Freitag, 26. April 2019

Warum Papst em. Benedikt XVI das Klerusblatt für die Veröffentlichung seines Essays wählte.

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Unter dem Titel

        "WARUM BENEDIKT DEN VATICAN UMGING"

kommentiert Pater Raymond de Souza  im "Catholic Herald" die Art, wie der Papa emeritus seinen Essay über die Ursprünge der Mißbrauchkrise veröffentlicht hat.

 Pater de Souza stellt fest, daß nicht nur der Inhalt des Essays von Papst Benedikt XVI wegen seiner Analyse der Ursprünge der sexuellen Mißbrauchskrise Aufmerksamkeit verdient, sondern auch die Art wie er in Folge eines "kompromittierten Zustands der katholischen Medien".veröffentlicht worden ist.
Er zitiert Ross Douthat, der in der NYT geschrieben hat, daß "Teile des Dokumentes aufbauend sind-  weniger aber seine Rezeption" es sei zuerst an konservative Presseorgane weitergegeben worden, deren Nostalgie alsbald wütender Kritik von Franziskus-Parteigängern gegenüber stand."

Und tatsächlich erkläre -laut de Souza- die zunehmende Parteilichkeit in der Katholischen Presse-gemeinsam mit der erschütterten Glaubwürdigkeit der vatican-eigenen Medien warum der Papa emeritus diesen seltsamen Weg der Veröffentlichung gewählt habe.
Der in deutscher Sprache verfaßte Text wurde- so de Souza weiter- einer kleinen, in Bayern erscheinenden Zeitschrift anvertraut, einem für einen Text weltweiten Interesses ziemlich ungewöhnlichen Platz.
Gleichzeitig sei der sehr kompetent ins Englische übersetzte Text in Benedikt-freundlichen Presseorganen zugänglich gemacht worden.

Er sei nicht nur nicht durch die offiziellen Vatican-Kanäle herausgegeben worden, sondern die Vatican-Medien seien sogar von der Veröffentlichung überrascht worden- so De Souza.
Benedikt schreibt, daß er wegen seines Essays Kontakt zu Papst Franziskus aufgenommen hat, aber nicht, ob der seiner Veröffentlichung zugestimmt habe.

Warum- fragt Pater de Souza- haben Benedikt und seine Entourage diesen Weg gewählt?

De Souza beantwortet das so,
1. Daß die Vatican-Kommunikation sich Benedikt -zu dessen Schmerz- gegenüber als unehrlich erwiesen habe. Es sei erst 13 Monate her, daß der Chef der Vatican-Kommunikation Msgr. Dario Viganò  (der hat nichts mit Erzbischof Carlo M. Viganò zu tun) das vaticanische Pressecorps über eine komplett manipulierte Fotokopie eines Benedikt.Briefes in die Irre geführt hat. Viganò habe die Behauptung erfunden, daß Benedikt den theologischen Feinsinn von Papst Franziskus gepriesen habe, was der zuvor verweigert habe.





2. Nachdem diese Lügen aufflogen, trat Viganò zurück und wurde von Papst Franziskus noch am gleichen Tag zu einem hochrangigen Vertreter des Kommunikationsbüros ernannt.
Auch nach diesem Täuschungsmanöver habe die Vatican-Kommunikation schwere Zeiten durchgemacht -
De Souza zählt dann die Neubesetzung des Chefredakteursposten im Osservatore Romano, die Ernennung seines Parteigängers Andrea Tornielli  zum "leitenden Herausgeber" der Vatican-Kommunikationsmittel, gefolgt vom Rücktritt der päpstlichen Pressesprechers Gregory Burke etc. und kürzlich den Rücktritt der gesamten Chefredaktion der Beilage des Osservatore auf.
Jene- so De Souza- die innerhalb der Vatican-Kommunikation arbeiten, haben kein Vertrauen zu ihr, es wäre also  von Benedikt ein bißchen viel verlangt, Vertrauen zu haben.

Er fügt dann noch die rhetorische Frage an, welche Veränderungen und Manipulationen die Abteilung von Msgr. Viganò angesichts der Tatsache, daß Papst Franziskus die Manipultion eines TExtes v des Papa emeritus für ein kleines Vergehen hält, wohl am Text des Papa emeritus vorgenommen hätte, und antwortet selber, daß nur ein törichter Benedikt Viganó & co eine weitere Chance gegeben hätte, ihn zu manipulieren.

Es sei auch weise gewesen- so De Souza weiter- für eine sofortige zuverlässige englische Übersetzung zu sorgen. Wäre das Dokument nur in Deutsch erschienen, wäre die ursprüngliche Reaktion darauf, in einer durch die Kommunikationspräsenz der Deutschen Bischofskonferenz dominierten Umgebung formuliert worden.  Die website der DBK "katholisch.de" kritisierte dann tatsächlich den Essay, aber das weltweite Publikum habe sich nicht auf die deutsche Reaktion verlassen müssen, weil das Dokument in englischer Sprache zur Verfügung stand.

Und De Souza weiter: "der frühere Doktrin-Chef Kardinal Gerhard Müller habe gesagt:"Es ist brutal, wenn im Namen der Bischöfe- und einer von ihnen finanzierten website. derartig obszöne Artikel in Auftrag gegeben werden- um solche Persönlichkeiten wie Benedikt XVI zu denunzieren, wie es nicht einmal die ignorantesten Feinde der Kirche wagen würden, weil sie mehr Respekt und Anstand haben."

Zitat Kardinal Müller
"Unsere Progressisten haben -nachdem sie die Sexualmoral über Bord geworden haben, auch das Gebot, den Nächsten zu lieben, verloren. Es ist der nackte Hass, dem hier eine Plattform gegeben wird. Ich hoffe, daß die Bischöfe ihre Verantwortung übernehmen, um den Kurs dieser Plattform zu ändern oder den Mißbrauch von Kirchensteuern zu beenden."

De Souza weiter:
"Wenn ein deutscher Kardinal so etwas über die deutschen Bischöfe sagt, kann man sicher daraus schließen, daß es töricht wäre, die Universale Kirche durch das Medium des Deutschen Katholizismus anzusprechen. Und Benedikt ist nicht töricht.
Benedikt habe also diesen Weg gewählt, weil es wisse. daß weder die in Rom noch die in Deutschland vertrauenswürdig sind,"

Quelle: Fr. Raymond de Souza, Catholic Herald

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