Donnerstag, 29. Juni 2017

Abt Faria fragt, warum auch die Scala Santa im Lateran für Werbung herhalten muß.

MARCO TOSATTI 

veröffentlicht bei Stilum Curiae was Abt Faria nach seinem Besuch der Scala Santa ihnen geschrieben hat. Lassen wir ihm das Wort, um sein Befremden auszudrücken.
Hier geht´s zum Original:  klicken

"DIE KLAGE VON ABT FARIA ÜBER DIE SCALA SANTA UND IHRE VERUNSTALTUNG DURCH EIN GROSSES WERBEPLAKAT. ODER IST NICHTS MEHR HEILIG?"


                                          





Ich pflegte besonders gern in die Gegend des Lateran zu gehen. Als gutem Sünder war mir bewußt, daß ich eine Buße brauchte und was ist da besser, als auf den Stufen der Hl. Treppe, einem der heiligsten Orte Roms, um Erbarmen zu flehen?
Ich war bereits einmal in diesem Hl. Gebäude gewesen, und ich fühlte mein Herz sich im Bewußtsein seiner Unzulänglichkeit quälen. Aber dieses mal erlebte ich eine Überraschung.

Nachdem ich die letzten Meter der Via Merulana überwunden und mich zum Platz gewendet hatte, erschien es mir, als sei die Hl. Treppe verblaßt. Ihr Platz wurde völlig von einer riesigen Plakatwand eingenommen, die die gesamte Fassade bedeckte. Der Werbeslogan eines bekannten Energieanbieters sagte mir: "Jetzt gehört die Energie dir."

Aber das schien sich nicht auf die spirituelle Energie zu beziehen, die ich an einem solchen Ort wie der Hl. Treppe suchte, die für so etwas  bestimmt sein sollte. Dann fragte ich mich selbst: warum eines der heiligsten Gebäude Roms für eine Markenwerbung benutzen?

Gibt es eine Grenze  dafür, was verkauft werden darf?  Verliert man aber - selbst wenn der Grund für diese Verkäufe der nobelste wäre - bei diesem Verkauf nicht mehr als man gewinnt?

Papst Franziskus hat 2013 gesagt, daß das Geld dienen, nicht herrschen soll." "Wo wird also die Grenze sein? Während des Segens urbi et orbi könnte ein Msgr. vom Papstbalkon ankündigen. daß dieser Segen von .....angeboten wird? Würde der Papst liturgische Gewänder mit dem Namen des Sponsors anlegen? "
Sicher würde der Papst das niemals akzeptieren, selbst wenn das Geld einem äußerst edlen Zweck diente.
Weil er weiß, daß  wenn wir das, was heilig ist, zu einem Diener des Kapitals reduzieren, den Leuten vermitteln, daß alles, absolut alles, auf eine Ware reduziert, zu einem Tauschobjekt gemacht werden kann und somit nichts heilig ist.
Und das würde - wie wir um uns herum sehen - einen so tiefen Hunger in der Seele hervorrufen, den keine profane Energie jemals stillen könnte."

Abt Farria

Quelle: Stilum Curiae, M. Tosatti

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