Freitag, 17. Februar 2012

Nachdenkliches zum Fall Wulff

Jetzt ist er also zurückgetreten, der Böse!
Ich muss ehrlich sagen, es erschließt sich mir immer noch nicht, was er eigentlich so Verwerfliches getan hat, aber darum geht es im Folgenden nicht.
Ich finde es erschreckend, dass die Medienhatz immer ihr Ziel erreicht.
Wir leben in Zeiten wo Streben nach Heiligkeit und Tugendhaftigkeit fast Schimpfwörter sind, in Zeiten wo schon Grundschulkinder lernen, anerkannte Heilige und große Staatsmänner zu demontieren, so nach dem Motto
"Wenn wo alles in Ordnung erscheint, so ist das ein sicheres Zeichen, dass sich dahinter Abgründe an Lüsternheit und Gier verbergen".
Ja, verflixt nochmal, wenn das so ist, wenn im Sommer Eis angepriesen wird als "Wollust", "Neid " kurz die 7 Todsünden, wenn es in der Werbung heißt, dass Geiz geil sei, wenn klassische Sünden plötzlich unter den Schutz des Staates fallen, ja warum fordern wir dann  makellose Politiker??

Christus sagt "Alles was du von anderen forderst das tu selber!"
Ich erwarte, dass ab sofort alle Journalisten auf ihre Privilegien verzichten und wenn sie z.B ein Konzert besuchen genauso wie alle anderen sich in die Schlange stellen und eine Eintrittskarte kaufen.
Ich erwarte, dass sie, wenn sie wo eingeladen sind, ihre Rechnung gefälligst selber bezahlen.

Ich kann mir nicht helfen, seit Monaten geistert mir das Wort von den Stalinistischen Schauprozessen im Hinterkopf herum.
Armes Deutschland!

P.S. ich habe versucht mit gutem Beispiel voranzugehen und beim Besuch, den ich heute nachmittag bei einer alten Dame gemacht habe, meinen Kaffee und mein Teilchen selber mitgebracht.
Jetzt ist sie sauer, aber für das politisch korrekte Verhalten muss man Opfer bringen.
Es könnte ja sein, dass aus mir mal was wird, und dann heißt es, ich hätte damals im Jahre des Herrn 2012 einen Vorteil angenommen.

Kommentare:

  1. Liebe Ester, Du sprichst bzw. schreibst mir aus dem Herzen. Allerdings werden unsere Journalisten, die nicht weniger als Heilige in den politischen Ämtern verlangen- insbesondere, wenn die nicht zum rotgrünen Wirkungskreis gehören, wohl kaum auf ihre geldwerten Privilegien verzichten-mit der Begründung, daß sie ja kein Staatsamt innehätten.
    Daß die Annahme von Vorteilen und Präsenten aller Art eine korrumpierende Wirkung auf sie hat, die als ( unkontrollierte) 4. Gewalt im Staate sich so langsam daran machen , eine Mediokratie zu errichten, ist sicher unbestreitbar. So mancher Teilnehmer der Jagdgesellschaft, der so langsam pharisäerhafte Züge annimmt, sitzt aber selbst im Glashaus.
    Im Übrigen ist die Schnüffelkampagne in dem Augenblick aus den Fugen geraten, als begonnen wurde, in einer Art Sippenhaft Familie ( Bobbycar für den kleinen Sohn- Skandaaaal! - daß ich nicht lache!) und Freunde und ihr Privatleben und ihre Vermögensverhältnisse ins Visier zu nehmen.
    Mit dem Kaffee und dem Kuchen, liebe Ester, hast Du ganz richtig gehandelt. Man weiß ja nie!

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  2. Hoffentlich hast Du Dir auch einen eigenen Stuhl mitgebracht! Man weiß ja nie!

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  3. Nein, Christian Wulff hätte dieses Amt nie annehmen dürfen. Die Aufgabe von Journalisten ist es nun mal investigativ zu recherchieren. Ihr eigenes moralisches Verhalten spielt dabei keine Rolle, denn es ist hier nicht gefragt. Wichtig ist, und das erwarte ich auch von ihnen, dass sie gute Arbeit leisten. Genauso kann ich Rezepte empfehlen ohne selbst gut kochen zu können. So what? Bei Bundespräsidenten sieht das anders aus. Sie haben eben ihre Macht oder Ohnmacht wesentlich aus ihrer moralischen Größe, und da hätte Christian Wulff von vornherein wissen müssen, dass ihm diese Schuhgröße nicht passt. Er hat sich selbst auf das Boulevardniveau begeben, jetzt hat er halt die Quittung dafür. Und er hinterläßt den schalen Geschmack, dass man sich, wenn mal einmal eine bestimmte Postition erreicht hat, hier und da mit gutem Gewissen bedienen kann. Dass ist für mich der größte Schaden den er angerichtet hat.

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    1. Tja, da bleibt nur "Meister Proper" oder Clementine for President.
      Im übrigen lieber Nepomuck gilt halt immer "wer von euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein" oder wie Mutter Theresa (wo zumindest ich mich noch an "Stern" Artikel erinnere, die auch sie 'runtergemacht' haben) wie also diese Heilige sagt "Es wäre um einiges besser in der Welt bestellt, wenn ein jeder vor seiner eigene Tür kehren würde.
      Ich finde mittlerweile müsste jeder begreifen, das die ach so konservative Bibel mit ihren Sündenregistern, im Gegensatz zu den Medien mit dem Perfektheitsanspruch, irgendwie doch menschlich und angenehm ist.
      Ich kapiere langsam warum die alten Perfecti, das langsame Verhungern als Erlösung betrachteten.
      Es bleibt einem ja echt nix anders übrig, wenn man einen gewissen Grad der Wichtigkeit, erreicht hat.
      Außer man ist blind, taub, lahm und ein Eunuch.

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    2. daß Christian Wulff kein idealer Kandidat für das hohe Amt war- ist auch meine Meinung.
      Aber das wußten alle auch schon vorher- ebenso wie die Presse ( hier besonders Bild und Spiegel- welch seltsame Allianz)die,als die Wahl zum Bundespräsidenten anstand, alle wesentlichen Vorwürfe aus der Niedersachsenzeit schon kannte und geschwiegen hat. Jetzt fanden sie es -warum auch immer-opportun ihr Wissen zu nutzen und als das nicht gleich so funktionierte , wie erhofft, wurde wieder ( wir erinnern uns nur ungern an die neid- und mißgunstgesteuerte Hatz gegen z.Guttenberg) eine ungezügelte Hetzjagd begonnen, die am Ende den Rahmen des Zulässigen sprengte ( wo die Medien anfingen unbeteiligte Familie und Bekannte zu bespitzeln und in die Öffentlichkeit zu zerren und denen allerlei Unzulässiges zu unterstellen- in Kollektivhaftung)- schon deshalb mußte er jetzt zurücktreten.
      Man wird sehen, was die staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen bringen.
      Daß nun nur noch ein Heiliger oder Perfekter Präsident werden kann, ist klar. Woher aber soll der kommen?
      In den Reihen der Politiker gibt es den mit Sicherheit nicht. Viel Spaß beim Suchen.
      Und es darf doch gefragt werden, ob moralisch schwer fragwürdige Zeitgenossen- wie das Gros unserer Lohnschreiber-als moralische Richtinstanz geeignet sind. Habituelle Lügner wollen über einen Lügner zu Gericht aitzen.Kommt mir irgendwie falsch vor.

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    3. Nein, nein Nepomuk, das ist aber dann doch ziemlich spießig und kleinkariert, von anderen Dinge zu fordern, die man selbst nicht bereit ist zu tun. Auch Journalisten müssen Integrität und glaubwürdig leben. Schließlich verkaufen sie ein Produkt, das einen gewissen Wahrheitsgehalt voraussetzt.
      Wie kann denn ein Journalist glaubwürdig über ein Produkt schreiben, wenn er vorher vom Hersteller mal zu einem schönen Ort geflogen wurde, in einem Luxushotel übernachten durfte, dass Produkt dann noch ausgiebig testen konnte?
      Denn auch dadurch geht Glaubwürdigkeit verloren. Und eine Zeitung, der man nichts glauben kann, ist doch eigentlich überflüssig.
      Es ist ohnehin erstaunlich, dass es immer noch 2,7 Mio. Bildleser gibt, oder 900.000 Spiegel-Leser oder 299.000 SZ-Leser. Das Geld, das man für solche Blätter ausgibt, sollte man besser spenden, denn Information liefern diese Blätter ja nun wirklich nicht mehr.

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  4. Ich finde es erschreckend, dass die Medienhatz immer ihr Ziel erreicht.

    Dann müsste es eigentlich Ihr Bestreben sein, die Schweiz abzuschaffen, oder deren Staatssystem grundlegend zu verändern. In der Schweiz gibt es nämlich keinerlei parlamentarische Opposition. Alle in den Nationalrat gewählten Parteien sind in der Regierung vertreten, so dass es dort im Parlament keinerlei Opposition geben kann.
    Diese Aufagbe übernimmt bei den Eidgenossen alleine die Presse. Und so weit ich das überblicken kann, etwa die letzten fünfzig Jahre, machen die das sehr gut. Oder ist Ihnen da etwas gegenteiliges bekannt?
    Auch in Deutschland stellt die Presse einen Teil der Oppostition dar. (zum Grundverständnis: Oppsosition im demokratischen Sin ist immer auch Machtkontrolle; erinnern Sie sich an die erste Veränderung der Gesetze zum Schwangerschaftsabbruch? Die Regierungskoalition hat eine Fristenregelung eingeführt, die von der Oppsotion verhindert wurde wurde. Das sollte Ihnen doch gefallen habe.) Oft genug ist es doch so, dass die Politiker in Regierung und Oppsition sich einig sind, etwas durchzudrücken, was das Volk nicht will. Denken Sie nur an die verschiedenen Versuche die Bezüge von Abgeordneten masslos zu steigern. Das wurde von einem Sturm der Entrüstung in der Presse verhindert. Genau so gibts in den Medien selbst Oppsition. Auch wenn hier immer von den "linken Mainstreammedien" geschrieben wird; das ist Bullshit. Vergleichen Sie einmal die Junge Freiheit und die taz. Oder die FAZ und die FR. Oder den SPIEGEL und den FOCUS, oder, oder oder...

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    1. Bezeichnend, dass Sie so tief in die Mottenkiste greifen mussten und ein Beispiel aus den 70ern bringen mussten. Zu dieser Zeit habe ich meine Ausbildung in einem Zeitungsverlag gemacht und das oberste Gebot war "Objektive Berichterstattung!" oder "Bericht und Kommentar! müssen getrennt sein". Sowas finden Sie heute nur noch selten. Da gibt jeder Bericht die Meinung des Autors wieder.
      Hinzu kommt, dass in den 70ern und 80ern es auch noch Anstand innerhalb der Medien gab. Oder könnten Sie sich vorstellen, dass der Alkoholismus von Willy Brandt und seine Vorliebe für schöne Frauen, mit denen er nicht nur Händchen hielt, heute derart diskret behandelt würde?
      Opposition der Medien gibt es in Deutschland schon lange nicht mehr. Jedenfalls fällt mir keine namhafte deutsche Zeitung ein, die nicht im Links-Grünen Mainstream (wozu inzwischen auch die CDU gehört) mitschwimmt. Da fehlen die Angriffspunkte.
      Und was die Schweiz angeht: Auch hier haben Sie ein eher schlechtes Beispiel gebracht. Während es in der Schweiz tatsächlich eine mediale Vielfalt von eher "linken", "liberalen" oder "rechten" Zeitungen und Zeitschriften gibt, wird das in Deutschland von den den Markt beherrschenden linken Blättern mit Macht verhindert. Startet nur mal einer den Versuch ein eher konservatives Blättchen zu etablieren, wird er direkt niedergemacht und bekommt signalisiert: "Du darfst nicht mitspielen".
      Diese Methoden haben mit Opposition gar nichts zu tun. Sie erinnern eher an dunkle Zeiten, wo Nachrichten über Ministerien für Propaganda und Agitation verbreitet und Kampagnen gegen unliebsame gefahren wurden. Dass sich die deutschen Medien freiwillig auf diese Stufe begeben haben, ist doch eher erschreckend.
      Lesen Sie mal einen Spiegel aus den 60ern oder 70ern (steht alles Online) und vergleichen Sie es mit dem, was und vor allem wie heute geschrieben und recherchiert wird. Erschreckend!

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  5. Ich weiß nicht so recht, was hier spießig und kleinkariert sein soll. Gerade "spießig" und "kleinkariert" finde ich als Vorwurf völlig unpassend, mit "unchristlich" oder "doppelmoralisch" könnte ich ja noch leben. Christian Wulff ist ja nicht gescheitert, weil sich unmoralische Moralwächter über ihn hergemacht haben, sondern weil er selbst Wasser gepredigt und Wein getrunken hat. Er hat an andere hohe Maßstäbe angelegt, die er selber ja nicht nur nicht erfüllen konnte, sondern wohl auch gar nicht wollte. Und das wurde halt nun mal aufgedeckt. Natürlich war das häufig berechnend, aber Christian Wulff hat auch nicht den Schneid gehabt, die Dinge von sich aus umfassend aufzuklären. Ich verstehe das Rumgehacke auf den sog. "Medien" nicht. Über viele Jahre war ich selber beruflich für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit zuständig und habe die "Medien" meist als faire Partner erlebt. Ich glaube, dass sich da mancher ein gutes Feindbild schafft. Das gilt übrigens auch für so manchen Bischof. Von meiner Seite aus wars das zu dem Thema. Allen ein schönes und entspanntes Wochenende!

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    1. Liebe(r) F.M.
      Ich persönlich behaupte es ist total egal, wen ich wähle und auch egal, was ich so an Zeitungen oder Zeitschriften lesen, ist überall derselbe Mist.
      Und genau das empfinde ich als sehr bedenklich.
      Man tobt sich auf vorher ausgemachten Spielwiesen aus und wechselt die Meinung wie's Hemd.
      Heute für'n technischen Fortschritt, morgen dagegen.
      Vorgestern für den Ausbau der Schiene, gegen das böse Auto, gestern dagegen und heute wieder dafür.
      Das alles in einer glänzenden Verpackung "es geht uns doch gut auf dem Weg nach unten!" und wundervoll wider die Natur.
      Der Satz: "Schatz ich bin schwanger!" führt nicht dazu sich zu freuen, sondern zu denken "Nein, das darf doch nicht wahr sein, Hilfe, ich will nicht!"
      Unter all diesen Hintergründen, kommt mir zumindest, die Absägerei von Leuten wie Wulff und Guttenberg und Mixa so vor wie ein heidnisches Sündenbockritual, das dem normalen Bürger suggeriert "Ach was funktioniert se prächtig unsere Demokratie".
      Ich versteh schon, das die meisten das anders sehen.
      Ach ja und den Schneid zu Fehlern zu stehen, der ist nicht pc.
      Es darf aber jeder mal gerne im Alltag probieren.
      Lustige Reaktionen gibt es dann.
      All die netten Zeitgenossen sind nach dem Satz "Ich bin die Schuld!" aus tiefer innerer Überzeugung vorgebracht, immer sehr bemüht einem zu überzeugen, das man das verkehrt sieht.
      Das ist schon witzig.
      Mich erinnert die aktuelle Situation an eine Mischung aus "brave new world" und 1984.

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  6. Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.

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