Freitag, 23. Juni 2017

Warum Kardinal Sarah seine Gegner in Angst und Schecken versetzt.....

Matthew Schmitz analysiert für den Catholic Herald die Feindseligkeit liberaler Kleriker und katholischer Journalisten gegenüber Kardinal Sarah und den Hintergrund dieser Ablehnung, die nur allzu oft in unentschuldbaren verbalen Entgleisungen mündet, wie die Beispiele belegen, die er anführt.
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"WARUM KARDINAL SARAH SEINE KRITIKER IN ANGST UND SCHRECKEN VERSETZT"
Kardinal Sarahs Gegner haben seine Ansichten angegriffen und seine Entlassung verlangt. Seine Antwort war gütiges Schweigen.

Eine anwachsende Menge will Kardinal Robert Sarahs Kopf auf einer Platte. Öffnen Sie eine Katholische Zeitschrift und Sie werden leicht einen Ruf nach Entlassung des guineischen Kardinal finden, der die Vaticanische Liturgie-Kongregation leitet:
"Es ist höchste Zeit (für Papst Franziskus) Kardinal Sarah zu ersetzen" (Maureen Fiedler, NCR)
"In der Liturgie-Kongregation könnte neuer Wein nötig sein" (Christopher Lamb, the Tablet),
"Kurienmitglieder, die sich weigern Franziskus´ Programm mitzutragen, sollten gehen. Oder der Papst sollte sie anderswo hinschicken" (Robert Mickens, Commonweal),
"Franziskus muß sich durchsetzen. Kardinäle wie Robert Sarah mögen denken, daß dieses Pontifikat die falsche Richtung einschlägt und Verzögerung eine Pflicht ist. Aber das bedeutet nicht, daß Franziskus sich mit ihnen auseinandersetzen muß" (Herausgeber von the Tablet)

Sarah ist nicht immer wie der gefährlichste Mann der Christenheit behandelt worden. Als er 2014 von Papst Franziskus auf seinen Posten ernannt wurde, erfreute er sich der Gunst sogar derer, die ihn jetzt kritisieren. Mickens beschrieb ihn als einen "nicht ehrgeizigen, guten Zuhörer und-obwohl er eine klar konservative Seite zeigt, seit er nach Rom kam.....ein Vatican II-Mann."
Lamb erfuhr von seinen Quellen, daß Sarah jemand sei, den Liberale mögen könnten, die Art Bischof, der der "Inkulturation" positiv gegenüber stehe. John Allen faßte den Konsens rund um den Vatican zusammen: Sarah war ein wenig profilierter Bischof, "warm, amüsant und bescheiden".

Das alles änderte sich am 6. Oktober 2015, dem dritten Tag der umstrittenen Familien-Synode.
Die Synoden-Väter waren hin-und hergerissen durch sich widersprechende Forderungen, die Menschen zu erreichen, die sich durch die Sexuallehre der Kirche verletzt fühlten und kühn die Wahrheit  einer feindlichen Welt verkündeten.
In der Rede, die als die "Rede vom Apokalyptischen Tier" bekannt wurde, bestand  Sarah darauf, daß beides möglich sei. "Wir kämpfen nicht gegen Kreaturen aus Fleisch und Blut" sagte er seinen Mitbrüdern im Bischofsamt "wir müssen gegenüber allen Menschen inklusiv und freundlich sein.
Aber die Kirche muß trotzdem gegenüber zwei großen Herausforderungen die Wahrheit verkünden.
Auf der einen Seite gegenüber der Vergötzung der westlichen Freiheit; auf der anderen Seite dem Islamischen Fundamentalismus; atheistischer Säkularismus gegen religiösen Fanatismus."





Als junger Priester studierte Sarah an der Ecole Biblique in Jerusalem und plante eine Dissertation über "Jesaja Kapitel 9-11 im Licht der Linguistik der nordwestlichen Sprachen Ugarit, Phönizisch und Punisch"
Deshalb ist es keine Überraschung, daß er die biblische Sprache benutzte, um seinen Standpunkt klar zu machen. Westliche Freiheit und Islamischer Fundamentalismus- sagte er der Versammlung- seien wie zwei "apokalyptische Tiere". Das Bild entstammt der Offenbarung, das beschreibt, wie zwei Tiere die Kirche angreifen werden.  Das erste kommt mit sieben Köpfen, 10 Hörnern und Blasphemie auf den Lippen aus dem Meer. Das zweite erhebt sich aus der Erde und vollbringt große Wunder und überredet die Welt, das erste anzubeten.

Diese merkwürdige Dynamik- die Drohung eines Monstrums, die die Menschen dazu bringt, das andere zu akzeptieren- ist das, was Sarah in unserer Zeit am Werk sieht. Angst vor religiöser Unterdrückung führt manche dazu, eine vergötzte Freiheit anzubeten. (Ich erinnere mich an die Zeit, als ich der Einzige war, der sitzen blieb, als Ayaan Hirsi Ali eine Rede damit beendete, ihr Publikum aufzufordern der "Blasphemie" eine Ovation darzubringen).
Auf der anderen Seite neigen Angriffe auf die menschliche Natur dazu, manche dazu zu bringen, die falsche Sicherheit des religiösen Fundamentalismus anzunehmen, der seinen schrecklichsten Ausdruck unter der schwarzen Fahne von ISIS findet. Jedes Übel bringt jene in Versuchung, die Angst vor seinem Gegenteil haben. Wie bei Kommunismus und Nazitum im 20. Jahrhundert- muß beiden widerstanden werden.

Erzbischof Stanislaw Gadecki, der Vorsitzende der Polnischen Bischofskonferenz, schrieb, daß Sarahs Rede auf "sehr hohem theologischen und intellektuellem Niveau" gehalten wurde, aber andere scheinen ihre Bedeutung völlig verpaßt zu haben. Erzbischof Mark Coleridge von Brisbane kritisierte den Gebrauch einer "apokalyptischen Sprache" (man fragt sich, wie er den Rest der Offenbarung sieht) "Die Jungs mögen es nicht, an das Gericht erinnert zu werden"  witzelte ein Kardinal, nachdem Sarah gesprochen hatte.

Ein bekannter Vatican-Beobachter schrieb mir aus Rom: "Er ist heute "reingetreten" als er über die zwei apokalytischen Tiere sprach. Sein "papabile"-Aktienkurs hat einen Schlag bekommen."
Father James Martin SJ behauptete, Sarah habe den Katechismus verletzt "der uns auffordert LGBT-Menschen mit Respekt, Leidenschaft und Sensibilität zu behandeln."

Man möchte manchmal fragen ob es für Katholiken wie Fr. Martin überhaupt Worte gibt, mit denen man die Sexuallehre der Kirche verteidigen kann- weil sie sie nie gebrauchen.
Dennoch hatte die Reaktion auf Sarahs Rede wohl mehr mit einfacher Unwissenheit zu tun als mit prinzipiellen Differenzen.
Kardinal Wilfred Napier von Durban sagte bei der Vorbereitung zur Synode, daß die Europäer an einer weitverbreiteten Ignoranz und Zurückweisung nicht nur der Kirchenlehre, sondern auch der Schrift leiden."  Er hatte Recht.  Jene, die nicht mit der Schrift leben und ihre Bilder aus erster Hand kennen, sehen eher die biblische Sprache als irrelevant und aufwieglerisch an.

Am 14. Oktober, eine Woche nach Sarahs Reden beklagte sich Kardinal Walter Kasper über dir Reden der Afrikaner bei der Synode. "Ich kann nur für Deutschland sprechen, wo eine große Mehrheit eine Öffnung für die wiederverheirateten Geschiedenen will. Das selbe gilt für Groß-Britannien, überall."
Naja, nicht ganz überall. "Mit Afrika ist das unmöglich. Aber sie sollten uns nicht zu sehr sagen, was wir tun sollen."

Kaspers Zurückweisung Sarahs und anderer Afrikaner verursachte einen sofortigen Aufschrei.
Obianuju Ekeocha, eine nigerianische Katholikin, die gegen Abtreibung kämpft, schrieb:
"Stellen Sie sich meinen Schock vor, als ich heute die Worte eines der prominentesten Synodenväter las....als afrikanische Frau, die jetzt in Europa lebt, bin ich es gewohnt daß meine moralischen Ansichten ignoriert, oder als "afrikanisches Thema" zurückgewiesen werden."
Kardinal Napier stimmt dem zu :"Es ist wirklich beunruhigend einen Ausdruck wie "Theologe des Papstes" auf Kasper angewendet zu sehen...Kasper ist nicht besonders respektvoll gegenüber der afrikanischen Kirche und ihren Führern"

Kaspers Statement war wie ein Dammbruch. Seither ist eine große Welle von Beleidigungen über Sarah hereingebrochen. Seine Kritiker haben ihn als hochmütig. ungebildet und vielleicht kriminell - zumindest einer guten Tracht Prügel bedürftig- beschrieben.

Michael Sean Winter vom National Catholic Reporter erinnerte Sarah an seine Rolle ("Kurienkardinäle sind trotzdem nur Personal, hochrangiges Personal, aber Personal") .
La Croix´ Fr. William Grim nannte seine Arbeit "eselhaft, ...geradezu dumm...rotkappige  Idiotie", A. Grillo, ein liberaler italienischer Liturgiker schrieb: "Sarah hat seit Jahren eine signifikante Unzulänglichkeit und Inkompetenz auf dem Gebiet der Liturgie gezeigt."

In the Tablet korrigierte Fr. Anthony Ruff Sarah :" es wäre gut, wenn er die Reformen eingehender studieren und verstehen würde. z.B. was "Mysterium in der Katholischen Theologie bedeutet".
Massimo Faggioli. ein Vaticanist, der Roms Eiscafés heimsucht, bemerkt unschuldig, daß Sarahs apokalyptische Tierrede "in manchen Ländern eine Strafsache wäre". (Nachdem Sarah Jahre unter der brutalen marxistischen Diktatur Sekou Tourés gelebt hat, wird wohl kaum daran erinnert werden müssen. daß das offene Bekenntnis zum christlichen Glauben ein Verbrechen sein kann.)

Nachdem Papst Franziskus letztes Jahr Sarahs Aufforderung an die Priester die Messe  ad orientem zu feiern zurückwies, ist ein Schauer von Schlägen auf Sarah hereingebrochen: "Es ist sehr ungewöhnlich für den Vatican öffentlich gegen einen Fürsten der Kirche zuzuschlagen, wenn auch nicht ganz überraschend, wenn man bedenkt wie Kardinal Sarah operiert hat....."(Christopher Lamb, Tablet); Der Papst hat Kardinal Sarah ziemlich stark abgestraft, und ihm nur wenig Gesichtwahren zugestanden." (noch einmal Mickens, einige Monate später in La Croix).
Alles zusammen ziemlich viel Prügel.

Fortsetzung folgt.....

Quelle: Matthew Schmitz, Catholic Herald

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