Donnerstag, 27. Juli 2017

DER PAPST SCHWEIGT ZU DEN DUBIA. KARDINAL SCHÖNBORN ANTWORTET FÜR IHN....

Sandro Magister hat einem Priester, der aus leicht zu erklärenden Gründen ungenannt und unerkannt bleiben will, bei Settimo Cielo Platz für eine Bewertung der Interpretation eingeräumt, die Kardinal Schönborn an Stelle des Papstes mehrmals auf die dubia bzgl. Amoris Laetitia öffentlich präsentiert hat. Hier geht´s zum Original:   klicken

"DER PAPST SCHWEIGT UND SCHÖNBORN SPRICHT FÜR IHN. MIT ARGUMENTEN, DIE HIER PUNKT FÜR PUNKT KRITISIERT WERDEN."
Das habe ich von einem maßgebenden Kirchenmann bekommen und zugestimmt,es zu veröffentlichen, ohne seinen Namen zu enthüllen.

"JEDER ANTWORTET AUF DIE "DUBIA" AUSSER DEM PAPST. DIESES MAL WAR SCHÖNBORN DRAN"
Am 113. Juli 2017 hat Kardinal Christoph Schönborn, Erzbischof von Wien, vier Stunden lang bei 2 Konferenzen und einer Frage-und-Antwort-Sitzung im Mary-Immaculate-College in Lemerick, Irland gesprochen

Der österreichische Kardinal sprach im Kontext des Events "Spechen wir Familie; Seien wir Familie", Teil einer Serie von Verammlungen, die unter der Leitung der Kongregation für Laien, Familie und Leben das Weltfamilientreffen vorbereiten, das vom 21. bis 28. August 2018 in Dublin abgehalten werden wird.

Nachdem ich die Berichte über das Ereignis gelesen habe, die von den spezialisierten Hauptmedien angeboten wurden. kann ich nicht anders, als zu bemerken, daß wenn es um die von den 4 Kardinälen dem Papst vorgelegten dubia geht,  jeder darauf antwortet außer ihm;  Und daß auf diese Weise dem chaotischen Chor der divergierendsten Kommentare und Interpretationen von Amoris Laetitia -die alles tun außer für die Gläubigen und die Beichtväter die Probleme, die das Dokument erzeugt hat, zu klären - eine neue Stimme hinzufügen, einen neuen Nebel.

Und das. weil die Argumente, die vom Erzbischof von Wien geliefert wurden- zumindest nach dem, wie sie von den zuverlässigsten Medien berichtet wurden- alles andere als überzeugend sind.
Schauen wir uns die wichtigsten an:

1. Ein unangemessener Verweis
Zuerst tadelt Schönborn die Kardinäle der dubia. Weil sie respektvoll um eine Audienz baten, beschuldigt er sie, den Papst unter Druck gesetzt zu haben. Sie hätten um eine Audienz bitten können, aber ohne das öffentlich zu sagen. Hier die genauen Worte des Österreichischen Erzbischofs:

"Diese Kardinäle, die die engsten Mitarbeiter der Papstes sein sollten,  versuchen ihn zu zwingen, üben Druck auf ihn aus, eine öffentliche Antwort auf ihren veröffentlichten, persönlichen Brief an den Papst zu geben. Das ist ein absolut unpassendes Benehmen, muß ich leider sagen. Wenn sie eine Audienz beim Papst haben wollen, sollen sie darum bitten. aber sie sollen nicht veröffentlichen, daß sie um eine Audienz gebeten haben."



Ich frage mich. ob Kardinal Schönborn diese Worte des Papstes gelesen und/oder an sie glaubt bzgl.. der Diskussionen über den Verlauf der letzten Bischofssynode, die bereits begonnen hatten und dann nach der Veröffentlichung von "Amoris Laetitia" weitergingen. Ich präsentiere hier einige Passagen:

Eine allgemeine Grundbedingung ist: ehrlich zu sein. Niemand soll sagen: "Ich kann das und das nicht sagen, weil sie das und das  über mich denken werden...." Es ist nötig alles das, was man fühlt mit Parrhesia auszusprechen. Nach dem letzten Konsitorium (Februar 2014), bei dem über die Familie diskutiert wurde, hat ein Kardinal mir geschrieben, daß es beschämend sei, daß etliche Kardinäle aus Respekt vor dem Papst nicht den Mut haben, bestimmte Dinge zu sagen, weil sie vielleicht glauben, daß der Papst etwas anderes denkt. Das isr nicht gut, das ist keine Synodalität, weil es nötig ist, alles das im Herrn zu sagen, was man für nötig hält: ohne höfliche Ehrerbietung, ohne Zögern. Zur gleichen Zeit  muß man mit offenem Herzen dem zuhören, was die Brüder sagen.
Auf diese Weise erreicht man Synodalität."

"Persönlich wäre ich sehr verwirrt und traurig, wenn es diese Verlockung und diese lebhaften Diskussionen nicht gäbe, diese "Bewegungen der Geister" wie der Hl. Ignatius es nannte (Spirituelle Exerzitien) und wenn alle einer Meinung wären oder still- in einem falschen und frömmlerischen Frieden."

"Die Komplexität der besprochenen Themen haben die Notwendigkeit einer fortgesetzten offenen Diskussion einer Zahl von doktrinalen, moralischen, spirituellen und pastoralen Fragen offenbart."

"Haben Sie den Mut, uns zu lehren, daß es leichter ist Brücken zu bauen als Mauern zu errichten."

Papst Franziskus tut nichts anderes als von Parrhesia und Synodalität zu spechen, keine Mauern sondern Brücken zu bauen. Er hat gesagt, daß er besorgt und traurig wäre, wenn es keine lebhaften Diskussionen während der Synode gegeben hätte. Er hat genau in dem Dokument, das Objekt dieser lebhaften Diskussionen- Amoris Laetitia- geschrieben, daß es eine "Notwendigkeit für fortwährende offene Diskussionen  über doktrinale. moralische. spirituelle und pastorale Fragen gäbe."

Und jetzt entscheidet eben dieser Pontifex, trotz dieser Worte, vier Kardinäle nicht zu empfangen, die demütig legitim um eine Audienz gebeten haben.
Und von ihnen wurde erwartet, nichts zu sagen? Kardinal Schönborn hat eine seltsame Auffassung von Parrhesia.

2. Doktrinale Verwirrung
Nach dieser grundlosen Beschwerde seitens des Wiener Erzbischofs kommen wir zu den mehr doktrinalen Fragen.

- "Moraltheologie steht auf zwei Füßen:  Prinzipien und dann vorsichtigen Schritten, um sie in Realität umzusetzen.

-In Amorisv Laetitia kommt Franziskus oft auf das zurück, was er in Evangelii Gaudium gesagt hat, daß ein kleiner Schritt, der unter schwierigen Bedingungen gemacht wird, wertvoller sein kann, als ein moralisch solides Leben in bequemen Umständen."

"Das "bonum possibile" der Moraltheologie ist ein wichtiges Konzept, das so oft vernachlässigt worden ist.[....]Was ist das mögliche Gute, das eine Person oder ein Paar unter schwierigen Umständen erreichen kann?"

Beginnen wir damit, das erste Statement zu analysieren. Was sind die vorsichtigen Schritte, um die Moralprinzipien in die Wirklichkeit umzusetzen?

Vorsicht "recta ratio agibilium" unterscheidet die Bedeutung im Hinblick auf das Ende, sie beurteilt sie unvoreingenommen, ist aber an die Wahrheit gebunden. Alle Ergebnis kann - um eine solche zu sein- nicht bedeuten, Böses zu wählen oder in sich böse Handlungen, die notwendigerweise immer unklug sind.  Tatsächlich muß eine  kluge Handlung in sich selber gut sein. Wenn sie nicht gut ist, ist sie nicht klug. Und um eine Handlung gut zu machen- und also auch klug- sind Absicht und Umstände nicht immer ausreichend.

Das ist es, was die Kirche unfehlbar glauben läßt. Der Hl. Johannes Paul II hat das in seiner Enzyklika "Veritatis Splendor" geschrieben.

"Jeder von uns weiß, wie wichtig die Lehre ist, die das zentrale Thema dieser Enzyklika ist und die heute mit der Autorität des Nachfolgers Petri erneuert wird. Jeder von uns kann den Ernst dessen sehen, was bei der Bestätigung der Universalität und Unantastbarkeit der moralischen Gebote, besonders jener, die immer und ausnahmslos das in sich Böse verbieten, auf dem Spiel steht- nicht nur für Einzelne sondern für die gesamte Gesellschaft."


Der Zweck  heiligt nie die Mittel, deshalb kann das Ende eine schlechte Handlung nie umsichtig oder dem Ziel angemessen machen. Deshlab ist es wahr, daß "die Moraltheologie  auf zwei Füßen steht: Prinzipien und den umsichtigen Schritten sie in der Realität anzuwenden" ,die Kohabitation "more uxorio" zweier Menschen, die nicht Mann und Frau sind wird niemals eine umsichtige Anwendnung der Prinzipien auf die objektive Wirklichkeit sein.

Das zweite Statement lobt die kleinen Schritte zum Guten, vor allem die, die in schwiergen Situationen unternommen werden. Aber die Handlungen, die immer schlecht sind- unabhängig von den Umständen, sind niemals ein kleiner Schritt zum Guten hin sondern ein -mehr oder weniger schwerwiegender Schritt zum Schlechten.
Viele kleine Schritte zum Guten können von Menschen getan werden, die im Stand der Sünde leben (Wohltätigkeit, Gebet, Teilnahme am Leben der Kirche etc) aber was sie näher bringt sind sicher nicht Handlungen, die den Stand der Sünde ausmachen: die stehen dem Weg zum Guten unausweichlich entgegen, der Bewegung des vernünftigen Geschöpfes auf Gott zu, wie der Hl. Thomas von Aquin sagen würde.

Die dritte Behauptung bestätigt die Kategorie des möglich Guten. Das ist eine wundervolle Kategorie, wenn sie richtig interpretiert wird (wir denken an das "sei gut, wenn du kannst" des H. Philip Neri). Aber es ist fehlfgeleitet, wenn man die Worte des Hl. Paulus vergißt: "Keine Versuchung hat dich übermannt, die nicht unter den Menschen verbreitet ist. Gott ist treu und er wird dich nicht über deine Kraft hinaus versuchen, sondern wird mit der Versuchung auch immer den Ausweg zeigen, sodaß du sie ertragen kannst".
Es ist fehlgeleitet, wenn man dem, was das Konzil von Trient unfehlbar definiert hat, widerspricht: "Aber keiner- wie gerechtfertigt auch immer- sollte sich selber als Ausnahme von der Befolgung der Gebote betrachten; Keiner sollte diese voreilige Äußerung benutzen, die einst von den Vätern unter Anathema gestellt wurde, daß die Befolgung der Gebote Gottes für den Gerechten unmöglich ist.
Es fehlgeleitet, wenn entgegen der Katholischen Rechtfertigungslehre -wenn  auch mit anderen Worten die Türen für eine unbesiegbare Lüsternheit mit jansenistischem Beigeschmack geöffnet werden sollten oder um sozialen Faktoren mehr Einfluss zu geben als der Gnade oder sogar des freien Willens selbst.

3. "Amoris Laetitia " ist katholisch: das garaniert Schönborn
Die website crux berichtet von einer Episode, die der Kardinal selber erzählt hat.

"Schönborn berichtete, daß Franziskus, als er den Papst kurz nach seiner Vorstellung von Amoris Laetitia traf, ihm gedankt und dann gefragt habe, ob das Dokument orthodox sei. "Ich habe gesagt, Hl. Vater es ist vollkommen orthodox" erzählt uns Schönborn und fügt hinzu, daß er einige Tage später eine kleine Nachricht von Franziskus bekam, in der stand "Danke für diese Worte. Sie haben mich getröstet."

Dieser Bericht - wenn er einerseits Franziskus´ Demut offenbart, daß er den Theologen seines Vertrauens um ein Urteil bittet- ändert dennoch nichts an der Tatsache, daß es der Papst sein sollte, der den Theologen, Bischöfen, Kardinälen Antworten gibt, die mit der erforderlichen Parrhesia und der Hilfe des Pontifex selbst ihm ihre schwerwiegenden Sorgen über den Zustand der Kirche vortragen sollten. Die aber ist in der Tat durch die widersprüchlichen Interpretationen, mit denen Amoris Laetitia von diversen Episkopaten vorgestellt worden ist, wirklich gespalten und verwundet.

4. Schlußfolgerung
Kardinal Carlo Caffarra hat einige der aktuellen Herausforderung  auf die Christen antworten müssen in einer Rede vor dem Studienkommittée der "Veritatis-Splendor"-Institutes in Bologna als "Relativismus, Amoralismus und Individualismus" identifiziert.
Über den Amoralismus sagte der damalige Erzbischof von Bologna:
"Ich habe über Amoralität in einem präzisen Sinn gesprochen. In dem Sinn, daß die Behauptung nach der es "Handlungen gibt, die immer und in sich selbst- unabhängig von den Umständen falsch sind"(Reconciliatio et Penitentia, 17 9/1123) [nach heutiger Mentalität] keine Grundlage hat."

Kardinal Caffarra warnte dann vor einigen Scheinlösungen für die zuvor genannten Probleme: 
"Eine erste Scheinlösung ist die Vermeidung der wahren und ernsthaften Konfrontation mit diesen Herausforderungen. Eine Vermeidung, die üblicherweise das Gesicht des Fideismus (....) annimmt, der Ablehnung der Wahrheitsdimension des Christlichen Glaiubens. Es ist ein wirklicher und ausgeprochener Mangel an Engagement , nicht notwendigerweise vorsätzlich- in der ernsten und rigorosen Auseinanderseetzung auf kultureller Ebene. 

Es ist Flucht in einen Glauben, der nur formuliert nicht geprüft ist, nur behauptet und nicht durchdacht.". Wie oft hören wir die Worte Gnade, Reife, Verantwortung aussprechen etc..aber mit der Ablehnung einer wirklichen Suche nach dem "intellectus fidei" des tiefen Verstehens der Gründe für den Glauben.

Schönborns Argumentation ist genau vor diese Überlegungen von Kardinal Caffarra zur substantiellen Zurückweisung (nicht norwendigerweise vorsätzlich) der wahrheitsgemäßen Dimenson des Cristlichen Glaubens  "ante  litteram" gesetzt worden."

-"so wird es keine Wahrheit geben-" so als bob die unwandelbare Wahrheit über den Menschen und die Sakramente nicht exsistierte.

-"so wird es nichts Gutes geben" als ob es nicht das objekiv Gute gäbe, das getan werden muß und ebenso objektiv Schlechtes, das vermieden werden muß, die nicht festgelegt sind sondern frei durch das mescnhliche Gewissen entdeckt und frei gewählt wird."

-"so wird es keine Gnade geben"- als ob den Mensch-von Gott vergessen-in der Falle einer Situation steckt, in dre er keine Wahlvhat, als zu sündigen."

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Quelle: Settimo Cielo, S. Magister, ******


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