Montag, 13. April 2020

Auch kirchliche rhetorische Floskeln werden Opfer der Coronavirus-Pandemie

Aldo Maria Valli  hat für die Rubrik "La trave et la pagliuzza" (Der Stecken und der Stab) von
radioromalibera  die Lehren aufgezählt und analysiert, die wir aus der aktuellen Corona-Pandemie und ihren Folgen ziehen können. Hier geht´s zum Original: klicken

"SO ZERSCHLÄGT DIE REALITÄT DEN SLOGAN DER "KIRCHE IM AUFBRUCH" 

"Liebe Freunde von Duc in altum, ich präsentiere  Ihnen hier meinen Beitrag für die Rubrik "La trave e la pagliuzza" von Radio Roma Libera.
                                                                 ***
Ein Freund hat mich neulich erkennen lassen, daß die aktuelle durch die Pandemie geprägte Lage innerhalb weniger Wochen eine lange Reihe von Slogans der herrschenden Mentalität und der sog. "Kirche im Aufbruch" (die den Menschen so sehr gefällt), die sie so obsessiv wiederholen, gekippt hat. 

Ich habe mich von dieser Beobachtung inspirieren lassen und einige Punkte herausgesucht, die ich Ihrer Aufmerksamkeit empfehlen möchte.

1. MAUERN UND BRÜCKEN
Fangen wir mit dem Slogan "Mauern und Brücken" an. Gut, die Pandemie hat uns gezeigt, daß es nicht wahr ist, daß Mauern immer abgerissen und an ihrer Stelle Brücken gebaut werden müssen. Um sich vor irgendwelchen Ansteckungen zu schützen, sind Mauern nützlich während Brücken sich als gefährlich herausstellen können. Es ist  nicht klug Mauern durch Brücken zu ersetzen. Es ist weise, sie ausgewogen zu nutzen.

2. MUTTER NATUR
Mit der Corona-Virus-Pandemie hat Mutter Natur schnell denen geantwortet (leider auch in der Hl. Römischen Kirche) die auf der Grundlage eines oberflächlichen Ökologismus sie in eine Rolle einer immer wohlmeinenden Gottheit, die es mit den Menschen immer gut meint.
Wie wir gut wissen, kann die Natur Mutter sein, aber auch Stiefmutter, uns gegenüber weder gut noch wohlwollend. Die Natur soll respektiert und geschützt werden, aber eine Gottheit aus ihr zu machen, ist ein infantiler Fehler, der fatale folgen haben kann.

3. ANDERS ALS IN EUROPA!
Wie oft haben wir wiederholen gehört, daß die Welt heute, um den Problemen wirkungsvoll zu begegnen, starke supranationale Organisationen braucht. Leider haben auch die höchsten Ebenen der Kirchenhierarchie dieses Mantra wiederholt. Was sieht man, wenn man dieses Mantra überprüft?  Angesichts einer sehr schwierigen Situation glänzen die internationalen Organisationen durch Abwesenheit und produzieren nur leere Worte, während es die Nationalstaaten sind, die -wenn auch verspätet und fehlerhaft- die Wichtigkeit der eigenen Souveränität wiederentdecken und die Ärmel hochkrempeln. Das gilt vor allem für Europa, unfähig zu irgendeiner Form der Koordination und der Hilfe.





4. CHRISTLICHE WURZELN
Die Europäische Union wollte aus ideologischen Gründen die christlichen Wurzeln des Kontinents nicht anerkennen,  was sehen wir also jetzt im Augenblick der Not? Die Union ist ineffizient und nutzlos, plappert Worte ohne Sinn, während die Nationen, um einer gefährlichen Situation zu begegnen alle Mittel ins Spiel bringen, die in Verbindung zu den christlichen Wurzeln stehen: Solidarität, Altruismus, Opfergeist, Achtung der Menschenwürde.

5. DER NEUE HUMANISMUS
Von mehreren Seiten (und ich sage das ungern, auch von der Kirche) hören wir immer öfter sagen, daß wir einen "neuen Humanismus" brauchen, eine zweideutige Formulierung, die präzisiert werden muß. In der allgemeinen Mentalität gibt es den Gedanken, daß der Mensch sich Dank seiner Autonomie selber erlösen kann, ohne auf einen religiösen Glauben zurückgreifen zu müssen oder - höchstens einen Gott zuzulassen, der von oben zuschaut- aber kein Fleisch annimmt.
Jetzt  aber, angesichts der Gefahr, was sehen wir? Daß das Gebet wiederentdeckt wird., die Beziehung zu Gott Vater, und an ihn wendet man sich, nicht an irgendein abstraktes Konzept.
Es ist Gott, der rettet, und unsere Verwurzelung in ihm und in seine Gebote. Wenn der Mensch vorgibt alles von sich aus zu können, zerstört er sich selbst. Diese letzte Lektion gilt für alle, wie Benedikt XVI sagte, als er vorschlug das Gegenteil vom Axiom der Aufklärer zu leben: nicht als ob es Gott nicht gäbe - etsi Deus non daretur-, sondern -veluti si Deus daretur- als ob es Gott gäbe.

6. JA ZUM PROSELYTISMUS
Wie oft haben wir den amtierenden Papst Nein zum Proselytismus sagen hören. Dennoch zeigt die Wirklichkeit, daß der Mensch, wenn er glaubt alles von sich aus machen zu können, geht er der Katastrophe entgegen, das bedeutet, daß Proselytismus nicht nur möglich ist, sondern seitens der Gläubigen sogar nötig. Weil man ein großes Geschenk bekommt, es weitergeben will.

7. TECHNOLOGIE HILFT; O.K.!
Auch in Folge der  Amazonas-Synode haben wir in jüngster Zeit eine Wiederbelebung des antitechnologischen Denkens erlebt, die durch eine nachteilige Idiosynkrasie gegenüber menschlichen Eingriffen in die natürliche Welt gekennzeichnet sind, als ob (um zu dem zurückzukehren, was vor einiger Zeit gesagt wurde) Erlösung immer darin liegt,  Mutter Natur  walten zu lassen. In Wirklichkeit zeigt uns das aktuelle Geschehen, daß wir uns ohne Technologie nicht verteidigen können. Natürlich muss die Technologie beherrscht werden, aber das Vorgeben, sie  beseitigen oder stark reduzieren zu können, macht uns nicht stärker: Sie macht uns verletzlicher und wehrloser.

8. GOTT LÄSST SICH NICHT VERSPOTTEN! GOTTES BARMHERZIGKEIT SOLLTE NICHT VERKAUFT WERDEN
Gott ist barmherzig! Das hören wir jeden tag wiederholen und es ist sicher wahr. Aber Gott, wenn er auch barmherzig ist, läßt sich -wie ein echter Vater- nicht von seinen Söhnen an der Nase herumführen. Gott läßt sich nicht verspotten! Gott Vater kann nicht getäuscht werden. Die Worte des Hl. Paulus erinnert uns daran, daß die göttliche Barmherzigkeit zu verscherbeln, ohne auf der Notwendigkeit des Bekennens der Sünden und der Umkehr zu bestehen,  eine schwere Sünde gegen den Hl. Geist ist. Es gibt keine Verpflichtung Gottes zur Barmherzigkeit und es gibt für den Menschen kein Anrecht auf Vergebung.

9. WAS MACHEN WIR MIT LUTHER?
Dieser letzte Punkt betrifft unsere Mutter, die Jungfrau Maria und einen bestimmten, wenn auch oberflächlichen Ökumenismus. Auf Grund dieses Ökumenismus schien es so, als ob wir etwas vom Luthertum übernehmen müßten, bis dahin daß der Papst im Vatican eine Audienz in Anwesenheit einer Statue des häretischen und schismatischen Luthers abhielt. Aber was tut- im Augenblick der Not - ein katholisches Volk? Schaut es vielleicht auf Luther?  Oder beschränkt es seine marianische Verehrung, um die Protestanten nicht zu verletzen? Nein, das katholische Volk betet den Hl. Rosenkranz und bittet um die Fürbitte Mariens! Und das tut es, weil es in ihr nicht einfach nur eine Frau und Jüngerin sieht, sondern die Königin.

Das - liebe Freunde - sind einige Lektionen, die wir in diesen, von der Pandemie gezeichneten Tagen lernen. Ich könnte noch andere hinzufügen, aber diese sollen reichen. Es sind alles Lektionen, die den Slogan der sogenannten "Kirche im Aufbruch" , einer durch eine Rhetorik von Brücken, Ökologismus, Globalismus, Barmherzigkeit, ideologischem Ökumenismus und des Verliebtseins in einen neuen Humanismus freimaurerischer Prägung völlig zerschlagen.

FROHE OSTERN FÜR ALLE! "

Aldo Maria Valli 

Quelle: radioromalibera, La trave e la pagliuzza, A.M. Valli 

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