Montag, 27. Mai 2019

Was ist der Grund des Priester/ Berufungsmangels?

Marco Tosatti veröffentlicht heute bei Stilum Curiae den Brief eines römischen Priesters, in dem der die Ursachen für die Krise der Berufungen am Beispiel der Diözese Rom erklärt, die eben nicht im priesterlichen Zölibat zu suchen ist. Was regelmäßig bei der Zölibatsdebatte auch vergessen wird, ist, daß auf die verheirateten Priester auch geschiedene Priester -mit allen Konsequenzen- folgen.
Hier geht´s zum Original: klicken

"VERHEIRATETE PRIESTER SCHAUEN AUF AMAZONIEN UND HOFFEN. EIN RÖMISCHER PRIESTER: DIE KIRCHE PROVOZIERT DIE KRISE DER BERUFUNGEN."
Liebe Stilumcurialisten, ein römischer Priester hat eine Notiz gelesen, die vom "Messagero" über ein Treffen in Rom von der Organisation verheirateter Priester veröffentlicht wurde. Die sehen in der kommenden Amazonas-Synode und den wahrscheinlichen Start "ad experimentum" der Weihe von  "viri probati", um an den Orten, wo wegen der Entfernungen nur ein oder zweimal im Jahr anwesend ist. die Sakramente zu spenden, eine einzigartige Möglichkeit, ihre Forderung erneut zu präsentieren. Dieser römische Priester hat uns seine Beobachtungen "aus dem Inneren" zugeschickt, die wir gern mit Ihnen teilen. Gute Lektüre. 

Als ich diesen Artikel las, der die Kirche betrifft, ist mir bewußt geworden, daß in aller Stille im Vatican ein "Gipfeltreffen" verheirateter Priester vorbereitet wird, also aller jener Priester, die keine Priester mehr sind, weil sie ihr Gelübde vom Tage ihrer Weihe gebrochen haben" und unkeusch und ehebrecherisch gehandelt haben als sie noch Priester waren. was in der Folge zu der Frage führte, ob die von ihnen zelebrierten Messen wirklich heilig waren oder vielleicht profan.

Der Zweck dieses Gipfeltreffens ist offensichtlich, die Abschaffung des Zölibats für die Priester aufzuheben. weil das eines der Hauptthemen bei der Amazonas-Synode im Oktober sein wird.

Ich will jetzt nicht in die Debatte darüber eintreten, ob es richtig ist oder nicht, den Zölibat für die Priester abzuschaffen.; ich würde lieber über die Instrumentalisierung und die Halbwahrheiten sprechen, mit denen seit Jahren versucht wird, uns glauben zu lassen, daß wir fast verpflichtet sind, den Zölibat abzuschaffen um die 100.000 Priester und Mönche und Nonnen (wenn ich die Zahlen im Artikel richtig verstanden habe) oder lieber anfangen sollten, wegen des Mangels an Berufungen auch Frauen zu weihen.

Und hier verbirgt sich eine große Täuschung. Diese Täuschung ist, daß es präzise Gründe für den Mangel an Berufungen gibt, über den niemand spricht und der absolut nichts mit dem Glauben der Jungen oder Männer zu tun, die den Weg gehen wollen, um Priester zu werden, weil sie den Ruf des Herrn gehört haben.

Der Mangel an Berufungen ist vor allem ein westliches Phänomen, weil es dagegen in Asien und Afrika einen Berufungsboom gibt- wie ich von den Leitern einiger Mönchsorden gehört habe. (Und wer weiß besser als sie, woher die Jungen kommen, die darum bitten, eintreten zu dürfen?)

Aber die wahre Täuschung liegt darin, nicht zu sagen, daß der Mangel an Berufungen- besonders im Westen-die natürliche Konsequenz der Politik der Kirche ist. Ich sage nicht, daß diese Krise der Berufungen gewollt und gesucht wurde, weil es wirklich teuflisch wäre, wenn das gewollt wäre....
Aber man kann nicht leugnen, daß der Hauptgrund die Politik war, die die Auswahl bei den Zulassungen begleitet hat. Zuerst haben sie die Krise ausgelöst und nachdem sie sie kreiert hatten, sagen sie, daß es eine Berufungskrise gibt. Offensichtlich! Ihr habt sie ausgelöst! Das ist als ob jemand am Tage auf dem Markt nicht bezahlt und nachts den Kühlschrank aufmacht und dann klagt, weil er leer ist. Offensichtlich.  Man hat heute die Rechnung nicht bezahlt!





Einige der Hauptmotive für diesen großen Berufungsmangel im Westen sind auch die Motive, die ich jetzt aufliste und über die ich ein wenig sprechen werde, weil man diese Dinge nur erkennt, wenn man tief in gewisse Mechanismen eindringt:

1. Um in ein Seminar oder zur Ausbildung in einen religiösen Orden einzutreten, dient eine Sache, die sie "Präsentation" nennen. In Wirklichkeit wäre der passendere Ausdruck "Empfehlung"; Sie haben richtig verstanden, wenn man nicht von einem Priester oder einer Person, die zählt,  empfohlen / präsentiert wird, lassen sie dich nicht zu. Wenn du die Berufung hast und in eine Diözese oder einen Orden gehst, um zu sagen, daß du Priester werden willst, ist die erste Sache, die sie von dir wissen wollen, "wer präsentiert dich?" "wer empfiehlt dich?"
Und wenn du niemanden hast, der bereits in der Kirche ist, der dich empfiehlt, SCHICKEN SIE DICH NACH HAUSE. Anstatt dich zu beurteilen und dir eine Möglichkeit zu geben (ich habe in Rom eine solche Abnahme an Berufungen gesehen, wo Personen nach Hause geschickte wurden, ohne daß jemand auch nur 5 Minuten mit ihnen gesprochen hätte, weil sie keine Empfehlung /Präsentation hatten) Aber sprich wenigstens mit uns, oder?

2. ist man 33 oder 34 Jahre alt, wird man nicht mehr angenommen. Sie sagen dir, daß du zu alt bist.
Vielleicht sollten diese Personen sich daran erinnern, daß "alle größten Heiligen ihre Berufung erst im
Erwachsenenalter bekamen; der Hl. Franziskus von Assisi, der Hl. Augustinus, San Damiano. der Hl. Petrus; und man muß sich daran erinnern, daß dagegen alle Pädophilen, die jetzt Skandale provozieren und jene, die ihr Gelübde gebrochen haben, besonders solche sind, die sehr jung ins Seminar oder in die Ausbildung eingetreten sind. In Rom habe ich junge Menschen von 33 Jahren gesehen, die nach Hause geschickt wurden, weil sie deren Meinung nach zu alt waren.

3. Man muß wohlhabend sein, das haben Sie richtig verstanden, wenn du arm bist, nehme sie dich nur sehr schwer an. Sie wollen deine Familie persönlich kennen lernen, und sie muß in der Lage sein, allein die ganze Seminarzeit oder Formung zu bezahlen. Sie verbieten dir, zu arbeiten oder dir das Geld zu beschaffen, um das Studium zu bezahlen, also muß deine Familie alles das bezahlen, und wenn die Familie arm ist und offensichtlich das alles nicht bezahlen kann, wirst du weggeschickt. Und das gilt auch für die religiösen Orden. Sie verbieten dir zu arbeiten und bezahlen dir nichts ein Studium bezahlen sie dir erst nach 3 bis 4 Jahren, aber die ersten 3-4 Jahre muß deine Familie bezahlen. Also muß deine Familie wohlhabend sein, sonst bist du draußen.

4. Sie täuschen außer dir und deiner Familie schauen sie ( durch die Polizei, ohne auch nur um deine Zustimmung zu bitten) ob du Schulden hast, oder ein säumiger Bezahler bist, oder ob es Beschuldigungen oder frühere Beschwerden gibt, vielleicht auch nur, weil du als Kind vor 20 Jahren mit dem Nachbarn gestritten hast. Sie zählen auch, wieviele Haare du auf dem Kopf hast, ob du einen Bruder oder Vater hast, mit Vorstrafen, lassen sie dich nur schwer zu und auch wenn herauskommt, daß du Schulden hast, lassen sie dich nicht zu (aber welche Schuld hat ein Jugendlicher, wenn ein Familienmitglied in der Vergangenheit fehlgegangen ist?) Wenn sie auch nur den leisesten Verdacht haben, daß du arm bist und die Kirche vielleicht als Zufluchtsort um zu essen benutzen könntest, schicken sie dich sofort weg ( weil das vor 30 oder 40 Jahren in der Kirche passiert ist; Scharen von Afrikanern und Verzweifelten traten in die Kirche ein, um ihr Leben vor dem Hunger zu retten, aber ein Italiener kommt nicht aus Afrika. Aber sie benutzen das gleiche Maß)

5. mit all den Skandalen, die es in der Kirche gegeben hat, bei all den Familien, die ihre Söhne in die Seminare schickten, die sexuell mißbraucht werden ist offensichtlich daß die Familien  ihre Söhne nicht mehr dem Seminar anvertrauen.

Offensichtlich gelingt es von 100 berufenen Jugendlichen nur 5-10, diese Auswahl zu überstehen. Der Mangel an Berufungen ist die Konsequenz der Politik, die die Kirche im Westen seit Jahren betreibt.

Heute ist die wirkliche Frage: wäre es besser das Alter für Berufungen heraufzusetzen- vielleicht von 30 auf 40 bis 45- und die Empfehlungen und Präsentationen wegzulassen, die nutzlos sind, weil man nur für eine Person garantieren kann, wenn man 24 Stunden am Tag zusammen lebt und in einigen Fällen gab es schlimme Überraschungen, selbst wenn man 20 Jahre 24 Stunden am Tag zusammenlebte. Oder ist es besser, die 100.000 verheirateten Priester und Ordensleute, die bereits den Eid an die Kirche und an Gott verraten und nicht gehalten haben, zur Kirche zurückzuholen?

Wer einmal einen Gelübde an Gott bricht, wird höchstwahrscheinlich auch ein zweites Gelübde brechen.

Aber der eigentliche Punkt sind die sehr schlechten Informationen, die sie verbreiten, um die Menschen glauben zu machen, daß die einzige Lösung, um aus dieser (herbeigeführten) Krise herauszukommen, die Abschaffung des Zölibats ist. Es gibt noch viel mehr zu überarbeiten, bevor das Zölibat abgeschafft wird.

Quelle: Stilum Curiae, M.Tosatti

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