Sonntag, 5. Februar 2012

Grüß Gott


sagt man in Bayern, wenn man einen anderen Menschen begrüßt. Eine schöne Geste, die, wie so vieles in der Zeit der Moderne zu verschwinden droht. Die allgemeinen Begrüßungsformeln „Hallo“ oder „Tschüß“ sind auch in Bayern angekommen und lösen die alten Grußformeln ab.
 Leider, dachte sich wohl die  Schuldirektorin der Passauer St. Nikola-Schule und erklärte ihre Schule deshalb zur „Hallo- und „Tschüßfreien Zone“. Die norddeutschen Grußformeln findet sie unhöflich und besteht auf der Anwendung von „Grüß Gott“ und „Auf Wiedersehen“. Sie will mit der Anwendung der „alten“ Grußformeln mehr Respekt im Umgang miteinander, insbesondere mit Autoritäten erreichen. Das klingt gut, das bayerische Kultusministerium ist einverstanden und die Proteste in Bayern sind bisher ausgeblieben. Das könnte aber daran liegen, dass die Grünen in Passau weit weg sind und noch nichts davon gehört haben. Nachdem die Aktion der Schuldirektorin erst seit heute durch die Medien bekannt wurde, kann sie darauf warten, bis die ersten Proteste bei ihr eingehen.
Hoffentlich kontert die Direktorin richtig und fordert statt „Auf Wiedersehen“ das bayerische Pfiadi, was übersetzt soviel heißt wie „Behüt Dich Gott“, auf schwäbisch Adé, auf französisch Adieu, auf italienisch Adio....
Denn: was kann man einem Menschen zum Abschied schöneres wünschen?

7 Kommentare:

  1. Ich hab mal ein paar mal statt Hallo oder Hi Grüß Gott gesagt. es war witzig zu sehen, wie irritiert die Leute dann hier in Bln sind.

    Sollte ich mir wieder angewöhnen.

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  2. Tschüss ist aber aus einet Verballhornung von a dieu entstanden- das ging über a-dschüs zur jetzigen Form.

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  3. Ich sag in Berlin immer schon Grüß Gott (weil ich einfach nicht anders kann) und hab eigentlich selten irritierte Reaktionen, manche Anrufer freuen sich sogar besonders und wir haben dann gleich ein nettes Gespräch. Die seltsamste Reaktion, an die ich mich erinnern kann war, beim Betreten eines Fahrstuhls auf den Gruß hin die Antwort des Handwerkers: "So hoch wollt ick heut nich mehr!" Wegen des Orts war das aber nicht ohne Situationskomik.

    Das Schöne an Grüß Gott ist, daß man es auch sagen kann, wenn man geht, darüber hinaus zu jeder beliebigen Tages- und Nachtzeit.

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  4. Das heißt dann wohl in Norddeutschland A-Tschö.... würde ja eher passen ...
    Aber ich werde das demnächst auch mal ausprobieren in Berlin. Kann ja gut sein, dass die sich dort schon dran gewöhnt haben ... schließlich sind ja die Schwaben dort die zweitgrößte "Einwanderergruppe" und im Ländle sagt man ja auch "Grüß Gott". In Hessen kann ich damit gar nicht ankommen ... , da sagt man "Guten Tag" und "Auf Wiedersehen" oder eben "Tschüss"..

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  5. Es hieß zuerst tatsächlich Atschö- ( kann man in alen Mundartstücken noch hören) und endete im Tschüss. Aber das nur nebenbei.
    Die Witzchen über das Grüß Gott waren ja eine zeitlang obligatorisch für jeden zweitklassigen Kabarettisten, und andere professionelle oder habituelle Spaßvögel: da hieß es dann auf das Grüß Gott: " ja, wenn ich ihn treffe " etc was manch Schenkelklopfen nach sich zog.

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  6. Nachdem es in der SZ schon an die 100 Kommentare zum Thema gibt - die sich natürlich in erster Linie auf Gott in der Grußformel beziehen und überwiegend von außerbayerischen "Oberlehrern" verfasst wurden, bin ich der Meinung, wir sollten eine Aktion "Grüß Gott" für Deutschland starten.

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  7. ja, sollten wir- allerdings werden wir dann von den o.g. ubiquitären Oberlehrern sogleich als -aber das wissen wir ja längst selbst-moderesistente Kettenhunde S.H. enttarnt und eingetütet. Dazu aber sagen wir stolz: so what?

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