Samstag, 1. Juli 2017

Edward Pentin zur Ernennung und Person von Erzbischof Luis Ladaria Ferrer als Nachfolger Kardinal Müllers

Edward Pentin kommentiert im NCR die Ernennung des Jesuiten Luis Ladaria Ferrer zum Nachfolger Kardinal Müllers und stellt ihn uns vor.
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"PAPST FRANZISKUS ERNENNT DEN SPANISCHEN JESUITEN LADARIA ZUM NACHFOLGER KARDINAL MÜLLERS"

Erzbischof Luis Ladaria Ferrer, zur Zeit Sekretär der Glaubenskongregation  übernimmt als Präfekt des wichtigen Dikasteriums und ersetzt Kardinal Müller, den 5-Jahresmandat auf unübliche Weise nicht verlängert wurde.

Der Vatican hat verkündet, daß Papst Franziskus den spanischen Jesuiten Luis Ladaria Ferrer ernannt hat, um Kardinal Gerhard Ludwig Müller als Präfekt der Glaubenskongregation zu ersetzen.
Erzbischof Ladaria, 73, der seit 2008 als Sekretär  oder Nummer 2 der Glaubenskongregation gearbeitet hat wird  dem 69-jährigen Kardinal Müller, dessen 5-jährige Amtszeit Sonntag zuende geht, nachfolgen.

Ungewöhnlich für einen Kardinalpräfekten eines Dikasteriums hat der Papst entschieden, ihn nicht für weitere 5 Jahre in dieser Position zu bestätigen.
In einem Statement von heute Nachmittag sagte der Vatican, daß der Hl. Vater "Seiner Eminenz Kardinal Gerhard L. Müller am Ende seiner 5-jährigen Amtszeit  als Präfekt der Glaubenskongregation, als Präsident der Päpstlichen Kommission "Ecclesia Dei", der Päsptlihen Bibel-Kommission und der Internationalen Theologen-Kommission gedankt hat".
Das Statement setzte hinzu, daß Erzbischof Ladaria alle diese Positionen, die Kardinal Müller inne hatte, übernimmt.
Es gab keine Ankündigung für eine Neuernennung des deutschen Kardinals.
Obwohl es selten ist, daß das Mandat eines Kardinalpräfekten nicht erneuert wird, hat Benedikt XVI mit Kardinal Crescenzio Sepe dasselbe getan, den er 2006 aus seinem Dienst als Präfekt der Kongregation für die Evagelisierung der Völker als Erzbischof nach Neapel versetzte.

         Archbishop Luis Ladaria SJ seated next to Cardinal Gerhard Müller at a book presentation in Rome, Nov. 27, 2014.
In Manacor auf der Spanischen Insel Mallorca geboren, ist Erzbischof Ladaria als ein freundlicher, umgänglicher und theologisch konservativer Prälat bekannt, der sich besonders für Patristik interessiert, den Zweig der Theologie, der sich mit den Leben, Schriften und Lehren der frühen christlichen Theologen befaßt.




Als er 2008 von Benedikt XVI zum Sekretär der CDF ernannt wurde, gab er dem Magazin "30Giorni" ein Interview. in dem er sagte " Es ist nicht schwer, die Wichtigkeit der Väter der Kirche herauszufinden. deren Werke wir lesen und genießen müssen, um besser in der Lage zu sein, uns der Frische der Botschaft des Evangeliums Jesu zu nähern."

Er sagte, das sei eher von "dauerndem Wert als etwas , das an Aktualität gebunden ist, das von Natur aus veränderlich ist und sich von Minute zu Minute ändert.

Er sagte auch, daß er keinen Extremismus mag- weder den progressiven noch den traditionalistischen" sondern glaubt, "daß es einen Mittelweg gibt", der der "richtige Pfad ist, den man einschlagen muß, selbst wenn jeder von uns seine Beonderheiten hat, weil wir- Gott sei Dank- nicht wiederholen, weil wir keine Klone sind." Im selben Interview unterstrich er die Rolle der Glaubenskongregation, die sich zuerst darum dreht, "den Glauben zu fördern und wenn es nötig ist, zu schützen". Er fügte hinzu, daß die Kongregation "Sich immer diskret bewegt und spricht- ausschließlich durch ihr Handeln."

Von 2004 an hatte Erzbischof Ladaria als General-Sekretär der Internationalen Theologen-Kommission gearbeitet und die Evaluationen der Kommission geleitet, die 2006 an einem Konzept für den Limbus arbeitete, das -wie er sagte- angemessenere Wege fand, das Thema des Schicksals von Kindern anzusprechen, die ungetauft sterben, für die die Hoffnung auf Erlösung nicht ausgeschlossen werden kann."

2009 ernannte ihn Benedikt XVI zum Mitglied der unglücklichen Kommission, die versuchte, die FSSPX zur vollen Kommunion zurück zu bringen. Jetzt, als Präsident von Ecclessia Dei wird der wieder im Mittelpunkt dieser Bemühungen stehen.

Im vergangenen August ernannte Papst Franziskus Erzbischof Ladaria zum Präsidenten der Studienkommission zum Frauen-Diakonat, das die Möglichkeit untersuchen soll, Frauen zum Dienst als Diakone zuzulassen. Im privaten Kreis sagte er, er erwarte, daß die Kommission ihre Arbeit in zwei Jahren beenden werde, als möglicherweise im August nächsten Jahres.

Ansichten zu Amoris Laetitia
Öffentlich hat der spanische Prälat wenig über die apostolische Exhortation des Papstes Amoris Laetitia gesagt. Wie er mit dem dornigen Thema dieses Dokuent zu interpretieren umgehen wird ist deshlab unklar, aber als Jesuit und angesichts seiner Persönlichkeit, wird erwartet, daß er eine weniger umstrittene Position als die seines Vorgängers einnehmen wird, auch wenn sein offizieller Standpunkt zur Zulassung wiederverheirateter Geschiedener zur Hl. Kommunion klar konform ist zur vorhergehenden päpstlichen Lehre.

Kardinal Müller hat immer behauptet, daß die umstrittensten PAssagen des Dokumentss- besonders ob es den wiederverheirateten Geschiedenen die Hl. Kommunion ohne Annullierung und ohne den festen Vorsatz das Leben zu ändern, erlaubt, in Zustimmung zur Kirchenlehre und Tradition gelesen werden könne.

Aber es wurde zunehmend schwerer für ihn, diese Position beizubehalten, als klar wurde, daß der Hl. Vater Interpretationen unterstützt, die solchen Paaren in bestimmten Fällen erlaubt- eine Position, von der Kritiker sagten, daß sie nicht mit der Lehre vorangegangener Päpste konform seien (in einem geleakten Broef -der später vom Vatican bestätigt wurde- sagte der Papst den Argentinischen Bischöfen, daß es keine andere Interpretation des Dokumentes gäbe.")

In einem Interview im Februar warnte Kardinal Müller Bischöfe davor Amoris Laetitia auf eine Weise zu interpretieren, die der unveränderlichen Lehre der Kirchendoktrin widerspricht. Seine Kommentare folgten nachdem Bischofskonferenzen, so wie die deutsche- sagten, sie erlaube manchen wiederverheirateten Geschiedenen, die in dem, was die Kirche immer als objektiven Zustand des Ehebruchs gelehrt hatte, während andere- wie die Polens- ausdrücklich sagten, sie täte das nicht.
Verschiedene Bischöfe rund um die Welt waren ebenso uneinig über dieses Thema.
Kardinal Müller hat den vier Karinälen den Rücken gestärkt, die dem Papst fünf dubia übermittelt hatten, im Bemühen eine Klarstellung der Position Franziskus´ dazu und zu anderen umstrittenen Themen zu finden, und gesagt, daß sie jedes Recht hätten. solche Fragen zu stellen.
Allerdings war er dagegen, diese Initiative publik zu machen und dachte, daß eien "brüderliche Korrektur" des Papstes "heute nicht möglich sei", weil das Dokument "keine Gefahr für den Glauben darstelle".

Die Neuigkeit von der Absetzung des deutschen Kardinals kommt auch zu einer Zeit, in der die Glaubenskongregation während dieses Pontifikates in doktrinalen Fragen zunehmend isolsiert wurde. Im Februar wurde bekannt, daß sie vor der Veröffentlichung zahlreiche Korrekturen von Amoris Laetitia eingebracht hatte, keine akzeptiert worden war.

Ein Jesuit im Amt mag hilfreich sein, sie aus der Kälte zu holen, aber einige fühlen sich unwohl dabei zwei Mitglieder der Gesellschaft Jesu in den zwei höchsten Ämtern der Kirche zu sehen.

Als er 2008 gefragt wurde, was er darüber denke, der erste Jesuit zu sein, der zum Sekretär der CDF ernannt wurde, sagte er, er denke nicht, daß das ein Problem sei sondern daß Benedkt XVI ihn ausgewählt habe, weil er ihm "die beste Person zu sein schien."

Quelle: NCR, Edward Pentin


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