Mittwoch, 14. März 2012

Der Kirchentagsrucksack und die Unfähigkeit keine Satire zu schreiben

Bekanntlich ist ja demnächst der Kirchentag in Mannheim und Symbol bzw Logo ist der rote Rucksack.
Nun hat Echo Romero ja dankenswerterweise gezeigt wie das mit dem Rucksack und dem zu erwartenden Aufbruch zu verstehen ist und hat  eine wunderbar witzige Analyse der geistlichen Symbolik des Rucksackes geliefert.
Wundervolle Satire, aber wie das Leben so spielt, toppt die Realität mal wieder jede Satire.

So liegt vor mir das neueste, noch druckfrische  Konradsblatt, das ist das Diözesanblättchen der Erzdiözese Freiburg  und das teilt mir schon auf dem Titelblatt die erfreuliche Neuigkeit mit:
"Fairtragbar: Der Katholikentagsrucksack als Beispiel für nachhaltige Textilien".
Na, dachte ich spöttisch, jetzt bin ich aber beruhigt!
Im Inneren des Konradsblattes wurden wir dann aufgeklärt wie das ist mit den wortwörtlich "Öko-bio-fair" Rucksäcken.
Wobei ich mir zunächst dachte "Eh Baumwolle" na da werden sich die Motten aber freuen und mir dann spontan, oben erwähnte Karikatur einfiel, die ich hiermit zum zweiten mal verlinke, weil sie mir so gut gefällt.
Als ich so über die leckere fairtrade gehandelte Baumwolle nachdachte, fiel mir ein, das so ein Rucksack ja auch ohne Löcher nicht gerade sicher ist und ich überlegte mir, das Taschendiebe, genau wie Motten ja auch leben müssen..
Um meine abschweifenden Gedanken zu ordnen, widmete ich mich wieder dem Artikel., und dachte mir: "teuer, teuer das Ding".
Dann fiel mir zunächst die Heulerei, ,aus dem vorletzen Konradsblatt, über den teuren Papstbesuch ein, aber das Haushaltsloch scheint ja nicht soooo schlimm zu sein, wenn man sich für so einen fair gehandelten, biologisch dynamischen, nachhaltigen, mit Zertifikaten (Plural!) ausgestatteten Rucksack entscheiden konnte.
Zum Schluß eröffnete der Artikel uns, dass auch die Mitglieder des Katholikentags Büros vom Öko und fair Trade und Bio Fimmel erfasst sind "das in den Alltag mitgenommen haben" wie es in dem geschwurbelten Deutsch immer so schön heißt.
Von Kopf bis Fuß ökologisch und sozial korrekt.
Ja wird der Herr Jesus dann sagen "Du warst ein treuer und guter Knecht immer ökologisch, politisch und sozial korrekt" Man sollte die entsprechenden Bibelstellen dringend ändern!
Der Witz der keiner ist, weil er so traurig ist, befindet sich auch auf dem Titelblatt des Konradblattes, dort finden wir das Bild eines Portemonnaies mir einigen Münzen, drauf ein Bild  eines etwas heruntergekommenes Kind und drunter steht "Caritas Jahresthema : Wer gesund sein will muss zahlen" und als Unterüberschrift: "Arme Menschen sind häufiger und länger krank als Wohlhabende".
Tja was ist die Message? Der anständige Katholik trägt fair und ökologisch korrekt und ernährt sich wohl auch so, dafür hat er das Geld einfach zu haben!
Hat er kein Geld, dann ist er halt bedauernswertes Objekt für die betuchten Katholikentagsteilnehmer mit den Öko fairtrade Klamotten, wo man sich dann gut fühlen kann, wenn man an die Caritas was spendet.
Oder was?




2 Kommentare:

  1. Was uns fehlt, ist ein christliches Kabarett, das die Widersprüchlichkeiten und unfreiwilligen Witze pointiert aufzeigt und publik macht.
    Ich säße in der eeeeersten Reihe, wenn die auftreten.
    @ Beiboot: schöner Artikel!

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  2. Danke.
    Wir versuchen ja Vorarbeit zu leisten.

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