Freitag, 7. Juli 2017

Der "Catholic Herald" würdigt Kardinal Meisner als einen Meister katholischer Rechtgläubigkeit

Jon Anderson würdigt im Catholic Herald den großen Verstorbenen und man hat den Eindruck, daß der von den Katholiken im Ausland mehr geschätzt wird als in Deutschland, andererseits wundert das angesichts niemanden, der Lautstärke und Vehemenz der Progressisten und Protestantisierer hierulande kennt.
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"KARDINAL JOACHIM MEISNER:BIS ZUM ENDE EIN MEISTER DER ORTHODOXIE"  
Kardinal Meisners Leben erinnert uns daran, daß es mal einen ganz anderen Deutschen Katholizismus gab.

Kardinal Joachim Meisner, der 83 jährig gestorben ist, hat einige der dramatischsten Ereignisse des letzten Jahrhunderts  miterlebt und blieb bis zum Ende seines Lebens ein Meister der Katholischen Orthodoxie.

                            

1933 in Breslau (heute Wroclaw, Polen) geboren, wuchs Meisner in einer stark katholischen Familie auf, die nach dem 2. Weltkrieg in Ostdeutschland wohnte. Er wurde 1962 zum Priester geweiht und 1975 zum Bischof, seine Berufung war es, der kleinen katholischen Minderheit im- traditionell überwiegend protestanischen Ostdeutschland zu dienen.

1980 ernannte ihn Papst Johannes Paul II ihn zum Bischof von Berlin, während des Kalten Krieges eine der politisch schwierigsten Diözesen der Welt. Meisner nutzte seine Reisefreiheit, um den Kontakt zwischen beiden Hälften der geteilten Stadt aufrecht zu halten und seiner Herde so viel Freiheit zu sichern wie möglich. Ein besonderer Höhepunkt war das Katholikentreffen im Juli 1987 in Dresden, das er leitete.
Ein Festival, das mehr als 100.000 Katholiken von insgesamt nur 800.000 in Ostdeutschland anzog.

Im Rückblick war das ein frühes Zeichen für die friedliche Revolution, die die Berliner Mauer 1989 zum Einsturz brachte.
Zu der Zeit war Meisner, der 1983 zum Kardinal kreiert wurde, nicht mehr in Berlin. Im Frühling 1989 hatte Papst Johannes Paul ihn zum Erzbischof von Köln, der größten und wohlhabendsten Diözese in Deutschland ernannt.

Diese Ernennung war zu ihrer Zeit hochkontrovers und traf auf erheblichen Widerstand in der Erzdiözese, Grund war, daß Meisner der Hauptrepräsentant des schrumpfenden-fast sterbenden- konservativen Flügels der Deutschen Hierarchie war.
Während er sich der Wertschätzung durch Papst Johannes Paul erfreute und später am Konklave teilnahm, das seinen alten Freund Kardinal Joseph Ratzinger- Papst Benedikt XVI, wählte.
Meisner war ganz klar außer Tritt mit der immer stärker werdenden liberalen Majorität in der Deutschen Bischofskonferenz.




Dennoch blieb Meisner in dem Glauben, mit dem er aufwuchs, standfest. Klar ausgesprochen und sehr zitierbar konnte er sich auf die Empörung des progressiven deutschen Konsensus verlassen und kreuzte oft das Schwert mit den Politikern des Landes und wählte einen konservativen Zugang zur Liturgie und zu religiöser Kunst.
2008 war er zusammen mit einer anderen, kontroversen Katholikin, der extravaganten Prinzessin Gloria von Thurn und Taxis, Co-Autor eines Buches.
Dennoch war 2014, zur Zeit seiner Emeritierung war Meisners Katholizismus-Stil sehr viel seltener als 25 Jahre zuvor, als er seine Tätigkeit in Köln aufnahm.

Trotz seines zunehmenden Alters zog sich Kardinal Meisner nicht still zurück. Es war keine Überraschung, daß er im letzten Jahr einer der vier Kardinäle erschien, die den Papst Franziskus öffentlich baten, Unklarheiten in Amoris Laetitia die Lehre der Kirche die Ehe betreffend-klarzustellen

Zu einer Zeit in der die Deutsche Kirche eine der Hauptbefürworter einer liberaleren Lehre, ist die Tatsache. daß die Kardinäle Joachim Meisner und Walter Brandmüller ihre Stimmen zu Verteidigung der historischen Lehre der Kirche erhoben, ist eine Hinweis darauf, daß es einmal eine ganz andere Art des deutschen Katholizismus gab.

Quelle: J.Anderson,Catholic Herald

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