Samstag, 27. April 2019

Über das Alter und den Glauben

Du siehst aber, daß das göttliche Erbe den Bittenden gegeben wird; denke nicht, es sei die Schuld des Vaters, daß er dem jüngeren [seinen Teil] gab: kein Lebensalter ist zu schwach für Gottes Reich, und der Glaube wird mit den Jahren nicht leichter. (Ambrosius)

das schreibt der große Heilige Ambrosius von Mailand, der es immerhin zum Kirchenlehrer gebracht hat, in einem Kommentar zum Gleichnis vom verlorenen Sohn.
Auch das ist so ein Satz, der wahr ist, aber den wir nicht wahr haben wollen, auch und weil es ja in unseren Breitengraden leider so ist, dass spöttische Zungen von einer Ü70 Party reden, wenn sie über den Gottesdienst vor Ort reden.
Klar ist, das wird keiner abstreiten wollen, dass es die Alten sind, die die Gemeinden hierzulande noch am Leben erhalten. Mittlerweile hat es sich angeblich sogar bis in die Ordinariate rumgesprochen, dass demnächst drastische Einbrüche bei der Kirchensteuer zu erwarten sind, da die Leute, die selbstverständlich katholisch sind und das Desaster mit der von der Steuer auf die Rente abgeführten Kirchensteuer so lange so wunderschön verschleiert haben, diese Leute also langsam aber sicher wegsterben. Da nun auch unter Katholens die Demoskopie, Humanae Vita zum Trotz, zugeschlagen hat und auch, allem medizinischen  Fortschritt zum Trotz das ewige Leben hier auf dieser Erde nicht zu haben ist, brechen mangels Nachwuchs und wegen des Trotzdemsterbens der Alten die Kirchensteuereinnahmen demnächst ein, wie es schon lange zu erwarten war. Aber es war so schön mit dem Strom zu schwimmen, dabei sichtbar aktive Gläubige und gläubige Geistliche einzubüßen, aber immer noch und immer mehr in Geld zu schwimmen, wie man an den Statistikern. seit Jahrzehnten sehen kann und vor Ort erst recht.

Ich hatte vor einigen Jahren mal einen Beitrag zu den entsprechenden Statistiken geschrieben, hier 
leider funktionieren die Links nicht mehr richtig, deshalb hier noch mal die entsprechenden Verweise auf die altbekannten Tatsachen.
Hier hätten wir den Link zu den Kirchensteuereinnahmen und ja, es gibt Einbrüche, aber insgesamt steigen die nominellen Kirchensteuereinnahmen stetig an, wobei auffällig ist, dass wir, ab der Einführung der besteuerten Renten, nämlich ab 2005 ein auffälliges Ansteigen der Kirchensteuereinnahmen zu verzeichnen haben, was meine These durchaus stützt.
Hier kann man sich die Kirchensteuereinnahmen ab 1967 zu Gemüte führen, wenn man den möchte und stellt fest, dass die Kohle fließt auch und wenn die Glaubensvollzüge immer egaler werden, wie man auch bei  folgender Statistik sieht. Es handelt sich um  die Anzahl der Katholiken und die Anzahl der Gottesdienstbesucher. Hier klicken,. Die Anzahl der Katholiken schwankt und die Anzahl der Gottesdienstbesucher sinkt seit 1960 stetig und ungebrochen. Allerdings könnte man nun sagen, dass die Realität noch schlimmer ist, stehen die sogenannten "Zählsonntage" doch mittlerweile in den Gottesdienstordnungen, damit die Leute ja kommen, damit es nicht gar zu deutlich wird, wie verheerend die Situation ist. 
Wer will kann hier auf der Seite der DBK weiter alle möglichen Statistiken sich zu Gemüte führen, aber das hilft ja alles nichts, wir müssen ja nur in die Kirche vor Ort gehen um zu sehen was los ist.
Fakt ist leider auch, und hier haben wir das eigentliche Drama, dass man vor lauter Niederschwelligkeit und lauter Versuchen die Leute doch wieder in die Kirche zu  bringen, bei den paar Gelegenheiten wo die Leute noch kommen, man so einen Zirkus veranstaltet, dass man die Kirchenfernen in ihrem Urteil, dass das eh lauter lächerliche, nicht ernstzunehmende Gestalten   dort sind, bestätigt, und die die sich wirklich mit dem Glauben beschäftigen wollen, ebenfalls zu der gleichen Meinung bringt. Wobei der Unterschied nur der ist, dass letztere überzeugt sind, dass das verkehrt ist.
All das hat., wie gesagt, zur Folge, dass nur noch die kommen, die entweder fest davon überzeugt sind, dass hinter all dem ins Lächerliche gezogene eine majestätische Wahrheit steht, die Christus ist, der verspottet wird wie damals  von den Soldaten im Prätorium (man muss sich das richtig überlegen was damals geschehen ist, man legte Christus einen Purpurmantel um, Zeichen königlicher Würde und verhöhnte ihn genau deshalb. Man spürte wohl., wer er war und zog es genau deshalb ins Lächerliche), oder es kommen die die so unempfindlich sind, dass ihnen alles egal ist, oder es kommen die, die wirklich Christus so sehr lieben, dass sie die Umstände nicht wirklich wahrnehmen, oder die, die aus Gewohnheit kommen und so wird es halt immer mehr so, dass  nur noch die Alten kommen, 
Dennoch, um wieder die Kurve zum Anfang zu kriegen,  ist es nicht so, dass der Glaube mit dem Alter leichter wird, wie man annehmen sollte, 
Gut im Alter wird man immer mehr zum Gewohnheitstier, und macht vieles deshalb, weil man es schon immer so gemacht hat, habe ich mir sagen lassen, weswegen es einem je älter man wird, desdo schwerer fällt sich auf Neues einzulassen.
Aber reine Gewohnheit und eingefahrene Routine ist nun mal nicht das was man unter einem lebendigen Glauben versteht
Kardinal Ratzinger berichtet, ich meine in "Salz der Erde" davon, wie sein Pfarrer (also der Pfarrer bei dem er Kaplan war) zusammen mit seinem evangelischen Kollegen (ja, ja auch schon vor dem Konzil haben katholischen  Pfarrer mit den evangelischen Pastoren  geredet und keineswegs sich duelliert) bei einem Gespräch mit Romano Guardini war und ziemlich erschüttert wiederkam, weil der große Theologe genau das gesagt hatte, dass der Glaube mit dem Alter nicht leichter werde.
Dennoch ist und bleibt es das große Drama der aktuellen Zeit, dass man sich aufführt wie Hans im Glück.
Die spannende Frage ist aber für uns : Was tun? und da fällt mir nur ein: sich weiter mit dem Goldklumpen der, der Glaube ist, abschleppen.

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