Mittwoch, 1. Februar 2012

Irland .....


Mein Traum von der Grünen Insel begann im Jahr 1974, als ich mit Bölls „Irischem Tagebuch“ einen ersten literarischen Blick in diesen Land am Rande Europas werfen durfte.
Es dauerte nicht lange und ich war fasziniert vom Rebellenblut der Iren, die sich in einem langen Zeitraum ihrer Geschichte gegen Eindringlinge von außen wehren mussten.
Besonders die Besatzung durch die Engländer dauerte über 500 Jahre und brachte das Land zum Ausbluten.

Anhand des Kleeblattes
erklärte St. Patrick den Iren
die heilige Dreifaltigkeit
©Zoney@wikimedia commons
Mit den ersten Missionaren aus dem Süden Europas kam das Christentum nach Irland, das die keltische Spiritualität nach und nach „integrierte“. Der heilige St. Patrick predigte dem irischen Volk auf dem „Croagh Patrick“, dem höchsten Berg des Landes.
Am Beispiel eines Kleeblattes, dem „Shamrock“ erklärte er die Dreieinigkeit.
Die Iren bauten Klöster und Kirchen und schickten ihre Missionare nach Kontinentaleuropa, um auch dort die frohe Botschaft unseres Herrn zu verkünden.
Der tiefe Glaube brachte das Land zum blühen, dessen Kultur bis nach Europa wirkte.
Unter Heinrich VIII wurde Irland der englischen Krone unterstellt und direkt von England aus regiert. Natürlich wollte der englische König den Iren seine Religion überstülpen. Sie blieben fest im katholischen Glauben, was zu einem jahrhundertelangen blutigen Freiheitskampf führen sollte. Die katholischen Iren erduldeten die Demütigung und Unterdrückung durch die Engländer, hielten Hungersnöten stand und wagten immer wieder Aufstände gegen die verhassten Invasoren, getragen von ihrem Glauben und unterstützt von ihrer Kirche. So wundert es nicht, dass die Iren nach der Erlangung der Unabhängigkeit  ihrer Kirche einen Sonderstatus einräumten. Glaube und Kirche blieben in Volk und Land verwurzelt. 



St Patricks Cathedral of Dublin
St.Patricks Cathedral in Dublin
By SElephant at zh.wikipedia [GFDL (www.gnu.org/copyleft/fdl.html) 
or CC-BY-SA-3.0 (www.creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/)], 
from Wikimedia Commons
Als ich 1974 erstmals irischen Boden betrat war ich überrascht vom tiefen und starken Glaubensleben der Iren, das ebenso zu ihrem Alltag gehörte wie essen und  trinken. Selbstverständlich wurde vor jedem Essen gebetet. Wer an einer Kirche vorbeiging, bekreuzigte sich und wehe, man versuchte an einem Freitag im Restaurant Fleisch zu bestellen. Und das nicht nur im irischen Hinterland, sondern auch in den großen Städten wie Dublin oder Cork. Nonnen und Priester gehörten zum Straßenbild und wurden mit Respekt behandelt. Und selbstverständlich ging man sonntags zur heiligen Messe. 


Ich war fasziniert, besonders, wenn man bedenkt, dass in Deutschland bzw. Kontinental-Europa die 68er die ersten „Früchte“ ihrer Rebellion ernten konnten.

Saintkevinscross
St. Kevin's Cross
auf dem Friedhof von Glendalough
By Susann Eurich (Own work)
[CC-BY-SA-3.0
(www.creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)],
via Wikimedia Commons
Irland feiert seinen Nationalfeiertag am 17. März, dem Tag des heiligen St. Patrick.
Das Shamrock, das irische Symbol für die Dreifaltigkeit, ist Bestandteil vieler Firmenlogos.
Wie kann es sein, dass dieses Volk, das sich über die Jahrhunderte so vehement gegen die Eroberung von außen gewehrt hat, sich von einer sozialistischen Regierung seine Identität und seine Kultur nehmen lässt?
Wie kann es sein, dass das Volk es zulässt, dass die Kirche, die über Jahrhunderte dem Volk beistand, von einer sozialistischen Regierung ausgeschaltet und marginalisiert wird. Was hat die einst rebellischen Iren, die es sogar wagten, gegen den EU-Vertrag zu stimmen, zum Stillhalten gebracht?
Gibt es wirklich keine katholische konservative Stimme mehr im Land? Oder werden die dort genauso totgeschwiegen, wie es seit einiger Zeit ja auch im Rest Europas der Fall ist? Müssen die Iren so lange schweigen, bis sie auf EU-Linie gebracht sind?
Heiliger Patrick, heiliger Kevin und heilige Brigid kümmert euch um „Euer Volk“ und bittet für sie.  Ich wünsche den Iren, dass sie nicht die Erfahrungen der Spanier machen müssen. 

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