Donnerstag, 30. Mai 2019

Christi Himmelfahrt ein Versuch zum Verstehen

Ich bete ja ab und an den Rosenkranz und im glorreichen Rosenkranz folgt das Gesätz mit der Himmelfahrt Christi (der in den Himmel aufgefahren ist) auf das Gesätz der Auferstehung von den Toten (der von den Toten auferstanden ist). Nun ist es weiter so, dass diesen beiden Gesätzen der schmerzhafte Rosenkranz vorangeht und immer denke ich, "Wenn ich Christus wäre, wäre ich auch in den Himmel aufgefahren und schon viel früher, nach der schlechten Behandlung die man mir hat angedeihen lassen"

Wir müssen uns das mal, denke ich, wieder vergegenwärtigen, was da eigentlich geschehen ist.



Da kommt Gott selber auf die Erde, um sie wieder richtig zu machen, das ist ja das Wesen in den Worten Gericht und Gerechtigkeit und nur von daher besteht auch überhaupt kein Widerspruch zwischen der Gerechtigkeit und der Barmherzigkeit Gottes.
Weil Gott barmherzig ist, also ein Herz für die Misere (misericordia ist ja das lateinische Wort für Barmherzigkeit und meint genau das, ein Herz haben für die Misere in der einer steckt) hat, deshalb will er die Misere, also das was falsch ist, wieder richtig machen, was man altmodisch mit gerecht machen  ausdrückt.
Soweit die Theorie und dass es oft und oft anders aussieht, dazu kommen wir noch.

Also Gott selber, der die Menschen kennt, kommt als Mensch zu den Menschen und das in einem Volk, das er über die Jahrtausende  geleitet, erzogen und geführt hat und es geschieht das, was immer geschieht, der Mensch hat keine Lust auf die Gerechtigkeit Gottes und tut das, was nicht richtig ist.
Man kann nun die Schrift auch so interpretieren, dass Christus wirklich es auf verschiedene Methoden versucht, sich zuerst an die religiösen Führer wendet, sozusagen den Dienstweg einhält und sich erst dann, als das versagt, an das Volk wendet, also an den eigentliche Souverän, wendet, aber all das nutzt nichts, er endet elendig am Kreuz und das in seltener Einheit von allen relevanten Gruppen, den verschiedenen religiösen Fraktionen (Sadduzäer also Hoher Rat und Pharisäer, also spirituelle Führer), den politischen Führern (Römer und Herodianer) sowie dem Volk. Er stellt also in seinem Tod die lange vermisste Einheit aller relevanten Gruppen im Land her, und das, was ja eigentlich gut ist, ist nichts wie die Katastrophe.
Gott will doch nicht, dass die Leute uneins und zerstritten sind, aber was wir hier erleben, ist die Einheit in der Ablehnung Gottes und nicht die Einheit in Gott und genau deshalb ist es schrecklich, was geschehen ist.
Da  nun Christus Gott ist, ist es schon verwunderlich, dass er sich das alles so gefallen lässt. Es ist da schon viel drüber geschrieben worden, und ja es hat was für sich, dass er sich das gefallen lässt, um wirklich jedem das Heil anzubieten, bis hin zu dem, der zu Recht am Kreuz hängt. Aber nachdem es nur ein  paar Hanseln sind, die wirklich an ihn glauben,  das sind im Moment der Kreuzigung wohl nur noch Maria, vielleicht noch Maria Magdalena,  Johannes, der, der neben ihm am Kreuz hängt und vlt Josef von Arimathäa und der vorher schon verstorbene Ziehvater Joseph, stirbt Christus, gescheitert.
Er steht nun von den Toten auf,  erscheint einigen, festigt die, die im Zweifel gestanden haben und ja dann fährt er in den Himmel auf und das kann man ja auch durchaus verstehen.
Da wo jemandem wirklich übel mitgespielt wurde, da geht man weg, Mit solchen Leuten will man nichts mehr zu tun haben, da versucht man selbst den Gedanken daran zu verdrängen.
Von daher müsste einen das Fest Christ Himmelfahrt doch eher betroffen machen und das ist genau der Tenor des Evangeliums vom letzten Sonntag und auch von der Woche.
Und vielleicht ist es ja das Drama unserer Zeit, dass wir so an die christliche Verkündigung gewöhnt sind, das wir das alles, was da gesagt wird als selbstverständlich, grundlegend und normal voraussetzen, dass es uns gar nicht mehr aufgeht, was da eigentlich geschieht.

Die Grundverkündigung des Evangeliums ist doch: Diese Welt ist schlecht, dem Tode verfallen, aber es besteht dennoch Grund zur Hoffnung. Und dieses dennoch oder trotzdem, das ist es, was wir nicht mehr begreifen, im Gegenteil, wie oft habe ich das Wort von den nachösterlichen Christen, die kein Kreuz mehr brauchen, gehört und dann das tiefe Entsetzen, wenn dann doch das Leben auf dieser Welt sich als endlich herausstellt, oder sich herausstellt, dass es Probleme gibt, die sich eben nicht so nullachtfünfzehn mit einem freundlichen Lächeln lösen lassen.
Klar wenn man sich einbildet, dass nachdem man Christus ans Kreuz genagelt hat, er einem dahingehend belohnt, dass er einem alles gibt, was man für gut erachtet und dazu noch dafür sorgt, dass das, was man selber gerade mal für gut erachtet es auch ist, dann verzweifelt man an den Unzulänglichkeiten des Daseins.
Das schlimme an so einem Gottesbild ist, dass damit Gott zu einem wirklichen  Trottel gemacht wird, der sich abmüht, sich seinen Schatz., also die zu vergebende Gnade, wirklich und wahrhaftig unter Qualen und Mühen am Kreuz verdient hat und nun seine Aufgabe darin besteht, diese Gnade Leuten zu geben, denen der liebe Gott und seine Vorschriften komplett egal sind, die jedoch unter den Unzulänglichkeiten der gefallenen Schöpfung leiden.
Es ist richtig, dass durch das Leiden Christi unsere eigenes Leiden beendet wird, aber ein bisschen dankbar sollte man dafür schon sein.
Ich denke zwar, dass Gott alles kann, aber man tut ja heutzutage so, als habe Gott seinen Sohn aus lauter Borniertheit und  so leiden lassen und wir wären nun diejenigen die ihm, Gott, die Chance geben, es besser zu machen, indem er uns die Erlösung, also das ewige Sein bei ihm dadurch schmackhaft macht, dass er uns auf Erden alles gibt was wir wollen.

By the way ich habe neulich den Satz gelesen von der "Hölle der erfüllten Wünsche" hat was, hat wirklich was, aber zurück zu Christi Himmelfahrt, wie gesagt die Liturgie stellt uns in den Evangeliumstexten die sogenannten Abschiedsreden Christ vor Augen, die allerdings nicht nach der Auferstehung gehalten wurden, sondern vor der Passion und naja, es ist, wie ja immer bei Johannes vielschichtig.
Aber auch das will ich nicht ausfalten.
Fakt ist auf jeden Fall, dass das Weggehen Christi ab der Passion beginnt und sein Sein bei den Jüngern zwischen Ostern und Himmelfahrt eine andere Qualität hat, als vorher. Er ist nach Ostern da und doch nicht da, er erscheint und ist wieder weg, er setzt Gesten und erteilt kurze, fast kryptische Anweisungen, er erklärt nichts und doch freuen sich die Apostel, als er zum Himmel auffährt und bleiben zusammen, bis der Heilige Geist sie in alle Welt schickt.

Wie gesagt, Christus hat allen Grund dieser Welt und ihren Bewohnern für immer den Rücken zu kehren, das zu tun, was er schon mal androht, nämlich alle in ihren Sünden sterben zu lassen (Joh8,24) aber es bleibt, dass er uns genau nicht alleine lässt, dass er den Heiligen Geist gesendet hat, der aber nicht, wie der Irrtum betreffs Gott schon immer lautet, das Paradies hier auf der Erde wieder herstellen hilft, sondern uns den Weg zum Vater zeigt, und der Vater ist nicht auf dieser Erde, unsere Heimat ist nicht hier zu finden und dort, wo wir Heimat finden werden, wo wir sein können, wo wir richtig sind, dort ist Christus und bereitet alles für uns vor.

Deshalb lasst uns einfach beten und glauben und hoffen und lieben, zuerst Gott, dann uns selbst, dann unsere Nächsten und dann auch die die uns hassen und verfolgen.


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