Samstag, 5. August 2017

Ein Fundstück über die Abwicklung der Kirche in Deutschland

Wenn man sich an einem ruhigen Abend hinsetzt und ein bisschen Rückblick hält, so kommt man, zumindest ich, darauf, dass man sich, als Mensch, dem der Glaube irgendwie wichtig ist, seit Jahrzehnten vorkommt wie der letzte Mohikaner.
Die Wege die man zu fahren hat,. um wohin zu kommen "wo man noch hingehen kann" werden nicht kürzer. und die Verlautbarungen von irgendwelchen Offiziellen, muten an, wie aus dem Elfenbeinturm, wenn sie nicht die Assoziation zu "Sollen Sie doch Kuchen essen" evozieren.

Hat man das Glück oder Pech, einen der Herren Wichtig, oder gar eine der Damen Wichtig, mal ganz privat sprechen zu können, so stimmen die einem ja schon zu, wenn  man mit den Fakten kommt, so z.B der, dass unsere Superseelsorgeeinheit alle zwei Jahren weniger Firmanden hat, als noch vor 15 Jahren eine einzige Pfarrei selbiger Superseelsorgeeinheit.
Aber es werden dann irgendwelche Geschichten nach dem Motto "Gestern traf ich einen jungen Mann....." erzählt.


Natürlich ist die Grundthese der Herren und Damen katholisch Wichtig nicht verkehrt, es nutzt nämlich gar nichts, wenn die Volksmassen unter Zwang, aus reiner, träger Gewohnheit, und aus Angst vor gesellschaftlicher Ächtung (frag nicht so blöd Kind, das macht man halt, Was sollen denn die Leute denken?) kommen.

Alles was nicht aus der freien Entscheidung des Herzens kommt, das taugt nichts, das gilt besonders für den Glauben,
 Nun aber das aber.
Den Glauben hat man nicht einfach irgendwann einmal, wie man eine Blumenvase gekauft hat und dann diese eben hat, und die man nur abzustauben braucht, und sie dann, wieder schön anzusehen, auf die Fensterbank stellen kann.
Glaube ist etwas, was wachsen muss, was man nicht einfach hat und dann ist gut. Glaube hat man, im Grunde, nie so richtig, Der Glaube ist immer angefochten und muss da durch, Und man hat den Glauben nie einfach so, vermittelt durch irgendwelche metaphysischen Kräfte.

Das ursprüngliche Wort für Pfarrei, ist ein griechisches, das bedeutet "die von neben dem Haus, die die nicht wirklich dazu gehören, die die hier fremd sind" und das ist der Zustand des Christen, der ihn seit jeher plagt, ist er doch auch nur Mensch, steht am Zaun zu Welt und heult, weil er sich nicht traut rüber zu klettern und in der Welt mitzuspielen traut, da nutzt auch keine Aufforderung Martin Luthers, "Sündige tapfer!" (der Vollständigkeit halber muss die Fortsetzung hinzugefügt werden "aber glaube noch tapferer").
Man hat zwar heutzutage den Eindruck, dass man mittlerweile soweit ist, dass der eh schon immer dünne, fast nicht wahrnehmbare Zaun, von den Hirten beständig hochgehoben werden soll und wird, aber er ist dennoch einfach da., ob man das nun will oder nicht.
Und weil das so ist, so erwartet man, im Grunde, aber auch das ist nichts besonders Originelles, den Segen fürs Sündigen und erwartet sozusagen den Hirten, der einen hinüberträgt zur saftigen Weide der Welt und im Fall der Fälle auch wieder zurückholt ins Feldlazarett der Kirche.

Nur, wie gesagt, es funktioniert einfach nicht wirklich.
Nach diesem Exkurs, sollte aber klar sein, der Christ braucht seine Weide, und er braucht, auch und wenn er nicht so ganz von dieser Welt ist, einen Ort in dieser Welt, wo er mit seinem Glauben hinkann.
Diese Orte sind eben die Kirchen.
Und genau deshalb ist es fatal,. wenn sie nicht nur beständig zugeschlossen sind, sondern  in immer schnellerem Maße abgerissen und umgestaltet werden.

Hier der Artikel von Superpellicum  über genau dieses Vorgehen, der mich zu meinem Lamento inspiriert hat.

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