Mittwoch, 21. Juni 2017

Warum der Papst auf die dubia antworten muß

Father Alexander Lucie-Smith warnt in einem Beitrag für den Catholic Herald davor, was passiert, wenn die dubia unbeantwortet blieben.
Hier geht´s zum Original:  klicken

"WENN DIE DUBIA UNBEANTWORTET BLEIBEN, KÖNNTEN DIE FOLGEN KATASTROPHAL SEIN"

Es ist gefährlich für die Glaubwürdigkeit der Kirche, daß das, was in Deutschland für gut erachtet wird,in Polen als falsch betrachtet wird. 

Die vier Kardinäle zeigen keine  Anzeichen dafür, aufzugeben und das sollten sie auch nicht. An diesem Punkt könnte es nützlich sein, die Chronologie der 4 Kardinäle und der dubia zu präsentieren. Die geht so:

- am 19. September 2106 haben vier Kardinäle- Caffarra, Burke, Brandmüller und Meisner- dem    Papst 5 dubia oder Bitten um Klärung bzgl. bestimmter Unklarheiten überreicht.

- am 19. November 2016 haben die vier Kardinäle ihre dubia veröffentlicht, weil sie keine Antwort      erhielten

- am 25. April 2017 haben die vier Kardinäle an den Papst geschrieben und um eine Audienz gebeten   und einen Audienzzettel beigefügt, in dem stand, was sie mit ihm zu diskutieren wünschten

- am 19. Juni 2017 wurde der Brief der vier Kardinäle, der unbeantwortet blieb- veröffentlicht.

Was passiert hier also? Das ist wirklich sehr einfach. Der Papst will auf die fünf dubia nicht antworten, auf die alle man mit ja oder nein antworten kann. Der Grund dafür ist ebenfalls einfach. Wenn der Papst auf die eine Weise antwortet, widerspricht er dem Lehramt seiner Vorgänger.
Wenn er auf die andere Weise antwortet, zerstört er praktisch das, was er versucht hat durch Amoris Laetitia zu erreichen, das ist, eine Änderung in die Praxis der Kirche einzuführen, die per se eine Änderung der Lehre bedeutet.
Deshalb fährt der Papst fort, auf dem Zaun zu sitzen und zu versuchen beides zu haben, während die vier Kardinäle versuchen ihn anzustoßen-auf die ein oder andere Weise, indem sie hoffen oder wissen, daß -wenn er vom Zaun gestoßen wird- es nur einen möglichen Weg für ihn gibt, zu springen.

Interessanterweise hat der Papst durch seine Weigerung auf die dubia zu antworten, auf gewisse Weise schon eine Antwort gegeben. Seine Weigerung zu antworten, bedeutet effektiv, daß er -zumindest offiziell- die Leitlinien der Malteser Bischöfe und anderer nicht unterstützt.
Was die Malteser Bischöfe sagen. bleibt eine lokale Verlautbarung, nicht die offizielle Kirchenlehre, auch wenn sie im Osservatore Romano veröffentlicht wurden.
Was die Malteser Bischöfe in ihren Leitlinien lehren, kann durch den Papst oder seine Nachfolger auf dem Stuhl Petri annulliert werden.

Aber hier begegnen wir der Hauptsorge der vier Kardinäle. Es ist verwirrend, tatsächlich mehr als verwirrend, es ist unerträglich, weil es gefährlich für die Glaubwürdigkeit der Kirche ist, daß das, was in Deutschland gut ist, in Polen als falsch betrachtet wird.
Das ist kein Katholizismus, das entspricht eher den Nationalkirchen nach Anglikanischem und Orthodoxen Modell. Wenn diese Zweideutigkeit weiter bestehen darf, werden die Folgen katastrophal sein.





Außerdem kann das einfach nicht sein, weil es vorher noch nie so war, daß ein Papst dem Lehramt seiner Vorgänger widersprechen kann. Amoris Laetitia muß in der Kontinuität mit Familiaris Consortio und Veritatis Splendor gelesen werden.
Wenn AL aber irgendwie Familiaris Consortio und Veritatis Splendor "ersetzt", müssen dann Menschen wie ich, deren Unterricht im Seminar auf diesen beiden Dokumenten basierte, sie jetzt vergessen?
Sind sie korrigiert worden? Waren sie nur für eine bestimmte Zeit? Oder haben sie dauerhafte Bedeutung?
Wenn aber Amoris Laetitia die vorhergegangenen Lehramts-Dokumente ersetzen soll. was wird dann Amoris Laetitia in zwanzig Jahren von jetzt ab ersetzen?

Wie die dubia klar machen, trifft eine Interpretation von Amoris Laetitia ins Herz der Katholischen Morallehre, wie sie immer und überall verstanden worden ist. In gewisser Weise kann es auf die dubia nur eine Antwort geben und die ist, daß die traditionelle Lehre stehen bleiben muß und das Amoris Laetitia nur im Licht dieser Lehre gelesen werden muß.

Jeder, der gelesen hat, was ich zu diesem Thema geschrieben habe, weiß jetzt, daß ich hinter den vier Kardinälen stehe. Das tun auch viele andere, Kardinäle, Bischöfe, Priester, Diakone und Laien.

Heiliger Vater, beantworten Sie die dubia! Zum Wohl der Kirche und zum Wohl des Papstamtes, bitte antworten Sie auf die dubia!"

Quelle: Fr. Alexander Lucie-Smith, Catholic Herald


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