Sonntag, 1. November 2020

Neues aus dem vorauseilenden Gehorsam, oder mit Frieren gegen ein Grippevirus

 Ich komme gerade aus dem Gottesdienst und bin ernsthaft geladen!

Die neuesten Vorschriften wurden verkündet, Maske in der Bank, dazu noch  Abstand und dazu noch  strengstes Singeverbot, superstreng, noch nicht mal ein einziges Amen darf man singen, geschweige denn ein Gloria oder auch  nur ein Kyrie.

Nun gut da wo ich in die Messe zu gehen pflege, haben sie einen exzellenten Kantor, dem zuzuhören ein wahrer Genuss ist, aber dennoch.

Ich meine, altmodisch wie ich bin, geht mir zwar diese participatio  actuosa, schon länger gewaltig auf den Keks, und ich frage mich erstaunt wo all die Leute abgeblieben sind, für die das kein richtiger Gottesdienst ist, wenn nicht irgendein Laie, vorwiegend weiblicher Natur, durch den Kirchenraum rennt und alles zumindestens permanent singt.

Ich meine gerade der gemeinsame Gesang wurde von den Apologeten der participatio  actuosa, also faktisch von allen, die sich als katholisch verstehen, als das was unbedingt zu leisten ist, uns jahrzehntelang um die Ohren gehauen und so hieß es: das muss einfach sein, es kann nicht anders sein, und schließlich sei so ein Gottesdienst ja kein Konzert und es ginge einfach nicht an, dass das Volk da einfach in der Bank sitzt, bzw kniet und sich versenkt und vielleicht dem Kirchenschlaf fröhnt, ohne den man überhaupt nicht zur Ruhe kommt, wie ein alter Witz es sagt.

Nun gut, besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen, und wer es nicht glaubt der lese von Gertrud von LeFort "Die Abberufung der Jungfrau von Barby

und um auch hier wieder den Bogen zu spannen,. eigentlich ist  die nun zwangsweise  stille Messe, bzw wo nur der Kantor bzw die Schola singt so richtig schlicht und christuszentriert, also das was alle Reformer, inklusive der Macher des 2. Vatikanums, eigentlich schon immer wollten, wenn sie gegen Protz und Prunk gewettert haben.

Nur und das ist meine Meinung, haben die zwar alle insoweit  Recht, dass der Protz und der Prunk nicht das Eigentliche ist, aber und das ist mein altes Bild, es soll all der Protz und all der Prunk, all das Gesinge, und Georgele und Gepfeife den Menschen eben dahin bringen wo die Seele gottfähig wird, also um mit Martin Mosebach's Häresie der Formlosigkeit  zu sprechen, den Menschen bis zur Wand bringen und von der anderen Seite der Wand kommt dann Christus.

Nun und das lässt sich nicht leugnen, ist es so, dass man dann eben versucht ist, sich in dem Raum vor der Wand gemütlich einzurichten und gar nicht mehr dahin  will, wo man all das kulturelle hinter sich lassen muss.

Dennoch kommt Kultur von Kult und beides hängt zusammen, und um schon wieder wen anderes zu zitieren, ist es die Schönheit die die Welt retten wird, nicht die Hässlichkeit.

Aber wie gesagt, das kann man alles stehen lassen, aber nun kommt es:

Die Erzdiözese Freiburg hat verfügt, dass in allen Kirchen nur noch die Frostwächter laufen sollen, d.h im Klartext die Thermostate werden auf 10°C gestellt und als ob man sich da noch nicht den Allerwertesten abfrieren und dadurch, dass man bei der Kälte eine dreiviertel Stunde stillzusitzen  hat und noch nicht mal die Mundmuskel bewegen darf, so friert, dass dadurch  sozusagen das Scheunentor für Erkältungskrankheiten  jeglicher Art sperrangelweit geöffnet wird, nein es wird noch eins draufgesetzt, sozusagen die Krone auf die ganze Friererei:

Eine halbe Stunde vor Gottesdienstbeginn muss die Heizung komplett auf "Null" gestellt werden und dazu die Fenster geöffnet werden, damit es noch kälter wird, und es schön durchzieht!

Ich meine  so im Hochsommer mag es nett sein, die Abendkühle in die Kirche zu lassen, aber in dieser  Jahreszeit wo  draussen typisches Novemberwetter ist, da erschließt sich mir der Sinn dieser Maßnahme nicht so ganz.

Gut die meisten Kirchen habe lausige Lüftungsmöglichkeiten, was ich aber heute in der Messe als sehr angenehm empfand, aber gerade wenn man etwas empfindlicher an den Atemwegen  ist, ist Zugluft doch das Schlimmste was einem passieren kann.

Wie gesagt warum lüftet man nicht gründlich, solange keiner da ist, schaltet dann die Heizung ein, oder auch nicht und wenn die Leute wieder fort sind, könnte man wieder lüften, aber doch nicht um eine Erkrankung mit dem Coromagrippevirus zu verhindern dafür sorgen, dass die Bedingungen geschaffen werden, die den Nährboden für dicke, fette Erkältungen darstellen, weil man vielleicht auf dem Weg zum Gottesdienst durch den Regen laufen musste, und nun in feuchten Klamotten, in der feuchten und kalten Zugluft sitzt.

Um es kurz zu machen, von der Kirche, und gerade von der Kirche erwartet man doch etwas mehr Schutz, der besonders gefährdeten, alten Leute, als sie in kalten, zugigen Kirchen sitzen zu lassen. 

Aber auch das müssen wir wohl so hinnehmen wie es ist, und mit Decke und einem zweiten Paar warme Socken in die Kirche kommen, auch und wenn derzeit die Toiletten in den Sakristeien für den Plebs geschlossen sind, so muss man eben die Socken in der Kirchenbank wechseln, sollte es aus Gründen der Erkältungsprophylakse nötig sein.

Um nun dem zweiten Teil der Überschrift gerecht zu werden, wenden wir unseren Blick weg von der Kirche vor Ort, hin nach Rom:

Und unser aller Spontifex hat diesmal beschlossen gar nicht so spontan zu sein, sondern vorrauschauend und unspontan und bereits jetzt alle Weihnachtsfeierlichkeiten im Petersdom abgesagt!

Was mich an der Sache ernsthaft  irritiert ist, dass wir noch ein bisschen Zeit bis Weihnachten haben und wenn Regierungen nun schon bereits sicher zu wissen meinen, was an Fassenacht 2021 so los sein wird, und von daher nicht los zu sein hat, so ist das deren Problem.

Aber ein Papst der nicht zum Gebet aufruft, dass wir Weihnachten wieder feiern können, wie wir Weihnachten feiern sollten. Ein Papst der nicht dazu aufruft die stillen Tage des Novembers dem Nachdenken über Leben, Tod und Vergänglichkeit zu nutzen und da bereits das anzufangen was wir dann im Advent fortsetzen sollen, nämlich zu fasten, zu beten, und innere Einkehr zu halten mit dem Ziel dem Herrn der da an Weihnachten kommt, den Weg zu bereiten, sondern der jetzt schon weiß, dass Weihnachten dieses Jahr ausfällt, so ein Papst ist schon eine schwere Last für diejenigen die in diesen wirren Zeiten am Glauben festhalten wollen.

Beten wir!

Weil, unter diesen Vorrausetzungen bekommt die bange Frage Jesus ob denn noch jemand wachen wird, wenn er wieder kommt, eine ganz neue, bedrückende Aktualität. Das Kirchenjahr ist nämlich nicht einfach eine willkürliche Aneinanderreihung von kirchlichen Gedenktagen, sondern an den Gedenktagen ist man näher an dem entsprechenden Ereignis, als sonst


1 Kommentar:

  1. Der Winter hat noch lange nicht angefangen. Doch wenn er da ist, werden auch unsere Ordinariate erkennen müssen, daß man nicht nur an Corona sterben kann.

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