Freitag, 9. Juni 2017

Sandro Magister über die Päpstliche Akademie für das Leben und ihren Präfekten

Erzbischof Paglia leitet auch das Johannes Paul II Institut für Studien zu Familie und Ehe -hat zwar alle bisherigen Mitglieder entlassen, aber immer noch keine Liste der neuen Mitglieder herausgegeben. Dafür macht er bereits weitgehende, teilweise zumindest stark umstrittene- Pläne für beide Institute. Das kommentiert Sandro Magister bei Settimo Cielo.
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"DIE AKADEMIE FÜR DAS LEBEN: NOCH NICHT GANZ WIEDERGEBOREN UND SCHON GESTOLPERT"

Die ersten Angaben zum neuen Kurs tragen das Datum vom 5. Juni und zumindest eine ist schon an ihrem Ziel angekommen. Die Nachricht kommt vom Nierderländischen Kardinal Willem Jacobus Eijk, Erzbischof von Utrecht, der bekannt gab, daß er als Mitglied der Päpstlichen Akademie für das Leben bestätigt worden sei.
Aber wenn man auf die offizielle website der Akademie geht, gibt es dort novh keine Veränderung. Auf der Liste der neuen Mitglieder stehen auch jetzt noch keine Namen. Während die, die alle zu Beginn dieses Jahres entlassen wurden, nur auf der Liste "Frühere Mitglieder" (171) und "jüngst" (11) erscheinen.

Eijk ist einer der 13 Kardinäle des erinnerungswürdigen Protesbriefes, der Papst Franziskus zu Beginn der zweiten Familiensynode so wütend machte. Aber er hat auch Diplome in Medizin und Chrirugie, Doktortitel in Medizinischer Bioethik und Philosophie für die Dissertation über "Genetic Engineering" und hat viele Jahre Moraltheologie gelehrt.
Er ist auf diesem Gebiet eine große Koryphäe -deren Nichtwiederernennung als Mitglied der Akademie für das Leben ein Skandal gewesen wäre.

Und eine analoge Bestätigung könnte auch für andere berühmte Mitglieder der Akademie kommen. Aber sicher nicht für alle. Innerhalb und außerhalb des Vaticans gibt er zunehmend Erwartungen, wer auf der neuen Liste stehen wird und wer nicht. Wer von den vorherigen Akademiemitgliedern erneut zugelassen werden wird und welche neuen Namen erstmals auftauchen werden.

Eine erste Liste der neuen Mannschaft der Akademie wurde dem Papst von Vincenzo Paglia. dem umstrittenen Prälaten, dem Franziskus sowohl die Leitung der Päpstlichen Akademie für das Leben als auch des Päpstlichen Johannes Paul II Institutes für Studien zu Familie und Ehe übertragen hat, so daß beide mit dem neuen päpstlichen Kurs für diesse Themen in Einklang gebracht werden können.

Aber das Staatssekretariat hat von Franziskus die Aufgabe erhalten, die Liste zuvor zu  checken, um alle Kandidaten zu überprüfen-einschließlich der Nicht-Katholiken und sogar Nicht-Christen- und möglicherweise jene zu entfernen, die zu offensichtlich im Konflikt mit der immerwährenden Lehre der Kirche sind. Und dieser Filter hat bei Erzbischof Paglia starke Irritationen ausgelöst.





Der aber mittlerweile mit seinen eigenen Aktivitäten im Aufsichtsrat der Akademie, der noch nicht ernannt wurde, weitermacht, obwohl der - nach den Statuten- dafür vorgesehen ist dem Präsidenten dabei zu helfen, über das Leben der Akademie zu entscheiden.

Paglia benutzt den Namen der Akademie für Treffen, Konferenzem, Seminare und die Präsentation seine jüngsten Buches "Schwester Tod" und dafür die Themen und Namen der Sprecher anach seinem Geschmack auszuwählen.

Während er umgekehrt das Programm der Konferenz, die die Generalversammlung der Akademie begleiten wird, noch nicht herausgegeben hat, die normalerweise zu Beginn  jedes Jahres stattfindet, aber dieses mal auf den 5.- 7. Oktober verschoben wurde- um der Reinigung Priorigät zu verleihen.

Vor Paglias Ankunft , war das Thema für die Konferenz aus "Donum Vitae", der Instruktion der Glaubenskongregation zum "Respekt für das menschliche Leben an seinem Anfang und die Würde der Procreation", die vom damaligen Kardinalporäfekten Jodeph Ratzinger mit der auasdrücklichen Zustimmung Papst Johannes Pauls II veröffentlicht wurde und deren 30. Jahrestag 2017 begangen wird.

Aber Paglia hat "Donum Vitae" zur Seie gelegt und für die Konferenz ein anderes, vages Thema vorgesehen: "Das Leben begleiten. Neue Verantwortlichkeiten in der Ära der Technologie".

Aber das ist nicht alles. Für den folgenden Monat- genauer den 16. - 17. November hat Paglia beschlossen, in der Sala Vecchia der Synode im Vatican und unter dem Schirm der Päpstlichen Akademie für das Leben, Gastgeber für eine von der Europäischen Sektion der säkularen WMA (Worls Medical Association)  geplante Konferenz zu Fragen der Euthanasie, dem sogenannten assistierten Selbstmord und der Beendigung lebenserhaltender Behandlung auf Wunsch des Patienten, zu sein.

Mit dieser Konferenz plant die WMA, auf Druck von Ärzten aus vielen Ländern, in denen diese Praktiken entkriminalisiert oder legalisiert wurden, ihre Positionen zu diesen Themen hu aktualisieren. Wahrscheinlich mit der Veröffentlichung einer "Schlusserklärung", deren Inhalt den Hl. Stuhl in ernste Schwierigkeiten bringen könnte.

Weder das Programm dieses Events noch die Namen der Sprecher wurde bisher von der WMA und der Päpstlichen Akademie für das Leben bekannt gegeben. Noch gibt es irgendwelche Informationen darüber bei der Glaubenskongregratkion oder dem früheren Päpstlichen Rat für die Pastoral der Arbeiter im Gesundheitswesen.

Wer weiß, ob das Staatssekretariat hier intervenieren auch garantieren wird, daß bei der Konferenz zumindest einige Sprecher sein werden, die fähig sind, die Positionen zum Lebensende der Katholischen Kirche  mit soliden Argumenten zu verteidigen. Sicher nicht Paglia allein, dessen Denken zu diesem Thema -nach dem Urteil vieler zuverlässiger frühere Mitglieder der Akademie, der er jetzt vorsteht,-eher fragwürdig ist.
Und ebenso wackelig denkt er auch über das Leben nach dem Tod und die Auferstehung des Fleisches, wenn man danach urteilt, was ergegenüber der Fassade der Kathedrale von Terni malen ließ, als er Bischof dieser Diözese war.

Terni1

Quelle: Settimo Cielo, S.Magister

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