.
Ich bin beeindruckt vom Symbolismus  dessen, was er tut.....mit seiner barmherzigen Metaphorik des Offenseins gegenüber denen an der sozialen Peripherie.....während mich die entschlossene Starrheit seines Ausschließens verwirrt.

Vielleicht - wer bin ich zu spekulieren- ist unser Hl.Vater ungeduldig, weil die Vier Kardinäle unfähig sind, sein letztes Dokument "Amoris Laetitia" zu verstehen. Vielleicht hat er den Verdachr, daß sie nicht verstehen, weil sie entschlossen sind, nicht zu verstehen.
Ich kenne dieses Gefühl sehr genau.  Genau dieses Gefühl hatte ich manchmal sowohl beim Lehrauftrag in der Gemeinde als auch in einer schulischen Umgebung. In meiner Einfachheit aber bin ich immer versucht andere Strategien anzuwenden, um mich verständlich zu machen.
Hätte ich mich einfach weigern sollen, meine Zeit zu verschwenden? Ist das die Botschaft und das Beispiel. das wir niedrigeren Leute aus dem Verhalten des Stellvertreters Christi entnehmen sollen?





Papst Ratzinger hat einmal einen dissidenten Theologen mit einer lebenslangen Geschichte von Häresie, Böswilligkeit und unangenehm ausgedrückter Feindschaft ihm selbst gegenüber zum Tee eingeladen: Hans Küng. Ich fand, daß das eine feine und liebenswürdige Geste war.
War ich nur naiv, so zu denken? Hätte Papst Ratzinger nicht einfach die Tür abschließen sollen, die ganzen Sandwiches allein essen, sich die Lippen lecken und ein Schläfchen halten sollten?

Ich kann verstehen, daß wenn der gegenwärtige Inhaber des Römischen Stuhls eine geistige Liste von Leuten hat, denen er lieber nicht begegnen möchte, sie die gerade entlassenen Bischöfe ebenso einschließt wie die Vier Kardinäle. Das wäre sehr menschlich und liebenswert verständlich.
Viele Hirten haben- zumindest in petto- genau so eine Liste von Gemeindemitgliedern.
Ich bin einmal eher eine bestimmte Straße als eine andere entlang gegangen, um zu vermeiden, so eine Person zu treffen. Aber dann, bei meiner Gewissenserforschung wurde mit klar: angenommen die Vorsehung hatte die Wahrscheinlichkeit eines solchen Treffens geplant mit der Absicht, das etwas besonders Gutes daraus resultieren würde?

Ich finde es ziemlich schwierig, die wahre christliche und pastorale Bedeutung verschlossener Türen, unbeantworteter Briefe und starren Ausschließens zu entdecken.

*Die Räume männlicher Studienanfänger in Oxford hatten gewöhnlich eine innere und eine äußere Tür. Letztere wurde die "Eiche" genannt und man sagte, man müsse sie "überwinden", wenn sie geschlossen war. "Die Eiche überwinden" passierte, wenn der betroffene Studienanfänger wegen eines Notfalls wie einer Referats-Krise oder einer Frau, keine Zeit für soziale Kontakte hatte.
Wird Papst Franziskus als der Papa Robustus, der Eichen-Papst in die Geschichtsbücher eingehen? Wird der nächste Schritt der Vier Kardinäle sein, ein Paraklaustithyron (Umgehung einer geschlossenen Tür) in elegischem, griechischen Metrum zu komponieren? 

Quelle: liturgicalnotes. Fr. John Hunwicke

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