Donnerstag, 22. Juni 2017

Nachdenken über die Merkwürden

Ich war vorhin lange spazieren und habe über all diese Merkwürden, die in der Kirche so das Sagen zu haben scheinen, nachgedacht und versucht, zu ergründen warum das alles, so komisch daher kommt, wie es nun mal daher kommt.
Weil man hat das Gefühl diesen Leute ist gar nicht bewusst, was für ein komischer Haufen die Kirche so in den Augen der Welt ist, und wenn ich an manche Kirchenleute der Abteilung superprogressiv, denke, die ich persönlich kannte, so hatten die alle die Idee, das die Welt ungemein wild drauf sei, von ihnen den Segen für alle ihre weltlichen Aktivitäten zu bekommen und konnten es gar nicht verstehen, dass die örtliche Zeitung, der Gemeinderat, die örtlichen Parteigrößen überhaupt kein Interesse an der Kirche hatte, außer es ging um "Menschen, Tiere. Sensationen" also handfeste Skandale.
Es war diesen Leuten nicht einsichtig, dass die Welt zwar ihnen den Willen nach Segen für all ihre
 weltliches Tun beständig abforderte, aber den Segen, also das Wohlwollen Gottes gar nicht haben wollte. Weil, und das betont die Bibel ja beständig Gott liebt man, wenn man seine Gebote hält und wenn man ihn, weil man kein spiritueller Mensch ist,  nicht einfach so lieben kann, so sollte man, sofern man ihn lieben will, seine Gebote halten, was laut Jesus das höchste ist, selig sind die, die nicht sehen und doch glauben!
Warum nur wollen da Leute den Segen eines Gottes an den sie nicht glauben, ich meine, wenn es keinen Gott gibt, dann ist so ein Segen ja nur eine Ansammlung von altertümlichen Worten und bewirkt nichts. 
Gibt es aber einen Gott, einen mächtigen Gott, einen allmächtigen Gott, oder auch nur einen ein bisschen mächtigen Gott, so wissen alle Religionen, dass man dessen Wohlwollen nur dann erhält, wenn man das tut, was er will.


Dass vor diesem Hintergrund die beständigen Verhandlungen schon des Abraham betreffs der Zerstörung Sodoms und Gomorrhas, die Verhandlungen des Mose mit Gott und im Grunde aller Propheten ein absolute Neuerung sind, das begreifen wir irgendwie gar nicht mehr, wohl weil wir so sehr gewöhnt sind, zu leben und zu denken, als ob es Gott nicht gäbe.
Und wenn wir einen Gott denken, dann denken wir, dass wir dem mal am besten Bescheid stoßen müssten, was er alles für einen Unfug da zusammengeschaffen hat.
Womit sich wieder der argumentative Kreis zu bekannten Merkwürden geschlossen hat, die das irgendwie gar nicht mitkriegen, vielleicht weil sie selber zu den von Christus selig gepriesenen gehören, die einfach nicht sehen, 
Das müsste für halbwegs bibelfeste Merkwürden eigentlich klar sein, wiederholt sich doch hier nur das gleiche Geschehen, dass die Israeliten auf ihrer Wüstenwanderung so praktizierten.
Mir geht es immer so, wenn ich im AT herumlese, dass ich mir das versuche vorzustellen und dann sind da schon die großen Taten Gottes, der sein Volk mit hocherhobenen Arm usw, herausführt, aber man kann es auch, wenn man ehrlich ist, verstehen, warum die Leute immer wieder meckern und vergessen, das Hemd ist einem einfach näher als der Rock, die Sehnsucht des Herzens ist immer da,. 
Der Durst nach immer mehr, den hat man halt, 
Ein bisschen ein dummes Beispiel ist diese Heidi Geschichte, für Heidi sind weiße Brötchen, wohl Wasserweck der Inbegriff des Luxus,. darin sieht sie alles Gute, und uns hänge sie eigentlich schon zu den Ohren heraus, wenn man so will, Luxus ist es auf jeden Fall nicht mehr, eher normal.
Dennoch gibt es einfach so Leute, die  haben in sich einen unstillbaren Durst nach der Wahrheit, Augustinus Typen "Unruhig ist mein Herz, bis es ruht O Gott in dir!"
Nun ist das nicht jedem gegeben und der Auftrag Jeus lautet auch nicht:

Geht zu allen Völkern, sucht die mit einer Gotteserfahrung zusammen, und setzt diese alle, im Dialog, wie ein Puzzle zusammen, und wenn ihr das gemacht habt, verkündet den Gott, den ihr auf dem Weg des Dialogs und des Austausches gefunden habt!

Nein das hat er nicht gesagt, er hat gesagt

Darum geht zu allen Völkern und macht alle Menschen zu meinen Jüngern; tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes,
und lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch geboten habe. Seid gewiss: Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt.



Das bedeutet nicht dass nur die getauft werden, die eine wie auch immer geartete Gotteserfahrung gemacht haben, es bedeutet auch nicht, dass nur die taufen dürfen die eine solche Erfahrung gemacht haben, es bedeutet einfach Treue, weil ich glaube, was man nicht erklären kann, Punkt aus fertig

Nun ist unsere Zeit wie besoffen von der persönlichen Erfahrung  "Ich fühle aber dass 4 und 4 neun ist!" "Ich bin zwar nicht sprachbegabt, und dazu klein und mollig und im Flugzeug wird mir schlecht,  aber ich würde so gerne Stewardess werden und das muss doch gehen!" 
 Und die Kirche ist da auch davon angesteckt. Wie oft habe ich mich über Hirtenbriefe und Predigten von irgendwelchen wichtigen Ober- und Unterhirten geärgert, wo es um das Thema (war sehr stark zu Zeiten JPII's) Neuevangelisierung ging und die Schäfelein, also ich, aufgefordert wurden, von ihrer Erfahrung mit Christus zu berichten.
Ich dachte mir dann immer "O du mein Gott!" Ich habe eine einzige prompte Gebetserhörung vorzuweisen , in deren Folge ich ziemlich angemacht wurde, (wollt unbedingt in die Messe, ging alles schief, kam stoßbetend zu spät, kommt grad der Pfarrer gefahren, sag ich spontan "O das ist aber eine Gebetserhörung", bafft er mich an "3 Staus waren auf dem Weg, können Sie nicht pünktlich aus dem Haus gehen? Was meinen Sie wie die Autofahrer in den Staus geflucht haben?" und entfleucht in die Sakristei).
Damit man mich nicht verkehrt versteht, persönliche Erfahrungen mit dem lieben Gott, Christus und seiner Mutter sind sehr schön, aber beweisen tun sie gar  nichts,. weil auch andere Religionen und selbst areligiöse Weltanschauungen  sich auch  wenn sie es leugnen, auf außergewöhnliche Erfahrungen, die Intuitionen ihrer Obergurus, kurz subjektive Erfahrungen und eben Ideen gründen.

Um es noch kürzer zu machen, selbst wenn den Herren und Damen das sichere Wissen um die Richtigkeit ihres Glaubens fehlt und sie in Unkenntnis dieses Grundsatzes (Glauben heißt nicht Wissen) meinen etwas besonderes zu sein, so sollten sie doch einfach ihren Job machen, sprich die Liturgie würdig und richtig feiern, beten und einfach die Rubriken reiten.
Ich bin nämlich, im Grunde meines Herzens davon überzeugt, dass die Menschen schon immer gleich sind und von daher auch immer wieder voller Zweifel sind.
Genau deshalb gibt es ja überhaupt Vorschriften liturgischer Natur und vorgefertigte Gebete.
Klar wenn einem die Gnade geküsst hat, in besonderen Momenten, da kann man beten, dass die Bäume brennen und bedarf der vorgefertigten Gebete nicht, aber diese Momente sind sehr, sehr selten.
Und gerade in schlimmen Lagen hilft die Vertrautheit der Worte, die in den klassischen Liedern und Gebeten, gerade den Marienliedern voller Trost und untergründiger Wissen um das Leid der Welt, sind.
Die modernen sind eigentlich voller Dank und Jubel, was gut ist, allerdings blenden sie die tiefe Weisheit der alten Lieder und Gebete aus, die darin besteht, dass man dankt und jubelt, obwohl es subjektiv und objektiv dazu wenig Grund gibt.
Will heißen, die alten Lieder und Gebete weisen über diese Welt hinaus, die neuen sperren einen darin ein, deshalb treffen sie nicht.und genau deshalb strahlen ihre Apologeten im Gemeindeleitungsteam eins, aus, dass man sich, wenn man ein wirkliches Problem hat, genau nicht an sie wenden kann, weil ihnen das fehlt, was man mit dem Wort Weisheit umschreiben kann.
Und nun schließt sich der Kreis wieder, es  nun mal so ist, dass die FURCHT GOTTES der Anbeginn der Weisheit ist, und erst dann, wenn man sich auf diesen Weg gemacht hat, man zur Liebe Gottes gelangt, vor der man staunend steht.
Auch das gehört zu den Merkwürdigkeiten moderner Theologie, dass sie am Ziel ankommen will, ohne loszulaufen.
Nun denn wenn  sie meinen, kann man da nur seufzen und selber versuchen den Weg zu gehen der Christus ist.

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