Mittwoch, 5. Juli 2017

E. Pentin: eine Hommage zum Tod Kardinal Meisners

Edward Pentin hat für den NCR einen Nachruf auf Kardinal Meisner geschrieben:
hier geht´s zum Original:   klicken

"KARDINAL JOACHIM MEISNER STIRBT MIT 83 JAHREN"
"Der frühere Erzbischof von Köln, einer der vier Kardinäle, die Papst Franziskus Fragen zu Amoris Laetitia gestellt haben, ist friedlich im Schlaf gestorben.


                              Cardinal Joachim Meisner.

Kardinal Joachim Meisner, der emeritierte Erzbischof von Köln, der ein starker Verteidiger der Kirchenlehre und Rechtgläubigkeit war, ist im Alter von 83 Jahren gestorben.
Er starb "friedlich", nachdem er an seinem Ferienort Bad Füssing eingeschlafen war. Kardinal Rainer Woelki von Köln sagte, er sei -nachdem er sich auf die Messfeier vorbereitet hatte- mit dem Brevier in der Hand neben seinem Bett eingeschlafen.

In Breslau geboren, das damals zu Deutschland gehörte- und jetzt als Wroclaw zu Polen, hat Kardinal Meisner 25 Jahre lang -von 1989 bis 2014- die größte deutsche Diözese geleitet.  Er wurde während vieler Jahre als einer dereinflußreichsten Bischöfe des Landes angesehen, der enge Beziehungen zum Hl. Papst Johannes Paul II und ganz besonders zu Benedikt XVI hatte.
Der  Kardinal mischte sich stark ein, um Glauben und Moral aufrecht zu halten, besonders gegen Abtreibung und assistierten Selbstmord und war ein ausgesprochener Kritiker des Säkularismus.

"Wo immer die Kultur von der Verehrung Gottes getrennt wird", sagte er einmal," verkümmert der Kultus zum Ritualismus und die Kultur degeneriert."
Im vergangenen September setzte er seinen Namen unter die dubia, eine Abfolge von 5 Fragen an den Hl. Vater, mit denen er gebeten wird, umstrittene Passagen seiner apostolischen Exhortation Amoris Laetitia klarzustellen, die auf unterschiedliche Weise interpretiert wurden.
Der Papst muß noch auf die dubia antworten oder den anderen Kardinälen- Walter Brandmüller. Carlo Caffarra und Raymond Burke eine Audienz gewähren.





In einem Kommentar für den Register sagte Kardinal Burke in einem Tribut an den deutschen Kardinal daß es für ihn "ein großes Geschenk gewesen sei, Kardinal Joachim Meisner in den letzten Jahren gekannt zu haben."
"Er hat mich mit seiner tiefen Liebe zu Christus und seinem mystischen Leib, der Kirche zutiefst inspiriert, " sagte Kardinal Burke. "Er hat keine Mühe gescheut diese Liebe klar und mutig in der Praxis zu zeigen. Möge ihm der Lohn für seinen guten und treuen Dienst zuteil werden. Möge er in Frieden ruhen."

Während des 2005- Konklaves führte Meisner den Widerstand gegen die sog.St.Gallen-Gruppe von Kirchenmännern an, die sich gegen die Wahl Kardinal Joseph Ratzingers zusammengetan hatten.
Hier einige biographische Daten, die der Vatican heute zur Verfügung gestellt hat:

Kardinal Joachim Meisner, emeritierter Erzbischof von Köln wurde am 25. Dezemebr 1933 in Breslau, Schlesien, Deutschland (heute Wroclaw. Polen) geboren.
Nachdem er in Erfurt ins Seminar eingetreten war, promovierte er in Theologie.
Am 22. 12.1962 wurde er zum Priester geweiht und ....in den Gemeinden St.    Heiligenstadt und Heiligkreuz in Erfurt . Dort war er auch Diözesandirektor der Caritas.
Am 17. März 1975 wurde er zum Titularbischof von Via und Weihbischof von Msgr. Hugo Aufderbeck, dem Apostolischen Administrator von Erfurt, DDR, gewählt und am 17. May 1975 geweiht.
Als Weihbischof von Erfurt unterschrieb er das erste Abkommen zwischen Kirche und Staat, das auf der Verfassung der DDR von 1963 beruhte,
Im Dezember 1976 wählten ihn die Mitglieder der Berliner Bischofskonferenz als ihren Repräsentanten bei der vierten Bischofssynode von 1977 im Vatican.
In Rom traf er dann Kardinal Wojtyla wieder, der er zwei Jahre vorher kennen gelernt hatte.
1975 hatte der Erzbischof von Krakau, Kardinal Wojtyla an einer Pilgerfahrt von Eichsfeld in Thüringen nach Erfurt teilgenommen.
Bei dieser Gelegenheit hörte er die Predigt des Weihbischofs von Erfurt zum Thema der Pilgerschaft:
"Spirituelle Erneuerung um die Welt zu verändern."

Nach seiner intensiven und furchtbaren Arbeit in der apostolischen Administration permanenter constituta in Erfurt-Meiningen ernannte ihn Johannes Paul II am 22. April 1980 zum Bischof von Berlin. Eine besondere Diözesem die den östlichen und den westlichen Teil der Stadt umfaßte, einschließlich verstreuter kleiner Landgemeinden und Gemeinschaften.
Von 1982-1989 war er auch Vorsitzender der Berliner Bischofskonferenz.
Am 20. Dezember wurde er zum Metropolitan Erzbischof von Köln ernannt.
Seit dem 28. Februar 2014 war emeritierte er als Erzbischof von Köln.

Er war delegierter Präsident der zweiten Spezialversammlung der Bischofssynode für Europa (1. -23. Oktober 1999).
Mitglied des Kardinalsrates für die Studien der wirtshaftlichen und organisatorischen Angelegenheiten des Hl. Stuhls.
Er nahm am Konklave von 2005, das Papst Benedikt XVI zum Papst wählte und am Konklave von 2013, das Papst Franziskus wählte, teil.
Vom Hl. Johannes Paul II im Konsistorium vom 2. Februar 1983 zum Kardinal kreiert und proklamiert war er Titular von S.Pudenziana.
Er starb am 5. Juli 2017.

Quelle : NCR, E.Pentin



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