Dienstag, 6. März 2012

Augsburg: Wutbürger ante portas?


Der 4. März war ein denkwürdiger Tag in der Geschichte des Bistums Augsburg. Die Menschen wollten ein Zeichen setzen und damit Bischof und Kirche zeigen, wer in diesem Bistum das Sagen hatte.

Die Menschen?
Endlich ist mal was los im verschlafenen bayerischen Schwaben und seiner Metropole dachten sich die Medien und hofften auf ein zweites Stuttgart 21.
LinksGrüne Pfarrgemeinderäte und die berühmt-berüchtigten „Pfingsterklärer“ hatten schon seit Wochen in den Medien ordentlich Lärm gemacht und eine erste „große Aktion“ gegen das Diktat von Bischof Zdarsa angekündigt.

Und sie kamen alle: von den einzelnen Lokalblättern über die „große“ Süddeutsche Zeitung und auch der Bayerische Rundfunk war mit einem TV-Team vor Ort, um die Massenproteste der Katholiken im Bistum Augsburg zu filmen und in großem Stil darüber zu berichten.

© von Otto Schemmel.Otto Schemmel at de.wikipedia 
[CC-BY-SA-2.0-de (www.creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/de/deed.en)], 
vom Wikimedia Commons, bearbeitet von Cinderella01
Sie hätten gewarnt sein sollen: Diverse Lokalmedien gingen schon vor dem großen „Umarmungstag“ in die betroffenen Pfarreien, um die Stimmung vor Ort einzufangen. Sie interviewten dazu PGR, Priester und engagierte Laien. Und schon aus dem einen oder anderen Interview ging hervor, dass die Bereitschaft, an dieser Aktion mitzumachen, eher gering war. Es gab sogar vereinzelt Aussagen, dass man mit der Situation der Pfarrgemeinschaften sehr zufrieden sei, weil vieles vor Ort initiiert und etabliert wurde und dass das Bistum hier auf einem guten Weg sei. In einigen Gemeinden (Merkur Online berichtete von der Pfarreiengemeinschaft Murnau) wurde anstelle des Kirchenumarmens eine Gebetsnacht initiiert, um für Berufungen zu beten.

Der Sonntag kam und schon am Sonntagabend gab es einen Bericht im Bayerischen Fernsehen, dass Tausende an der Aktion teilgenommen hätten. Eine Kirche wurde gefilmt, und die Leute so hingestellt, dass es nach mehr aussah.

Heute berichtet die Süddeutsche Zeitung in einer Kurzmitteilung u.a., dass 25.000 Katholiken eindrucksvoll (!) demonstriert hätten, dass sie nicht länger bereit seien, sich als willenlose Schafherde in die Anweisungen ihres überaus strengen Hirten auf dem Augsburger Bischofsstuhl zu fügen. 
25.000 Katholiken, die Gott den Gehorsam verweigern wollen und ihn nicht mehr als ihren Herrn anerkennen wollen?
Weiter schreibt die SZ: „Die Aktion 'Kirche umarmen' war ein großer Erfolg für das gemeine Kirchenvolk, für die engagierten Laien und für jene Priester, die den Mut hatten, sich in diesem Konflikt um die künftige Ausgestaltung der Pfarreien im Bistum an die Seite ihrer Gläubigen zu stellen.“

Zusammengefasst, also ein großer Erfolg (!) für die „Pfingsterklärer!“, die einfach keine Ruhe geben und den Links-Grünen den „Weg durch die Institutionen“ bereiten wollen.
Diese 25.000 haben nach Meinung der SZ dem Bischof eine Lektion in Sachen Kirchendemokratie erteilt und dem Bischof gezeigt, dass er nicht einfach per Federstrich gegen die „Wichtigen“ in seinem Bistum vorgehen kann.

Und die Süddeutsche hat mal wieder genauso eindrucksvoll gezeigt, was sie a) unter Demokratie versteht und b) dass man in der Redaktion nicht rechnen kann:
In Augsburg gibt es 1,4 Millionen Katholiken. 25.000 davon sind genau 1,7857%. 
Also eine wirkliche Minderheit. Und diese vernachlässigbare Minderheit will mit lautem Geschrei, unterstützt durch die üblichen kirchenfeindlichen Medien, der Mehrheit mal wieder ihren Willen aufzwingen und nennt das dann „Demokratie“. Und die Praktikanten der SZ machen eifrig mit, denn woher sollen sie auch wissen, dass in einer Demokratie die Mehrheit entscheidet.

Und weil es ja in Bayern noch einige Leute gibt, die rechnen können und damit die Peinlichkeit des Artikels durchschauen, hat man gleich vorgebaut und unterstellt den Priestern, die an der Aktion nicht teilgenommen haben:
„... ärgerlich ist es, wenn etliche Pfarrer - nur aus Angst, sie könnten hinterher Ärger mit dem Bischof bekommen - sich bei der Aktion 'Kirche umarmen' brav zurückgehalten haben. Da stellt sich schon die Frage, was für ein Betriebsklima in diesem Unternehmen Kirche von Augsburg herrscht? ..."

Ja, da fragt man sich doch eher, was für ein Betriebsklima in der SZ herrscht?
Werden die Mitarbeiter dort zum Lügen und Wahrheitsverdrehen gezwungen oder stellt man einfach nur Leute ein, die weder rechnen noch schreiben können?

Machen Sie weiter, Bischof Zdarsa, Sie haben unsere Solidarität und unsere Gebete.
Lehren Sie die sog. "Pfingsterklärer" nebst Anhang, was es heißt, Christus nachzufolgen.

Denn Wutbürger, die demonstrieren anstatt zu beten, sind einfach im falschen Film.

1 Kommentar:

  1. Mit der Wahrheit wird es bei Propagandafeldzügen ja nie so genau genommen- das hat die SZ bis zur Perfektion verinnerlicht. Wenn es um das Frisieren von Demonstrantenzahlen je nach Bedarf nach oben oder nach unten geht- macht ihnen kein Haarkünstler etwas vor.
    Wie es aussieht, bereiten sich unsere Prantlianer gezielt auf ein Nischendasein als Pfarrgemeindeblättchen für Wisikiler, Pfingsterklärer und Wutbürger vor.Dabei hat Neojakobiner Prantl möglicherweise seine großen Vorbilder vor dem inneren Auge und sieht sich schon mit einer Mistgabel bewaffnet an der Spitze eines bunten Rebellenhaufens gegen die - allerdings nur ihm sichtbaren- ultramontanen Lakaien Roms ziehen.

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