Freitag, 25. August 2017

Father Hunwicke spricht

Father Hunwicke läßt uns an seinen  Gedanken über das Amt des Bischofs von Rom und die Kurie teilhaben -ausgeschmückt mit kleinen ironischen Einsprengseln .
Hier gehte´s zum Original:  klicken

                                    "DIE RÖMISCHE KURIE" (1)
Jorge Bergoglio hat keine wie auch immer geartete Lehramtsautorität. Der Bischof von Rom dagegen schon. Aber Jorge Bergoglio ist natürlich Bischof von Rom; und als solcher - qua Bischof von Rom -besitzt Papst Franziskus eine beträchtliche Autorität - dogmatisch vom I. Vaticanischen Konzil definiert und in den beiden Codices Iuris Canonici als Gesetz formuliert.
Bischof von Rom zu sein ist, was zählt. Und als Bischof von Rom - wie Bischof von wo auch immer - bedeutet Bischof von irgendwo zu sein. Und Bischof von Irgendwo zu sein, bedeutet Bischof bestimmter Menschen zu sein....von bestimmten lebenden und atmenden christlichen Menschen.

Was ist ein Bischof? Es gibt eine (hauptsächlich anglophone) kirchliche Unterwelt, bevölkert von Menschen, die häufig "Episcopi vagantes" genannt werden, "Wanderbischöfe".
Das sind Personen, die sich privat selbst eine technisch "gültige" Weihe gesichert haben.
Viele Leute vermuten, daß ihre Motive das zu tun, persönliche Eitelkeit war, weil sie Bischöfe sind, die nicht von den  dichten und ernsten Reihen ihres Presbyteriums umgeben sind, noch freudige und emsige Ministranten am Altar um sich haben und denen das stürmische, manchmal unordentliche Volk "ihrer" Laienschaft - laos - fehlt. Und sie, diese Episcopi vagantes, sind nicht in friedlicher Kommunion mit dem Apostolischen - oder in der Tat mit irgendeinem anderen - Stuhl, weit davon entfernt.

Im Gegenteil- in der Katholischen (und Orthodoxen) Ekklesiologie ist ein Bischof ein Mann, der die Funktionen des hohen bischöflichen Amtes im Kontext des strukturierten Kirchenlebens der Menschen, Diakone, Presbyter ausübt.
Eine Versammlung von Christen, die so strukturiert ist, ist als Ortskirche bekannt. Wie jeder andere Diözesan-Bischof  ist der Papst, der Bischof von Rom, ein Bischof mit einem Presbyterium, einer Diakoneia  und einem Laos. Er ist kein einsames, isoliertes Individuum, mit technisch gültiger Weihe und einer technisch gültigen Electio in Summum Pontificem in der Tasche. Er ist - um es so auszudrücken- kein Papa vagans.
Mit seiner üblichen Klugheit argumentierte der Selige Henry Newman im Fall einiger frühen Päpste, die Anzeichen doktrinalen Schwankens zeigten, daß - weil das auftrat, nachdem sie in Byzantinischen Gefängnissen zusammengeschlagen worden waren, das keinen Einfluss auf das Papstamt hatte, weil sie als Individuen handelten - physisch und moralisch isoliert von ihrer Ekklesia.





In der Ortskirche von Rom sind die Kardinal-Priester das Presbyterium des Papstes, weshalb sie Titularkirchen haben, die ihnen als Titulargemeindepriestern zugeordnet sind. Mutatis mutandis die Kardinal-Diakone.
Sie werden sehen, wohin das führt. Das "Kardinalat"- wenn das das richtige Wort ist - ist nicht ohne theologische Bedeutung. Es ist Teil der organischen Struktur der sehr wichtigen Ortskirche, deren Bischof der Nachfolger Petri ist.
Das kann man sehr einfach und sichtbar bei den Personen der Kurienkardinäle sehen, die permanent in Rom arbeiten. Aber es trifft auch auf die Kardinäle der Welt zu, die als Römische Presbyter ihre Titularkirchen haben und die auf die Leitungen der Römischen Dikasterien verteilt sind.
Der Kardinalerzbischof von Timbuktu trägt rot und wird als "Eminenz" angesprochen, nicht weil er der wichtige örtliche Primas einer großen Nationalen Kirche ist, sondern weil er Kardinal-Presbyter der Titular-Kirche der SS. Promiscuus und Micellaneus* ist, die der Pontifex bis zum Risorgimento zur Stationsmesse am 31. Februar zu besuchen pflegte.

Es hat manchmal die Tendenz gegeben, die ich sehr stark verdamme, die Wahrnehmung des Papstes von der der Kurie zu trennen. Der Papst- so wird manchmal gesagt- ist der Papst und hat seine hochsignifikanten dogmatisch begründeten Vorrechte, die zu nutzen er kaum vermeiden kann, weil sie vom I. Vaticanum dogmatisch definiert wurden. Aber die Kurie....die ist nichts anderes als ein ziviler Dienst und ein ziemlich unattraktiver obendrein (...ähm...)  Sie ist nicht nur ohne doktrinale Bedeutung, sondern ihre Mitglieder sind auch im Weg; in ihrem Handeln in den Kirchen dieser Welt zeigen sie ein herrisches Benehmen. Vielleicht sollte sie beschränkt werden. Vielleicht sollte sie auf ihren Platz verwiesen werden. Wären wir ohne sie nicht glücklicher? Liberale Journalisten sind dazu bereit, jeden Papst zu bejubeln, über den seine Speichellecker verbreiten, er sei bereit, die Kurie zu verwüsten.

Meiner Meinung nach ist das nicht nur menschlich unfair sondern auch theologisch schwer fehlerhaft. Es ist ein direkter Angriff auf diese Struktur, die Struktur der Ortskirche von Rom, in der der Pontifex Maximus seine einzigartige und unverzichtbare Rolle spielt. Es ist ein Mittel zur Liquidierung, weil es versucht, den Papst von den Strukturen einer Ortskirche zu trennen, und das Potential hat, den Römischen Pontifex als eine einsame und dekontextualisierte Figur zu hinterlassen; am Ende einen sehr mächtigen Episcopus vagans. Und das klingt für mich sehr nach "einem theologisch fragwürdigen Absoluten Monarchen."


*Dieses faszinierende Duo und ihren Festtag (einen halbdoppelten) verdanke ich der fruchtbaren Phantasie des verst. Revd. Msgr. Ronald Arbuthnott  Knox, Apostolischer Potonotar und Master of Arts.

Fortsetzung folgt.

Quelle: liturgicalnotes, Fr.J.Hunwicke

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