Mittwoch, 21. März 2012

Der Heilige Josef und die katholischen Wahrnehmungsstörungen

Es ist ja schon viel über die Krise der Kirche geschrieben worden zum einen um selbige zu benennen, zum anderen um selbige wegzureden.
Aber manchmal erfasst man in einer Winzigkeit das ganze Ausmaß der Krise.
Also da kommt der Katholikentag unaufhaltsam in unser Bistum und selbst der skeptischste Katholik kann sich dem ventilierten Optimismus (wir sind ja so viele und wir sind alles soooooo toll) nicht entziehen.
Meiner ganz bescheidenen Meinung nach, liegt ein Gutteil der Krise darin, das man die Dinge der Welt, den Menschen und Gott durch eine wie auch immer gefärbte Brille betrachtet und sich einfach weigert die Realität zu sehen so wie sie ist.


Man macht aus Mücken Elefanten aus schwarz weiß und aus tiefgreifenden Dramen ein Menschenrecht.
Auch hierüber ist schon genug geschrieben worden.
Als ich jung war gab es einen Song der hieß "Realität! nix blabla..."
Muss ich immer wieder dran denken! Leute orientiert euch an der Realität und nicht an dem noch so gut gemeinten Blablabla von egal wem.
Neulich war bei uns Hochfest des heiligen Josef.
Vorrausschickend muss ich sagen das unsere Pfarrkirche den Charme einer Tiefgarage hat und die Vollendung der berüchtigten 5 B' s (Beton, Bronze, Bergkristall, Batik, basteln) darstellt.
Inmitten dieses Kirchengebäude gewordenen  archtiktonischen Alptraums befinden sich 2 (in Worten zwei) Stauen.
Diese gehen auf die zähe und ausdauende, im Wortsinn keine Kosten und Mühen gescheut habende Initiative diversere alter "katholischer Fregatten" (sprich den alten Frauen aus dem Seniorenkreis) zurück.
Es handelt sich um wundervolle Stauten aus dem Grödnertal.
Eine Muttergottes, und ein heiliger Josef.

Also eröffnet der Zelebrant die Messe mit einigen "deutenden Worten" und eröffnet der (leider an solcherlei gewöhnten) Gemeinde, das der Heilige Josef ja der Vater des Jesus gewesen sei und auch die Muttergottes ihn als "Vater" des gesuchten und im Tempel  gefundene Jesuskindes tituliert habe.
Die Stelle bei Matthäus 1, 16
 Jakob war der Vater von Josef, dem Mann Marias; /
von ihr wurde Jesus geboren, /

die sich ja deutlich von den vorigen Versen abhebt wo es immer heißt soundso war der Vater von soundso und der weider der Vater von soundso wurde in Verbindung mit der Lesung wo Nathan zu David sagt "Dein nachkomme wird herrschen in Ewigkeit!" umgedeutet in "Josef war der Vater Jesus"
solchermaßen ermattet durch aufklärerische Tätigkeit hielt der Zelebrant sich dann ausnahmsweise an die Vorlage wo immer die Rede davon ist, das Josef die Jungfrau und ihr Kind beschützte.

Weiter wurde der erstaunten Gemeinde dann doch erklärt das der heilige Josef überall zur Seite geschoben, in die Ecke gestellt würde auch in unserer Kirche!
Das war der Moment wo ich überlegte, ob der gute eine neue Brille braucht.
Wir haben nur 2 (in Worten) zwei Statuen und der Heilige Josef, der die übliche "Säulenheiligengröße"  hat, ist so positioniert, das er dem Altar genau gegenübersteht und dem Zelebranten auch bei der Lesung, dem Evangelium und der Predigt direkt "vor Augen" steht.

Ja wie soll ich denn dem Preister glauben was er über die unsichtbare Welt erzählt?
Wenn er nicht mal die Statue sieht, die er vor Augen hat!

Wahrhaftig Sie haben Augen und sehen nicht!
Oremus!

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