Mittwoch, 8. Februar 2012

Neues vom Ländle, oder die rot-grüne Bildungspolitik

Eigentlich war und bin ich mir völlig unschlüssig, wo ich das Folgende hinschreiben soll.
Eigentlich, wenn es nicht wahr wäre, würde es sehr gut unter Satire passen.
Nun, vor einigen Wochen kam meine Tochter mit der Meldung:
"Mama es gibt keine Grundschulempfehlung mehr, Jeder kann nach der 4ten dahin gehen, wo er will......"
Zur Info die Grundschulempfehlung ist ein Zettel, wo vermerkt wird, für welche Schulform (Gymi, Realschule oder Hauptschule -die ja neuerdings Werkrealschule heißt und erst mit der 10ten fertig ist). Sind Eltern mit der Empfehlung nicht einverstanden, und wollen das Klein Erna trotz 4 in Mathe aufs Gymi geht, dann muss Klein Erna einen Test machen.
Ich sagte zu meiner Tochter, dass sie da wohl was verkehrt verstanden hätte, das könne ja nicht sein....
Allerdings musste ich heute feststellen, daß es doch so ist.

Die Schule bestätigt lediglich, dass das Kind die 4te Klasse erfolgreich beendet hat und mit diesem Zettel melden die Eltern ihr Kind bei der weiterführenden Schule an, die noch nicht mal das Recht hat, das Zeugnis zu sehen.
Die Lehrer müssen lediglich ergebnisoffen (woher kenn ich das nur grübel, denk) beraten.
Wobei der Gesetzgeber in diesem Fall nix davon sagt, dass die Eltern an diesem Beratungsgespräch teilgenommen haben müssen.
Wer's nicht glaubt hier guggen.
http://www.kultusportal-bw.de/servlet/PB/menu/1238622/index.html?ROOT=1146607

Lustig und fast widersinnig ist die Begründung mit der Stärkung der Elternrechte.
Weil wir doch beständig erleben, wie Staat und Politik die Eltern überflüssig machen (wollen).
Ich erinnere nur an die staatlichen Förderung der Kinderkrippen.
Will heißen: einerseits sollen die Eltern die Erziehung doch gefälligst den Fachleuten überlassen (ich warte eh noch auf die wissenschaftlichen Studie, die nachweist, daß Heimkinder es sooooooo gut, auf jeden Fall besser als Kinder die bei Vater und Mutter aufwachsen,  haben)
Und dann sollen selbige Eltern, die die Kinder nur noch am Wochenende und da auch nicht immer zu Gesicht kriegen (übernachtet das mitteleuropäischen Patchworkkind doch meist bei der 3ten Frau des 2ten Mannes der Stiefmutter der Schwester, oder bei Freunden).
Also die sollen entscheiden, ob Klein Erna bzw Klein Achmed, trotz der 4 in Mathe das Gymi schafft.


10 Kommentare:

  1. Passt doch!
    Das ist die Grüne Investition in die Bildungspolitik = Neudeutsch für Verblödungsstrategie à la Mao.
    Erst wenn alle wissen, dass Berlin in der Mitte Europas liegt und Bonn am Rand, sind alle - auch die Gymnasiasten - so klug wie Claudia Roth und das Ziel ist erreicht.

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  2. Das ist auch deswegen nötig, damit die so Verblödeten künftig zuverlässig und unkritisch grün wählen. Besonders absurd allerdings mutet es an, daß ausgerechnet in BW, dessen Schulsystem so effizient ist und gute Ergebnisse zeitigt, von der Grünen Gleichmachertruppe und den sie stützenden roten, anscheinend willenlosen SPD-Marionetten nivelliert werden soll. Hatten bei diesen Plänen vielleicht die berühmten Juchtenkäfer ein Mitspracherecht?

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  3. In Bremen werden die Gymnasialplätze verlost. Wer keinen bekommt, kommt auf die Oberschule. Immerhin dürfen Eltern mittlerweile entschweiden, wo sie ihr Kind anmelden. Wenn man da wg Überfüllung nicht sllen Kindern einen Platz geben kann, wird gelost und wer bei der Schulplatzlotterie verliert, wird da zugeteilt wo das Schulamt es für gut hält.
    Und das ganze notenunabhängig.

    Man ist an die Grundschule gebunden, in deren Bezirk man wohnt, alles andere braucht eine Ausnahmegenehmigung.
    Due Grudnschulen sollen sich ein Profil geben. Wer damit nicht zurechtkommt (wir guckten uns bei der Schulvorstellung an und fragten uns, was der Unsinn (Computer-Unterricht ab der ersten klasse, Hund im Unterricht etc soll), darf das zwar finden, aber deswegen noch lange nicht die Schule wechseln. Das ginge nicht, sonst wären ja an den unbeliebteren Schulen gar keine Schüler mehr, war die offizielle Antwort.

    Ausserdem aaben unsere Kinder nach Unterichtsschluss nioch Betreuung mit Anwesenheitspflicht. Als ich fragte, warum, ich sei zu Hause und mein kidn sei auch zu hause wirklich willkommen hiess es, da müsse ich auch mal an die Alleinerziehenden denken, deren Kinder müssten ja auch bleiben weil sie arbeiten müssten, die Kinderm, deren Eltern Zeit haben, gehen zu lassen ginge ja nicht, das sei Ungleichbehandlung. Ich nenne es Bevormundung.

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  4. ja Cassandra das ist die perfide Taktik seit Jahren.
    Vor 25 Jahren war es nämlich noch durchaus die Regel das die Mütter bis das Kind in die weiterführende Schule kam, hauptsächlich zu Hause waren.
    Dann fing aber an die von der Lebensrechtsbewegung lange prognostizierte demoskopischen Katastrophe, sich trotz Ivan und Ali nicht mehr verheimlichen zu lassen.
    Will heißen es gab einfach immer weniger Kinder und die Arbeitsplätze von Erzieherinnen und Lehrern waren in Gefahr.
    Dann fing das an der Spruch "die Mütter müssen ja arbeiten und wir sind so gut und helfen..." oder es wurde aus der Geschichte das Sandra, weil Sport ausfiel und die Mutter nicht zuhause war, und Klein Sandra eine halbe Stunde vorm Haus stand, bis sie zu ihrer Freundin ging, eine ergreifende Geschichte über Schlüsselkinder und es wurde auch jedes Kind das ohne Frühstück aus dem Haus ging in die Kategorie "vernachlässigt" gesteckt.
    So wimmelte es plötzlich vor vernachlässigten Schlüsselkinder mit armen Kriegerwitwen die arbeiten mussten. (und das wo der Krieg schon lange aus war).
    Auf jeden Fall wurde unter Berufung auf die obigen Geschichten, verlässliche Grundschule und Ganztagsschule eingeführt.
    langer Rede kurzer Sinn aus all dem euphorischen "Wir erziehen die Kinder und fördern sie gaaaaaanz gaaaaaaaanz toll" ist ein resigniertes "Die sind alle so unerzogen geworden" aber die Idee, das ein Kind zu seiner Mutter gehört, das gilt getreu der 68'er Erkenntnis das die bürgerlichen Kleinfamilie die Ursache allen Übles ist immer noch als die Lösung die nicht gewählt werden darf, und wenn wegen der Weigerung alles in Scherben fällt.

    Davon abgesehen halte ich all diese Ganztagesbeschulerei einfach für eine, wegen der oben erwähnten demoskopischen Katastrophe, ABM Maßnahme für sonst arbeitslos werdende, beamtete Lehrer und _innen.

    Nur wäre es doch gescheiter die Klassen kleiner zu machen, aber wie schon erwähnt einfach Lösungen, die wollen wir ja nicht.

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  5. man darf natürlich auch nicht vergessen, daß von familienfeindlichen Politikern, die aus der Geschichte der diversen braunen und roten Diktaturen gelernt haben, daß man seine Untertanen am besten schon im Kindesalter manipuliert,die Hoheit über die Kinderbetten proklamiert.
    Aus dieser Proklamation ist ein mehr oder weniger gut getarntes Konzept für eine öffentliche Erziehung geworden, die alle medizinisch-biologischen Erkenntnisse über die Bedürfnisse kleiner Kinder in den Wind schlägt.
    Man kann eine Zwangsbetreuung durch den Staat nur als Übergriff bezeichnen. Das gilt vielleicht so nicht für Länder wie F und GB, die eine lange Tradition der Gantagsschule haben.
    Die Unterordnung der kindlichen Bedürfnisse unter die angeblichen des Arbeitsmarktes ist kein gutes Aushängeschild für eine Demokratie.

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    1. "Man kann eine Zwangsbetreuung durch den Staat nur als Übergriff bezeichnen. Das gilt vielleicht so nicht für Länder wie F und GB, die eine lange Tradition der Gantagsschule haben."

      Soweit ich weiss gibt es weder in Frankreich noch in Grossbritannien eine Schulbesuchspflicht. Also ist das nicht ganz so zwangsweise.

      Auf der Schule in Frankreich, die ich selber kenne wg Schüleraustausch, endet der Unterricht um 15 Uhr und fängt um 9 Uhr an. Das sind also auch nur 6 Stunden, ein Teil davon eine so ausführliche MIttagspause, dass wir zu meinen Gasteltern gehemn und dort mittagessen konnten.
      Bei Licht betrachtet ist die Unterrichtszeit nicht länger als das, was mein Grosser (7 Jahre) jetzt in der 2. Klasse hat: von 8 bis 13 Uhr, ab der dritten Klasse dann auch noch nachmittags Unterricht.

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  6. "Dann fing das an der Spruch "die Mütter müssen ja arbeiten und wir sind so gut und helfen..." "

    Es heisst heute "die jungen Frauen wollen doch arbeiten". Von Müssen ist da nur noch wenig die Rede.

    Das Elterngeld wird als grosses Geschenk verkauft, dass Eltern ein echtes, ganzes Jahr Zeit geben soll. Und danach: ab in die Krippe.
    Ich habe jetzt 3 Söhne (7, 4 und 2) und meine, so was wie eine halbwegs fundierte Meinung haben zu können. Kinder mit einem Jahr sind nicht weit genug, um den ganzen Tag nicht bei ihren Eltern zu sein. Der erste Geburtstag ist mit die Zeit gewesen, in der die Lütten am stärksten auf mich fixiert waren.

    Wir haben uns nicht um einen Krippenplatz gekloppt. Nicht nur wegen des Kleinen, sondern auch wegen der beiden Grossen, denen tut Mama-Zeit auch sehr gut. Und mein Mann findet es auch nicht sooo schlimm, das wir nicht wg zwei Vollzeit-Jobs nur noch aneinander vorbeirennen.

    Wir haben huete noch mal drüber geredet: kein Kindergarten vor dem dritten Geburtstag. Und dann auch nur vormittags.

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  7. Wenn ich dran denke wie mein Großer geheult hat, als er mit 3 in den Kindergarten sollte, dann kann ich nur sagen selbst mit 3 sind sie noch nicht richtig "reif".
    Das ganz schlimme ist, das man ja förmlich sieht wie es den Kindern nicht gut geht.
    Ich behaupte ja immer das Kinder viel aushalten, wenn es nicht anders geht. Da wirkt auch m.E. die Gande Gottes, die dafür sorgt das das Kind das eben , weil es ein Waisenkind ist, von klein auf herumgschubst wird aus diesem Kreuz was großartiges machen kann.
    Auch hat die Führungsschicht egal ob es römische Patrizier, mittelalterliche Fürsten oder englische Lords waren, sich selten um die eigenen Kinder selber gekümmert.
    Aber all die genannten haben sich das was kosten lassen, so ein Pädagogus Sklave war richtig teuer und ein englisches Internat für die Oberschicht auch.
    Nur bei uns soll das flächendeckend und billig geschehen.
    Ich finde es eine Zumutung Kinder den ganzen Tag in der Schule zu lassen, immer in großen Gruppen, immer im Radau und immer möglichst große Einheiten, (also 100erte von Schülern mit ein paar einsamen und verlorenen Lehrern und vielen Hilfskräften)
    Im übrigen Cassandra, Glückwunsch zur "Bande".

    Ich sage immer, wenn mir wer damit kommt das die Mütter ja arbeiten wollen.
    "Komisch ist nur, das bei Tarifverhandlungen, wenn es darum geht, den Müttern noch ein paar Stunden Arbeit, die die ja so nötig zur Selbstverwirklichung brauchen, zu geben, dann wollen se nicht und brummen was von Maloche und Streß!"

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    1. das kommt wahrscheinlich auf das Kind an. Meine hatten nie Probleme mit dem "Loslassen", wahrscheinlich weil sie als kleine Kinder immer die Sicherheit hatten, dass ich da bin.
      Nicht gegen einen Halbtagskindergarten- mal ein bisschen woanders die Bude auseinandernehmen :-)

      "Da muss er durch", "das hat uns auch nicht geschadet" etc habe ich schon oft gehört, zusammen mit dem Vorwruf, mal mehr, mal weniger offen, dass ich die Kinder zu stark auf mich präge. Das fing beim Stillen an und endete bisher bei der Hausaufgabenhilfe. Begründung: ich müsse lernen, loszulassen und das die Kinder ja auch ohne mich zurechtkommen müssen. Sicher, wer noch gestillt wird wenn er Abi macht, sollte drüber nachdenken, ob da nicht was falsch läuft, aber warum muss der mensch so früh lernen, dass er alleine ist und menschliche Bindung austauschbar sein muss?
      Ich traue ihnen zu, dass sie alleine zurechtkommen im Leben- es gibt Tage, da sehe ich den Grossen kaum weil er so viel unterwegs ist. Er kann loslassen weil er ein festes Fundament hat. Er weiss, dass wir hier sind. Verlässlich, sicher und einfach nur da.

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  8. genauso haben wir es auch gehalten: Kindergarten ab 3. LJ, wenn sie sicher trocken sind sozusagen und doch schon ein bißchen selbständig.
    Ich habe zwar "nur" 2 mittlerweile erwachsene Kinder, dafür aber schon 2 Enkel.
    Die ganze Schuldramatik haben wir hautnah jeweils 13 Jahre miterlitten und ich bin froh , daß meine Enkel nicht in unser inzwischen noch viel desolateres System gezwungen werden, weil sie im Auland leben.
    Übrigens herzlich willkommen in unserer "Schwatzbude" Cassandra !

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