Samstag, 29. Juli 2017

R. Cascioli: "Der Tod hat nicht das letzte Wort"

Riccardo Cascioli  kommentiert bei La Nuova Buola Quotidiana noch einmal das, was man nur als die Schlacht um Charlie Gard bezeichnen kann. Daß er den Euphemismus Charlie sei gestorben nicht benutzt, sondern getötet worden, kann man angesichts der Tatsache, daß der kleine Junge nach Abschaltung des Beatmungsgerätes schlicht erstickt ist, nur als richtig empfinden.
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           "GETÖTET. ABER DER TOD IST NICHT DAS LETZTE WORT"
"Er ist getötet worden. Das sollte klar sein und das macht keinen Spaß. Charlie Gard ist getötet worden. Getötet von Ärzten und Richtern, die diesen Tod mit bissiger Entschlossenheit wollten und getöteurch das Schweigen vieler, die die moralische Autorität (und nicht nur) gehabt hätten, einzugreifen und es nicht taten.

Es ist schwierig, jetzt im Chaos der Gefühle und Gedanken in Herz und Geist Ordnung in die Sache zu bringen. Der erste Gedanke -und das Gebet-  gehen zum kleinen Charlie.
In seinem schwierigen Erdenleben hat er jedoch zwei große Geschenke bekommen: die Taufe, die ihn Christus einverleibt hat und die Liebe seiner Eltern, die mit allen Kräften versucht haben, ihn aus den Fängen eines Systems zu retten, das ihn tot sehen wollte.

EIn Gebet auch für  die Eltern von Charlie, Connie und Chris, denen gegenüber man nur ein Gefühl der Dankbarkeit und Bewunderung für ihren Kampf für Charlie empfinden kann, der zwei Monate dauerte. Millionen von Menschen sind durch ein Ereignis berührt und gezwungen worden, sich Fragen zu Leben und Tod zu stellen, zum Sinn des Leidens und zur Würde jedes menschlichen Lebens. Aus diesem Kampf für Charlies Leben -wenn auch mit Augenblicken von Inkohärenz und Unverständnis- ist eine spontane Gebetsbewegung entstanden, wie man sie zumindest in jüngerer Zeit nicht gesehen hat.

Auch die großen Zeitungen, die das Geschehen lange Zeit ignoriert haben waren gezwungen, sich mit dem Fall zu befassen, diese Fragen zum Leben zu wiederholen und zu verbreiten, die trotz aller Versuche, alles mit dem Mantel des falschen Mitleids zu verbergen, der nach Tod riecht, wieder aufkamen. Es war ein Aufschrei der Empörung, der die Mächtigen in Schwierigkeiten gebracht hat und das grausame und unmenschliche Gesicht einer Allianz zwischen Ärzten, Richtern, Politikern und Klerikern enthüllt hat.




Genau die zerstörerische Gewalt dieser Macht, die die Liebe, die Chris und Connie Charlie weiterhin zeigen wollten beendet hat, erzeugt Bitterkeit, Zorn und auch Besorgnis.
zumIndem sie dem Staat die Macht über Leben und Tod der eigenen Bürger übergeben. Wenn wir nicht schnellstens erkennen, daß der Weg schon beschritten wurde, um einem Gesetz zum Bio-Testament zuzustimmen- und uns schon ein neuer Fall unterbreitet wird- der von Elisa- die sich in einem ähnlichen Zustand befindet wie Eluana Englaro.

Und schließlich kann man über die ungerechtfertigte Abwesenheit der Kirche und auch das ihrer Hirten-mit nur wenigen Ausnahmen- nur Bestürzung empfinden. Noch einmal: angesichts eines Volkes, das sich so zum Gebet mobilisiert hat, haben sie einen Gegenpol zum Schweigen der Bischöfe und Priester gebildet- angefangen, mit denen, die den Gards am nächsten standen. 
In so vielen Monaten nur einige hagere Äußerungen des "in den Ring Werfens", einige unterstützende Worte für die Eltern von Charlie und ein paar Tweets. Keine klare Äußerung zur Unterstützung des Kampfes für das Leben von Chris und Connie, kein konkretes Zeichen der Nähe, 

Schweigen. Wo waren jene, die immer den Mund mit Worten wie "Begleitung" vollnehmen?  Und haben jene, die gegen die Müll-Kultur anbrüllen, ihre Stimme verloren? Haben sie nicht bemerkt, daß Charlie, so sie alle unheilbar Kranken, der  Abfall des Abfalls sind? Schweigen auch bei einigen Entscheidungen zur Unterstützung der Ärzte. Ein Skandal auf den wir zurückkommen werden, ein Zeichen, Beute der weltlichen Mentalität geworden zu sein.

Aber vor allem die Sicherheit, daß der Tod nicht das letzte Wort ist, das Wissen, daß für jene. die an diesem Kalvarienberg teilgenommen haben und die auf verschiedene Weise Charlie, Crhis und Connie unterstützt haben, noch klarer geworden ist, daß der Sinn unseres Lebens in jenem Gott liegt, der sich aus Liebe zum Menschen inkarniert hat, aus Liebe zu jedem von uns, wie auch immer die Lebensbedingungen - soziale, ökonomische. physische.- seien, in denen wir leben.

Man kann sich nur über eine Gesellschaft wundern, die Christus zurückweist- und dazu urückkehrt unmenschlich und gewalttätig zu sein. Das ist die logische Konsequenz. Größer ist dann unsere Verantwortung, Widerhall jener Liebe dessen, von dem wir aufgenommen wurden, zum Menschen zu sein."

Quelle: La Nuova Bussola Quotidiana, R. Cascioli




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