Mittwoch, 28. März 2012

Eventgottesdienste und ihre Hintergründe oder mit Esoterik gegen Trient

Am Sonntag fragte ich mich, ob heute nicht  der Tag der seltsamen Gottesdienste sei.
http://beiboot-petri.blogspot.de/2012/03/war-heute-der-tag-der-seltsamen.html.
Nachdem  der Crashkurs im Handlinienlesen (hier ist meine Herzlinie, sehen Sie! und da oben die Kopflinie....), der als Teil der Predigt erfolgte, mir  keine Ruhe gelassen hatte, machte ich mich auf die Strümpfe und habe einfach gefragt!
Die Antwort bestärkt mich in meiner alten These, dass wir dringender als den Dialog mit Hinz und Kunz, exotischen oder nicht so exotischen anderen Religionen beginnen, forcieren und als das Gebot der Stunde verkaufen,  erst mal lernen sollten, miteinander zu reden.
Zunächst  dachte ich mir "Frau sei nicht so negativ, vielleicht war das eine spontane Idee des Priesters! Gugg deine eigenen spontanen Ideen an, die sind auch oft schwer daneben!"
Ich wandere also ins Pfarrhaus, treffe Hochwürden auch an und frage.
"Ja" sagt Hochwürden "ich wollte keine Werbung fürs Handlesen machen, habe sogar woanders davor gewarnt und den Kindern gesagt das sei Humbug"
Naja, es war mir noch nicht klar, dass alle Kommunionkinder unserer Stadt mittels morphogenetischer Felder sozusagen alle an dem partizipieren, was andere irgendwo gesagt kriegen.
Also auf jeden Fall meinte er (man höre und staune und verwundere sich), er wolle, dass die Kinder ehrfürchtiger zur Handkommunion gingen und nicht die Hände vorstrecken sollen wie in der Schlange bei Mac Donalds.
Und dann kam der Satz der dem armen Priester wahrscheinlich die Versetzung nach Sibirien einbringen wird.
"Wissen Sie bei der Mundkommunion ist klar, das ist was Besonderes, was man da empfängt!"



Und fuhr er fort: "dann habe ich nach was gesucht, das es den Kindern leichter macht zu begreifen, dass das was besonderes ist, die Hostie"
Ich muss sagen. plötzlich wurde mir klar, wir brauchen Dialog, aber miteinander, untereinander und mit Christus.
Wir reden in dieser Kirche sowas von dermaßen aneinander vorbei, das ist fast so wie ich mir die babylonische Sprachverwirrung vorstelle.
Ich hätte zu dem Komplex einiges zu sagen, z.B das das man von Christus sprechen sollte in der Kommunionvorbereitung und nicht vom "heiligen Brot".
Wäre ich Kind, ich würde mir verschaukelt vorkommen, weil Brot ja was anderes ist als Hostie.
Dass es vielleicht hilfreich wäre, all das aufzufahren, was die Kirche an feierlichen Gestaltungselementen (wie es auf Neudeutsch heißt) im Sortiment hat, wie z.B. Weihrauch und wunderschöne Messgewänder, herrliche Parametente und die Sprache der Psalmen und auch unter den neueren Kirchenliedern gibt es feierliche, ehrfürchtige, kurz  überirdisch schöne.
Aber man tut ja alles um den Gottesdienst möglichst profan zu gestalten, so dass er daherkommt wie eine Freistunde in der Schule wo die Eltern halt zuguggen.
Und dann wundert man sich, dass den Leuten jeglicher Gedanke an die Transzendenz  abhanden kommt.
Es ist Lehre der Kirche dass die Sakramente "ex opere operato" wirken, was bedeutet, dass die Wirksamkeit des Sakramentes nicht von der persönlichen Fähigkeit und dem Gnadenstand  des Spenders abhängen (um es plakativ zu formulieren ein versoffener, heruntergekommener, ungebildeter  Preister wandelt genauso gültig wie unser verehrter hochgelehrter  Heiliger Vater).
Aber trotzdem merkt der Mensch das nicht unmittelbar, wie das Sakrament wirkt, er braucht seine Sinne und da hat die Kirche doch im Laufe der Jahrtausende bewährte Formen, auch auf dem Wege der Inkulturation, auch vordergründig seltsamer Dinge wir im Zirkus gebrauchter Musikinstrumente, gefunden (s.o.).
So ist es nicht nötig bei eindeutig esoterischen Praktiken Zuflucht zu nehmen, auch wenn  die Intention meine volle Zustimmung findet.

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