Samstag, 26. August 2017

Father Hunwicke spricht

Father J. Hunwicke hat auf seinem blog  liturgicalnotes auch heute etwas zum neu entbrannten Tohuwabohu um die jüngsten Aussagen des Papstes zur Liturgie und der Liturgiereform zu sagen.
Hier geht´s zum Original:  klicken

"IRREVERSIBEL? UP-GEDATED"

"Nach diesem Lehramt, nach dieser langen Reise können wir mit Sicherheit und lehramtlicher Autorität bestätigen, daß die Liturgische Reform irreversibel ist."

Das ist die Art Dinge, die die Fähigkeit haben, die Leute zu beunruhigen; ja sie sogar in Panik zu versetzen. Und wirklich- da ist ein Spritzer von "Ich bin der große Lehramtsjunge auf dem Spielplatz und ich kann durch ein kleines Wort Dinge geschehen lassen," so wie dieser ziemlich unattraktive Mann sich ausdrückt. Aber ich denke, daß Panik ziemlich unnötig und sogar eine unfaire Überreaktion auf das ist, was er wirklich gesagt hat.

"Irreversibel". Papst Pius XII hat zu Recht die "liturgische Archäologie" verurteilt. Natürlich kann man die liturgische Entwicklung nicht umkehren. Das hat im Verlauf dieser 2000 Jahre niemand je getan. Aber die liturgischen Texte und Praktiken, die nach dem Konzil etabliert wurden, sind selbst nicht unveränderlich. Wenn eine päpstliche Instruktion, wie "Quo Primum" des Hl. Pius V selbst verändert werden konnte....dann kann sicher auch das, was der Selige Paul VI getan hat und was der aktuelle Inhaber des Römischen Sitzes jetzt sagt , verändert werden, sie können nicht für immer in Stein gemeißelt werden.

Papst Franziskus hat gerade so viel päpstliche Autorität wie der Hl. Pius V. Kein Milligramm weniger.
Und kein Milligramm mehr.

Und wenn es akzeptabel war (der Hl. Vater scheint das vorauszusetzen), daß Experten in den Jahrzehnten vor dem Konzil in großer Länge erklären konnten, was (ihrer Meinung nach) in der Liturgie falsch war, wie damals existierte.....
dann ist es jetzt auch für uns akzeptabel -so lang wie wir wollen, zu erklären., was (unserer Meinung nach) an der Liturgie, wie jetzt an so vielen Orten gefeiert wird, falsch ist.

Gänse und Ganter.


Papst Franziskus hat vollkommen Recht. Liturgie ist nicht reversibel. Keiner kann die Katholische Kirche dahin zurückzaubern, wie es 1962 war. Oder 1939. Oder in irgendeiner anderen Zeit. Die Liturgie wird fortschreiten. Zwei der Wege, auf denen sie fortzuschreiten scheint, sind die Wiederaneignung der Außerordentlichen Form des Römischen Ritus. Und eine zunehmende Tendenz, die Ordentliche Form mit mehr Achtung für die Tradition auszuüben.

Beispiel: Als Vincent Nichols Erzbischof von Westminster wurde, gab es eine unmittelbare Veränderung. Der würdelose kleine Tisch auf Rädern, der in der Mitte des Altarraumes seiner Kathedrale gestanden hatte, wurde stracks weggerollt und der originale, zentrale, edle Hochaltar, Symbol Christi, wurde für den Gebrauch restauriert. Augenscheinlich hat Erzbischof Nichols den Teewagen der 70-er Jahre nicht als "irreversibel" angesehen [de facto hat Papst Franziskus in der Sixtinischen Kapelle ad orientem zelebriert].

Überall in der Welt wurden die Altarräume der Kathedralen und Kirchen von den schlimmsten Fehlern der 70-er Jahre befreit. Und Papst Franziskus-schließt in seiner letzten Rede einen feinen Abschnitt ein, die die Wichtigkeit dieses instinktiven Respekts vor dem Altar erklärt. (Könnte es sein, daß das vielleicht Kardinal Sarah für ihn geschrieben hat?)

Und ich möchte Sie, während ich bei diesem Thema bin, an das erinnern, was der Hl. Vater bei der Generalaudienz zur liturgischen Bedeutung der Ausrichtung nach Osten sagte. Er beklagte, daß "in modernen Zeiten die Faszination dieses Ritus [Ausrichtung nach Osten bei der Taufe] praktisch verloren gegangen ist: während wir die Sensibilität für die Sprache des Kosmos verloren haben-"

(Könnte er vielleicht auf Kardinal Sarah gehört haben?)

"Traddies" sollten nicht immer allzu bereit sein, anzunehmen, daß alles was Jorge sagt, die schwärzeste Schurkerei ist.

Und die Außerordentliche Form ist auf kulturelle Weise jetzt eher so wie sie vor dem Konzil war (in den 50-er Jahren war ich Teenager). Sie wird nicht länger auf hastige, oberflächliche und nachlässige Weise zelebriert. Die Kongregation zeigt der Gemeinde nicht länger den Rücken, weil sie es so eilig hat, zum frühest möglichen Zeitpunkt zu entfliehen. Zwischen beiden- den Zelebranten und der Gemeinde gibt es in der Außerordentlichen Form ein wundervolles Gefühl der Frische und des Wunders, das sicher vielen der "mainstream-Kirchen" fehlt, mit ihren trägen und infantilisierten Gemeinden, ihrer furchtbaren Musik und ihren unwürdigen Predigten.

Sind die liturgischen Bücher von 1962 unveränderlich? Sie werden von vielen, die ihnen folgen, so nicht angesehen. Während der letzten Jahrzehnte haben immer mehr Gruppen die Zeremonien der Hl. Woche der Vor-Pius XII-Ära wieder hergestellt. So wie der Novus Ordo euchologische (griechisch-orthdoxe Ostertexte) aus den frühen Sakramentalien wieder entdeckt und sie wieder in Gebrauch gebracht hat, wird auch der Vetus Ordo natürlich etwas Ähnliches tun. Er wird nicht- weil er das nicht kann- statisch bleiben.

Es gibt in der Tat nichts sakrosanktes an 1962; BEnedikt XVI scheint diese spezielle und besondere Ausgabe und Rezensiom des Römischen Ritus hauptsächlich ausgewählt zu haben, weil es das war, was Erzbischof Lefebvre zuvor getan hatte. Ich würde gern nicht eine massive, blockartige und doktrinäre Restauration der Texte oder der Praktiken irgendeines speziellen Jahres der Vergangenheit
wünschen, sondern eine weitergehende sensible, gelassene und kluge Evolution des Alten Ritus.

Ich habe die Heilige Woche bereits erwähnt. Jetzt will ich hinzufügen: die Restauration von mehr Vigilien und Oktavtagen; und (zumindest für Festtage zweiter Ordnung) die Restauration der ersten Vesper.

Ich denke auch. daß wir dem Französischen Ordo der SSPX im Gebrauch der sog. Gallikanischen Präfationen folgen sollten. Und wir könnten uns aus dem Novus Ordo die Erlaubnis entleihen, an vielen normalen Wochentagen entweder an einen Heiligen zu erinnern oder den Festtag zu befolgen.

Sollte ich einen Hauptpunkt herausheben: eher als uns einzugraben und nervös auszurufen "keinen Zentimeter breit" sollten wir den klassischen Römischen Ritus immer glorreicher erglänzen lassen, und durch seine ewige Jugend und ununterdrückbare Männlichkeit und Kraft mehr Leute anziehen (nicht zuletzt die jungen).
Und wir sollten den den kräftigen Hinweis, den unser Hl. Vater uns sicher gibt, aufnehmen: daß "Summorum Pontificum" irreversibel ist.

Quelle: Father J. Hunwicke, liturgicalnotes

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen