Sonntag, 23. Juli 2017

was die Schrift zu den Wirren dieser Zeit zu sagen hat

Man hat ja aktuell das Gefühl, dass einem der Boden unter den Füßen wegrutscht,. so rasant scheinen die gewohnten Bilder zu erodieren, so sehr hat man das Gefühl an rasanten Veränderungen in Kirche und Welt teilzunehmen, wo man das sichere Gefühl hat, dass es Menschen sind, die diese imitieren und vorantreiben und sich völlig erstaunt fragt "Ja was ist denn mit dem lieben Gott?"
Gibt es den denn überhaupt noch, hat es ihn jemals gegeben und warum schweigt er?

Nun muss ich hier einen Einschub bringen, es gibt ja so superfromme Hühner, die der Ansicht sind, dass einem das Unglück nur dann trifft, wenn man nicht richtig gebetet hat und die einem das dann im Brustton der Überzeugung verkünden und genau wissen warum des Schantal sitzengeblieben ist, weil das Oma von des Schantal nämlich nicht mehr zum Rosenkranz kommt!
Bei so Leuten krieg ich dann einen Zorn und frage die dann immer, ob sie damit sagen wollen, dass beispielsweise die verschleppten, verfolgten,ermordeten Christen einfach zuwenig gebetet haben?

Es geht hier um die sogenannte Theodizee Frage,  also darum wie ein lieber Gott all das Leid so zulassen kann, auch für seine Frommen, zuvörderst seinen Sohn und auch die Seinen nicht daran hindert, sich daneben zu benehmen. Über diese Frage sind schon ganz Bibliotheken voll geschrieben worden und manch einer hat sich damit herumgequält, bis dahin dass ein Johann Wolfgang von Goethe fast frustriert dichtete:

Wer nie sein Brot mit Tränen aß,
Wer nie die kummervollen Nächte
Auf seinem Bette weinend saß,
Der kennt euch nicht, ihr himmlischen Mächte.


Ihr führt ins Leben uns hinein,
Ihr laßt den Armen schuldig werden,
Dann überlaßt ihr ihn der Pein;
Denn alle Schuld rächt sich auf Erden.

Es ist von daher nicht weiter verwunderlich, dass auch in der Schrift das Problem verhandelt wird,

So stammt die erste Lesung aus dem Buch der Weisheit und berichtet uns darüber dass diese Langmut Gottes unter der wir alle so leiden, Zeichen seiner Macht ist.

Es ist ja außer dir kein anderer für alles Sorge tragender Gott, dass du zu beweisen hättest, dass du kein ungerechtes Urteil fällst.18 [1Petr 5,7]
14. Weder König noch Herrscher19 kann dir unter die Augen treten und dich über die zur Rede stellen, die du vernichtet hast.
15. Da du also gerecht bist, ordnest du alles nach Gerechtigkeit; auch hältst du es für unvereinbar mit deiner Macht, den zu verurteilen, der keine Strafe verdient.20
16. Denn deine Macht ist der Grund deiner Gerechtigkeit;21 und weil du der Herr aller Dinge bist, erzeigst du dich schonend gegen alle.22
17. Denn23 du zeigst denen deine Macht, die an deine Allmacht nicht glauben,24 und ahndest an denen, welche von dir nichts wissen wollen, ihre Vermessenheit.
18. Du richtest aber, o Herrscher der Stärke,25 mit Sanftmut und regierst uns mit großer Nachsicht; denn das Können steht dir zu Gebot, wenn du nur willst.
19. Durch solches Walten hast du dein Volk gelehrt,26 dass der Gerechte auch menschenfreundlich sein muss,27 und erwecktest in deinen Kindern die frohe Hoffnung, dass du, wiewohl Richter,28 Gelegenheit zur Buße bei den Sünden gewährst.


Wir erinnern uns hier an die Antrittsrede Papst Benedikts, wo er sagte:

Nicht die Gewalt erlöst, sondern die Liebe. Sie ist das Zeichen Gottes, der selbst die Liebe ist. Wie oft wünschten wir, daß Gott sich stärker zeigen würde. Daß er dreinschlagen würde, das Böse ausrotten und die bessere Welt schaffen. Alle Ideologien der Gewalt rechtfertigen sich mit diesen Motiven: Es müsse auf solche Weise zerstört werden, was dem Fortschritt und der Befreiung der Menschheit entgegenstehe. Wir leiden unter der Geduld Gottes. Und doch brauchen wir sie alle. Der Gott, der Lamm wurde, sagt es uns: Die Welt wird durch den Gekreuzigten und nicht durch die Kreuziger erlöst. Die Welt wird durch die Geduld Gottes erlöst und durch die Ungeduld der Menschen verwüstet.

Allerdings verheißt das Evangelium uns, dass es nicht immer so sein wird, wie es in dieser Weltzeit ist, wo man das Böse nicht beseitigen kann, ohne auch das Gute auszurotten und so sei das Gleichnis und seine Erläuterung hier auch noch mal hergestellt.

24. Ein anderes Gleichnis legte er ihnen vor, und sprach22 Das Himmelreich ist gleich geworden einem Manne, der guten Samen auf seinem Acker säte. [Mk 4,26]
25. Während aber die Leute schliefen, kam sein Feind, und säte Unkraut mitten unter den Weizen,23 und ging davon
26. Als aber der Halm ausschoß, und Frucht ansetzte, da erschien auch das Unkraut.24
27. Da traten die Knechte25 des Hausvaters herzu, und sprachen zu ihm: Herr! hast du nicht guten Samen auf deinen Acker gesät? Woher hat er also das Unkraut?
28. Und er sprach zu ihnen: Ein feindlicher Mensch hat dies getan. Die Knechte aber sprachen zu ihm: Willst du, dass wir hingehen und es einsammeln?
29. Und er sprach: Nein! Damit ihr nicht etwa, indem ihr das Unkraut sammelt, zugleich mit demselben auch den Weizen ausreißet.26
30. Lasset beides wachsen bis zur Ernte, und zur Zeit der Ernte werde ich den Schnittern sagen: Leset zuerst das Unkraut zusammen, und bindet es in Büschel zum Verbrennen; den Weizen aber sammelt in meine Scheuer.

das ist das Gleichnis, das Jesus erzählte und hier ist seine Deutung:

......seine Jünger traten zu ihm, und sprachen: Erkläre uns das Gleichnis von dem Unkraute des Ackers!34
37. Er aber antwortete und sprach zu ihnen: Der den guten Samen aussäet, ist der Menschensohn.
38. Der Acker aber ist die Welt; der gute Same hingegen das sind die Kinder des Reiches, und das Unkraut, das sind die Kinder des Bösen.
39. Der Feind aber, der es gesäet hat, ist der Teufel. Die Ernte aber ist das Ende der Welt, die Schnitter hinwieder sind die Engel. [Apg 14,15]
40. Wie nun das Unkraut gesammelt und im Feuer verbrannt wird, so wird es auch am Ende der Welt sein.
41. Der Menschensohn wird seine Engel aussenden, und sie werden aus seinem Reiche alle Ärgernisse35sammeln,36 und37 jene, die Unrecht tun,
42. und werden sie in den Feuerofen werfen. Dort wird Heulen und Zähneknirschen sein.
43. Alsdann werden die Gerechten leuchten38 wie die Sonne im Reiche ihres39 Vaters.40

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