Freitag, 23. Juni 2017

Warum Christus zur Rechten Gottes sitzt

Stephen Bullivant erklärt anhand der Aussagen des Hl. Thomans von Aquin und des Hl. Augustinus im Catholic Herald, warum der Sohn zur Rechten des Vaters sitzt.
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" DER HL. AUGUSTINUS: WARUM DER SOHN ZUR RECHTEN DES VATERS SITZT"

Wir haben alle das Potential als Miterben mit Christus auf den Thron gesetzt zu werden.

In seiner Predigt vor Katechumenen verkündete der Hl. Augustinus feierlich, daß im Himmel " alles zur Rechten ist, weil es dort kein Elend gibt" (De Symbolo,11)
Aber während die Nachricht, daß es im Himmel kein "zur Linken" gibt, für Ned Flanders, Eigentümer des Leftorium und berühmtester Christ im Fernsehen, eine schlechte Nachricht sein könnte, ist es für die Menschheit eine unglaublich gute.
Hier folgt warum.

Gestern stellte mir eine heilige und gelehrte Freundin eine Frage, die ihr in ihrer RCIA-Klasse gestellt worden war:  "Warum läßt das Credo den Sohn. wenn er dem Vater gleich ist- das heißt, wenn er ebenso Gott ist wie der Vater- ihn auf der rechten Seite des Vaters sitzen? Das scheint zu beinhalten, daß der Sohn dem Vater untergeordnet ist- auf die Weise wie ein "rechte-Hand-Mann" der das tut, was der Boss neben ihm anordnet.

Das ist eine sehr gute Frage. Und wie  so oft, gibt es eine sehr gute Antwort.

Zuerst müssen wir den Satz nicht zu wörtlich nehmen. Während der Sohn mit einem (verherrlichten) menschlichen Körper versehen ist, ist der Vater körperlos. Deshalb hat er weder Hände noch Seiten, bei denen der Sohn wörtlich genommen sitzen kann. Deshalb sprechen wir hier- wie so oft- symbolisch.

Zweitens wird die "rechte Hand" in der Schrift durchgehend als Symbol sowohl für die Nähe mit und der Macht und Autorität von Gott benutzt. So zitiert Jesus in den Evangelien Psalm 110: "Der Herr sagte zu meinem Herrn: "Sitze zu meiner Rechten, bis ich dir deine Feinde unter deine Füße lege" (Matthäus 22:44). Paulus der an die Epheser von Gottes unvergleichlich großer Macht spricht, sagt zu ihnen:

"Diese Macht ist die selbe, die er an Christus entfaltete, indem er ihn von den Toten auferweckte und im Himmel zu seiner Rechten Platz nehmen ließ, hoch erhoben über jede  Herrschaft, Macht, Gewlt und Hoheit und über jeden Namen, der nicht bloß in dieser Welt sondern auch in der zukünftigen genannt wird."
Epheser 1:19 

Offensichtlich denkt Paulus hier nicht über "zur rechten Hand" als einen untergeordneten Schritt auf das göttliche Podium. Eher behauptet er, daß Christus genau die gleiche Macht und Autorität teilt, die der Vater hat.

Drittens sitzt- wie jetzt klar ist- Christus nicht wie Schulkinder vor dem Lehrer, sondern eher wie ein Richter von Königen. (Christus its natürlich beides) Er sitzt in dem Sinne, daß er in einer Position höchster Ehre und Autorität platziert ist.

Die Idee hier ist die, daß Gott "der Vater, der Allmächtige, der Schöpfer des Himmels und der Erde" vor dem sich die ganze Schöpfung verbeugt, im Himmel thront, Und weil er der "eine Herr, Jesus Christus, der einzige Sohn" genauso voll und wahr Gott ist, wie der Vater, thront er neben ihm, als ihm gleich,

Viertens und endlich alles das ist für uns wichtig, oder sollte es sein. Wenn er diesen Satz im Credo kommentiert, zitiert der Hl. Thomas von Aquin zustimmend den Hl. Johannes von Damaskus.

Wir sprechen von der Rechten Gottes nicht als von einem Ort, denn wie kann ein Ort durch seine rechte Hand definiert werden, wo er über jedem Ort steht? ....Aber wir bezeichnen als die rechte Hand des Vaters die Glorie und die Ehre der Gottheit (Summa theologiae, III, 58, 1)

So sitzt Christus zur Rechten des Vaters, weil er als wahrer  Gott die Glorie und Ehre der Gottheit teilt.

Aber erinnern Sie sich daran, was wir darüber sagten, daß er-weil er auch wahrer Mensch ist- einen (verherrlichten) menschlichen Körper hat. Das bedeutet bemerkenswerterweise, daß in Christus die Menschheit selbst auch zur Rechten des Vaters sitzt. Kirchenväter vom Kaliber eines Athanasius und eines Gregor von Nazians fanden diese Tatsache so erstaunlich, daß sie wieder und wieder darauf hinwiesen. Und in der Tat untermauert das ihre häufig wiederholte Maxime, "daß Gott Mensch geworden ist, damit der Mensch Gott werden kann."

Durch Christus sind wir "Erben Gottes (oder können es werden) und Miterben mit Christus (Römer 8: 17). Als solche wohnen wir-in unserem rechtmäßigen Heim im Himmel- in der göttlichen Seligkeit, das heißt zur Rechten des Vaters, gemeinsam mit unserem Mitmenschen Jesus Christus.

Und das ist es, weshalb es für den Hl. Augustinus kein "zur Linken"  in der Glückseligkeit unseres himmlischen Zuhauses geben kann. Weil dort alles "zur Rechten" ist.

Quelle: Catholic Herald,  S. Bullivant



   

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