Samstag, 24. Juni 2017

Warum Kardinal Sarah seine Gegner in Angst und Schrecken versetzt.....Fortsetzung

Fortsetzung.....

"Schwerwiegende Vorwürfe auszutauschen, ist wahrscheinlich nicht der beste Weg, doktrinale Streitigkeiten zu klären. aber die Rhetorik von Sarahs Kritikern enthüllt etwas Wichtiges über das heutige Katholische Leben: bei doktrinalen, moralischen und liturgischen Streitigkeiten sind liberale Katholiken kirchliche Nationalisten geworden.

Traditionelle Katholiken neigen dazu, konsistente doktrinale Standards und pastorale Zugehensweisen -ungeachtet nationaler Grenzen- zu unterstützen. Wenn sie nicht die Lateinische Messe vorziehen, wollen sie, daß die landessprachliche Übersetzung dem Latein so nahe kommt wie möglich. Sie sind nicht dadurch skandalisiert  wie Afrikaner über Homosexualität oder Christen des Mittleren Ostens über den Islamismus sprechen.

Liberale Katholiken kämpfen inzwischen um eine landessprachliche Übersetzung im idiomatischen Stil - von nationalen Bischofskonferenzen, nicht von Rom- approbiert. Lokale Realitäten erfordern, daß die Wahrheit immer dann verändert werden muß, wenn sie eine Grenze überschreitet. Katholische doktrinale Äußerungen sollten in pastoral sensibler Sprache formuliert werden, soll heißen sensibel für die Sensibilitäten des gebildeten, wohlhabenden Westens.

Einer der Vorteile des kirchlichen Nationalismus ist, daß er den Liberalen erlaubt, nicht direkt auf doktrinalem Grund argumentieren zu müssen, auf dem traditionelle "Rigoristen" meistens die Oberhand behalten.
Wenn Wahrheit als lokale Realität angesehen werden muß, wird keiner in Rom oder Abuja viel über den Glauben in Brüssel oder Stuttgart sagen können (das war der Sinn hinter Kaspers Zurückweisung der Afrikaner).

Das sieht man bei Schreibern wie Rita Ferrone vom Commonweal, die sagt, daß Englischsprachige eher "unseren eigenen Leuten  vertrauen sollten und auf unsere eigen Weisheit, was Gebete in unserer Muttersprache angeht, als Sarah Beachtung zu schenken."
Das "wir" hinter diesem "unsere" ist nicht universal und katholisch sondern bourgeois und amerikanisch.

Was wenn Sarah anstatt an seinen Platz zurückgestellt, zurückgeschlagen, und eingesperrt zu werden, weil er Westliche Sprach-Codes verletzt, Papst wird?
Das ist es, was seine Kritiker am meisten fürchten. Mickens schreibt über die dunkle Möglichkeit eines "Pius XIII" (auch als Robert Sarah bekannt). Lamb sagt, daß Sarah sich als der"erste schwarze Papst" erweisen könnte. (Das wäre eine wundervolle Sache,  Sarahs Eltern, Konvertiten in der Stadt Orous in Guinea nahmen an, daß nur weiße Männer Priester werden können und lachten, als ihr Sohn sagte, er wolle ins Seminar gehen).
Der selbe wohl-vernetzte Vaticanist, der mir sagte, daß Sarahs Aktienkurs während der Synode gefallen sei, sagt jetzt, daß seine Chancen steigen. "Die Menschen haben alle Angriffe  bemerkt und seine gütige Weigerung, auf gleiche Weise zu antworten."




Es ist in der Tat bemerkenswert, daß Sarah diesen Hagelsturm mit solcher Gleichmut ertragen hat. In seinem neuen Buch "Die Kraft der Stille" hören wir seinen erstickten Schrei der Qual ",

Ich habe schmerzlich Mord durch Tratsch, Verleumdung und öffentliche Demütigung erlebt, und ich habe gelernt, daß wenn jemand sich entschlossen hat, Sie zu zerstören, es ihm nicht an Worten, Gehässigkeit, Heuechelei fehlen; Falschheit hat riesige Kapazitäten Argumente, Beweise und Wahrheiten aus dem Nichts zu konstruieren,
Wenn das aber das Verhalten von Männern der Kirche ist- und besonders von Bischöfen- ist der Schmerz noch größer; aber ...wir müssen ruhig und still bleiben, um die Gnade bitten, niemals in Bitterkeit, Hass und wertlose Gefühle zu verfallen.
Laßt uns fest in Demut in unserer Liebe zu Gott und seiner Kirche stehen.

Trotz allem ist Sarah ein ungebeugter Mann. Sein Buch wiederholt seinen Ruf die Messse ad orientem zu feiern und nach dem Rest der "Reform der Reform": "Wenn Gott will, wenn er will und wie er will, wird es eine Reform der Reform der Liturgie geben. Trotz des Zähneknirschens wird sie stattfinden, weil die Zukunft der Kirche auf dem Spiel steht."

Wenn Sarah sich geweigert hat, sich denen, die in Rom herrschen, angenehm zu machen, wird er auch keiner anderen Partei dienen. In diesem wunderbaren individuellen Buch erzählt er alte Islamische Volksmärchen, dokumentiert das Leiden der Schwachen und verurteilt Militärinterventionen: "Wie können wir nicht von den Aktionen der USA und Westlicher Regierungen im Irak, Libyen, Afghanistan und Syrien entsetzt sein? "
Sarah betrachtet sie als götzenverehrendes Blutvergießen "im Namen der Göttin Demokratie" und im "Namen der Freiheit, einer anderes westlichen Göttin".
Er wiedersetzt sich den Bemühungen "eine Religion ohne Grenzen und eine neue Weltethik zu erbauen."

Wenn das übertrieben erscheint, erinnern Sie sich daran, daß sechs Tage nachdem Raketen Bagdhad trafen, Tony Blair ein Memo an George W. Bush  schickte, in dem stand:"Unser Ehrgeiz ist groß: eine globale Agenda zu konstruieren, mit der wir die Welt vereinen können.....um unsere Werte Freiheit, Demokratie, Toleranz zu verbreiten."
Sarah betrachtet dieses Programm als etwas, was einer Blasphemie nahe kommt.

Ebenso beißende Ansichten hat er über die moderne Wirtschaft: "Die Kirche würde einen schweren Fehler machen, wenn sie sich selbst darin erschöpfen würde, der modernen Welt, die durch den Kapitalismus des freien Marktes entfesselt wurde, eine Art soziales Gesicht zu geben"

Krieg, Verfolgung. Ausbeutung: alle diese Kräfte sind Teil einer "Diktatur des Lärms", deren unaufhörliche Slogans lenken die Menschen ab und diskreditieren die Kirche,um ihr zu widerstehen, wendet sich Sarah dem Beispiel von Bruder Vincent zu, einem vor kurzen verstorbenen jungen Mann, den Sarah innig liebte. Nur wenn wir lieben und beten wie Vincent können wir die Musica callada hören. die stille Musik, die die Engel für Johannes vom Kreuz spielten. Ja, dieses Buch zeigt, daß Sarah eine Menge zu sagen hat: über das mystische Leben. die Kirche und die Dinge der Welt.
Aber über das meiste schweigt er- während die Welt über ihn spricht."

Quelle: Matthew Schmitz, Catholic Herald

Teil 1 in deutscher Übersetzung hier klicken

zum Original hier klicken


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