Montag, 13. April 2020

Merkwürdiges aus bischöflichem Mund

Eigentlich hatte ich mir vorgenommen, zu der ganze Coronageschichte nichts zu schreiben, und auch unsere Bischöfe nicht übermäßig wahrzunehmen-
Letzteres ganz einfach deshalb, weil es eigentlich theologisch so ist, dass der jeweilige Bischof in seiner Diözese der Nachfolger der Apostel ist, und man deshalb als Gläubiger auf den eigenen Bischof hören sollte, und nicht auf den Nachbarbischof.
Das ist übrigens der konservative Einwand gegen diese ganze Synoder- und Bischofskonferenzerei.
Theologisch gilt einfach, der Bischof ist Nachfolger der Apostel. Jeder Bischof ist für sein Bistum zuständig und das in Verbindung mit dem Papst, dessen Rolle und Amt nicht die Rolle und das Amt des jeweiligen Ortsbischofs obsolet machen kann.


Kein Bischof ist für die Schäfelein des Nachbarbischofs zuständig, so die Theorie.
Der meinige zeichnet sich zwar so sehr durch Schweigen und Abwesenheit aus, dass ich mich bisweilen frage, ob er überhaupt noch da ist, aber irgendwie ist das ja auch nicht verkehrt, ist doch  in den fast 2000 Jahren Christentum, das wir auf dem Buckel haben, alles gesagt und wie gesagt, man kann ja heutzutage sich locker flockig ganze Bibliotheken der Kirchenväter bzw die Schriften der vergangenen Päpste im Netz finden, bzw für wenige Geld käuflich erwerben z.B das hier  oder auch die Schriften der Mystiker 

Nach dieser lange Vorrede muss ich mich dennoch zur Aussage  des derzeitigen Vorsitzenden der deutschen Bischofskonfernz äußern, bezeichnet der doch die derzeitige Lagek in der viele von Sorgen ob der Zukunft geplagt sind, als "Glücksfall der Geschichte" weil er, so wörtlich noch nie soviel Freundlichkeit und Humor erlebt habe.
Sorry mal,  gleichzeitig gibt er in seiner Predigt zu, dass es durchaus auf lange und belastende Jahre hinauslaufen kann und ich frage mich, wie es kommt dass der Bischof von Limburg ganz begeistert ist von den vielen, vielen Kontakten mit Unbekannten, die doch soweit hier aus dem Bußgeldkatalog des Landes Hessen ersichtlich verboten sind. Läuft er etwa ganz alleine nach dem Vorbild Harun al Raschids durch die Gegend?
Ich meine ich fände es schon gut, wenn die Bischöfe zu Fuß und mit dem ÖPNV unterwegs wären, stets bereit, die Leute mal nicht handverlesen und vorher gebrieft zu sprechen, kann mir das aber so wie er es erzählt und in der derzeitigen Lage  einfach nicht vorstellen.

Was mich seit Jahren einfach nervt ist dieses immer Schönreden der Krisen,  Klar gilt die alte Kölner Weisheit "es is wie es is, es kütt wie es kütt un es het noch immer jud jejange" für nicht Rheinländer "es ist wie es ist, es kommt, wie es kommt und es ist bislang noch immer gut gegangen!" und ja der Christ weiß mit Bergengrün, dass oft und oft sich das "Ende als strahlender Beginn" gezeigt hat.
Aber es ist auch so, dass all das geschehen ist, weil da ein Gott war und ist, der auf das Schreien seiner Leute gehört hat, der es ist, der ihr Klagen in Tanzen verwandelt hat.

Anstatt die Leute aufzufordern, ihre Not vor Gott zu bringen, hintertreiben unsere Bischöfe seit Jahren genau das, indem sie den Leuten beibringen, dass ihre Nöte genau keine sind, weil Umbruch im Aufbruch, Krise als Chance und das neuste: Existenzgefährdung wegen Lockdown als Glücksfall der Geschichte!
Ich empfinde das als Zynismus, dass der Herr Bischof davon ausgeht, dass es allen anderen so gut geht wie ihm, der er selber immer den Kaviar auf seine Brötchen bekommt und der Chauffeur den  neuesten Dienstwagen schon zuverlässig aus der Garage fahren wird, das ist schon klar!
Was waren das noch für selige Zeiten als die Kleriker maximal einmal im Jahr predigten! möchte man ausrufen

Kommentare:

  1. Ja, Bischof Bätzing läuft in Soutane zu Fuß alleine durch das ansonsten momentan fast menschenleere Limburg hoch zum Dom und lässt sich gerne (mit der zur Zeit gebotenen Distanz) ansprechen und gibt auch Antwort. So geschehen am vergangenen Gründonnerstag, 9.4.2020 um die Mittagszeit.

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    1. Na das ist doch sehr löblich, dann hoffe ich, dass der Herr Bischof das auch weiter macht und es nicht bei der einmaligen Aktion um die Mittagszeit bleibt!

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  2. In seiner Position wird er halt zu allem und jedem gefragt. Er wird noch lernen müssen, nicht jede Frage zu beantworten.

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