Donnerstag, 10. August 2017

M.Tosatti hat "Der Herr der Welt" gelesen.

Auch Marco Tosatti hat seine kurzen Sommerferien mit einem Buch verbracht, das er seinen Lesern auf Stilum Curiae jetzt vorstellt und empfiehlt.
Hier geht´s zum Original:   klicken

                       "DER HERR DER WELT. "
PROPHETISCH: ABER BENSON HATTE EINE SITUATION NICHT VORHERGESEHEN, WIE SIE GERADE JETZT IST."
Liebe Stilum-curianer, ich habe diese wenigen Ruhetage-weit entfernt vom Computer in Gesellschaft eines Buches verbracht, das ich noch nicht gelesen hatte und das viele von ihnen sicher schon kennen: "Der Herr der Welt"  von Robert Hugh Benson.
Ein Werk, das nach Meinung einiger die Inspiration George Orwells für "1984" war.
Wer es noch nicht gelesen hat, sollte meinen bescheidenen Rat annehmen, es zu lesen. 
Es wurde 1907 geschrieben und ist ein "dystopischer" Roman, der eine imaginäre Gesellschaft beschreibt, mit Konturen, die denen der Utopie entgegengesetzt sind: das heißt schlecht.

Geschrieben hat es ein anglikanischer Priester, Sohn des Erzbischofs von Westminster, der später in die Katholische Kirche eingetreten ist. 

Robert Hugh Benson, Foto: wikicommons, gemeinfrei

Es war 1907 und Robert Hugh hatte nicht mehr die Zeit (er starb 1914), das schrecklichste organisierte Abschlachten zu erleben, das (bis dahin) je auf der Erde vorgekommen war.
Die Oktoberrevolution, der Kommunismus, der Nazismus und die leise Diktatur des Politisch Korrekten haben diese Stelle stillschweigend eingenommen oder sich diesen Greueln still an die Seite gestellt. 
Aber wie Sie sehen werden, oder schon gesehen haben, hat er es prophezeit- bis zur Euthanasie.
Aber Benson lebte im viktorianischen England und schrieb in einem historischem Augenblick, in dem der Positivismus, die Wissenschaft und der technische Fortschritt (den er geschickt im Buch ausnutzt,sei es auf positive oder negative Art, Luftverschmutzung eingeschlossen....) der Menschheit auch Dank des Geländeverlustes der "Aberglauben" (sprich Religionen) eine glänzende Zukunft zu verprechen schienen, frei von säkularen Belastungen. Alles Elemente, die seine scharfe prophetische Vision noch interessanter machten.



Wird es wegen der Verfolgung der Kirche gelesen und entscheidet man sich, dem treu zu bleiben, was sie immer gelehrt und weitergegeben hat, - was im Augenblick nicht immer der Fall zu sein scheint -, ist mir ein Satz des US-amerikanischen Kardinals Francis George  in den Sinn gekommen: "Ich erwarte, in meinem Bett zu sterben, mein Nachfolger wird im Gefängnis sterben, und sein Nachfolger wird als Märtyrer auf der Straße sterben. Sein Nachfolger wird die Bruchteile einer zerstörten Gesellschaft aufsammeln und helfen, langsam die Zivilisation aufzubauen, wie die Kirche es oft in der Geschichte der Menschheit getan hat."

Vielleicht haben George und besonders Benson, Menschen makellosen Glaubens, mit der Möglichkeit der Apostasie aus Bequemlichkeit oder Angst gerechnet, aber sicher nicht mit der Apostasie im Inneren, mit der List der Kleriker, die bekräftigen, daß sich nichts ändert und den Samen der Verwirrung aussäen. Vor allem haben sie nicht mit der Möglichkeit gerechnet,  daß eine Kirche anstatt mit offenem Visier den Zeitgeist zu bekämpfen, sich ihm unterwirft und das Martyrium gegen Beifall und Lob austauscht.

Quelle: Stilum Curiae. Marco Tosatti

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