Dienstag, 7. Februar 2012

Onkel Rudi macht Urlaub oder der nächste Versuch.


Kalt ist es in Hamburg – genauso wie an vielen anderen Orten in Deutschland.
Aber es gibt Orte in der Welt – besonders in der Unterwelt, wo es so heiß ist, dass sich  manche nichts sehnlicher wünschen, als hin und wieder mal in kühlere Gefilde aufsteigen zu können.
Genau das muss sich ein ehemaliger bekannter Hamburger Verleger derzeit wieder ganz sehnlichst gewünscht haben. 

„Lass mich raus, ich brauch ein bisschen Abkühlung“ fleht er zum Herrn der Unterwelt. Und der hat ein Einsehen „Aber nur, wenn Du meine Bedingungen erfüllst ... und Du kennst meine Bedingungen“.  „Ich verspreche Dir, diesmal wird es gelingen – und wir werden einen großen Triumph davon tragen und es dem Papst endlich mal so richtig zeigen“. Der Herr der Unterwelt spricht: „Ein paar Tage gebe ich Dir ... und damit Du nicht ganz von vorne anfangen musst, nimm Dir den Schnee von gestern mit, der noch vor der Tür liegt. Wir können hier ohnehin nichts damit anfangen.“  Gesagt, getan. Mit einem lauten „Juuuuhuuuuu“ springt Rudi aus dem Feuer und mitten hinein in die Hamburger Kälte. Endlich Abkühlung denkt er, und stellt dann erschreckt fest, dass der Ort den er aufsuchen wollte, gar nicht mehr existiert. Da schleicht er durch die leeren Räume, voller Panik, dass von seinem Lebenswerk nur noch ein leeres Hochhaus übriggeblieben ist.

Doch da: Im Eck findet er eine vergessene Umzugskiste. „Missbrauch in der katholischen Kirche“ steht dort in großen Buchstaben. Rudi öffnet den Karton und findet darin alles, was die Investigations-Praktikanten in den letzten Jahren über Papst und Kirche zusammengetragen haben. „Kein Wunder“, denkt Rudi, „dass ich da unten so einen Ärger habe und sie alle über mich lachen. Meine Truppe vernachlässigt ihre Pflichten.“ Wutentbrannt schnappt er sich die Kiste und macht sich auf die Suche nach der Spiegel-Redaktion. Inzwischen ist es Nacht und alle sind „ausgeflogen“, bis auf ein paar Praktikanten aus der Online-Redaktion, die sich gerade mit den neuesten „Apps“ vergnügen. Er knallt ihnen die Kiste vor die Füße, schreit sie an. „Das hier ist euer Erbe!! Ich habe es angefangen und ihr sollt es fortsetzen. Macht was draus. Hier ist noch der Schnee von gestern, daraus sollte sich doch was „stricken“ lassen." 

Wütend fährt er fort "Der Papst wird weltweit immer beliebter, sogar Deutsche Zeitungen schreiben manchmal schon wieder die Wahrheit über ihn. Die Menschen glauben Euch nichts mehr. Ich kriege da unten eine Vergünstigung nach der anderen entzogen und ihr spielt mit eurem Computer.“ Rudi jammerte und heulte und fing an mit den Zähnen zu klappern. Da hatten die Praktikanten, die immer noch nicht wussten, wer er war, Mitleid mit ihm. Und sie wollten ihm helfen. Sie hatten sogar etwas Glück. Derzeit findet in Rom ein internationaler Kongress zum Umgang der katholischen Kirche mit den Missbrauchsopfern statt. Da wollten die Praktikanten ein "gutes Werk tun" und dem Rudi eine Freude machen: Sie nahmen den Schnee von gestern, verwursteten ihn mit dem Inhalt der Umzugskiste (die eigentlich im Archiv landen sollte) und garnierten das Ganze mit zwei bis drei Sätzen zum Kongress. 
Rudi freute sich und kann nun endlich Urlaub machen. Wenn’s ihm zu kalt wird, wird er hinabsteigen und feststellen, dass ihm wieder ein paar Vergünstigungen entzogen wurden.  Denn so ein Artikel taugt ja nicht mal mehr zur Steigerung der Klickrate .... und ist zum Nachlesen auch nicht zu empfehlen. 
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Hoffen wir aber, dass der Hamburger Bischof sich jetzt endlich mal die Zeit nimmt und das neue Spiegel-Gebäude ordentlich mit Weihwasser besprengt, damit sich der Rudi nicht mal mehr zum Abkühlen in die Redaktionsräume traut - falls er überhaupt noch mal Vergünstigungen bekommt.


5 Kommentare:

  1. wenn man die negativen Energien in Betracht zieht, die von diesem Gebäude ausgehen, muß EB Thissen aber einen Deal mit dem Katastrophenschutz machen: er chartert einen Löschhubschrauber, füllt die Wassertanks mit Weihwasser und dann kann´s losgehen- frei nach dem Motto: alles Gute kommt von oben.
    Wo wir gerade über den Exorzismus sprachen- vielleicht wäre das auch die geeignete Maßnahme...? Daß Rudi A.in den Räumen der Redaktion spukt und mit jämmerlichem Heulen und Zähneklappern seine Nachfolger daran hindert, sich von seinem Katholikenfresserwahn zu befreien, haben wir ja schon lange argwöhnt.

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  2. Nee, so ein Exorzist reicht da nicht aus, da müsste schon der Papst persönlich kommen mit seinem Segen. Dann würden die Dämonen schnell das Weite suchen ...
    Aber der Papst hat in diesem Jahr so viel vor, da werden ihm die Dämonen im Spiegel-Hochhaus egal sein..

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  3. Ich frage mich ob der katholische Bischof der Hansestadt weiß was das ist: Weihwasser?
    Ansonsten hoffe ich doch sehr, das auch der gute Rudi dahin gekommen ist mit seinem Vater Frieden zu schließen.
    Der gute Rudi ist nämlich deshalb zum Katholikenfresser geworden, weil der Vater den Jesuiten alles vererbt hat und zu den Söhnen gesagt hat "Ihr habt was gelernt, seht zu das ihr selber Geld verdient!"
    Selbiges Verhalten ist übrigens nicht katholisch.

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    1. Aber auch die väterliche Vererbungsverweigerung entschuldigt nicht die Rundumschläge des Sohnes und besonders nicht sein grottenschlechtes Jesusbuch.

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  4. Da muss ich dir zustimmen!

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