Dienstag, 6. März 2012

Moderne (Fasten) Zeiten.


Früher war eben doch alles besser ....

Fastentuch
Frühbarockes Fastentuch aus der St. Jakob Kirche
in St. Ulrich in Gröden, aufbewahrt im
Museum Gröden

©: Dieses Bild ist von einem unbekannten Maler
und gemeinfrei, da die Schutzfrist abgelaufen ist.
... oder vielleicht einfacher. Da wurde den Menschen in der Kirche oder im Religionsunterricht gelehrt, dass es zwischen Aschermittwoch und Ostern eine vierzigtägige Fastenzeit gibt, an die sich gute und gläubige Katholiken zu halten haben. Die Altarbilder und Kreuze in den Kirchen wurden mit "Hungertüchern" verhängt und es gab feste Regeln, in dieser Zeit der „Völlerei“ abzuschwören und sich unter der Woche mit kargen Mahlzeiten zu begnügen. Das war selbst manchen Mönchen zu hart und auf diese Weise wurde dann in einigen Klöstern ein besonders starkes „Fastenbier“ gebraut – als Brotersatz – nicht wegen des Alkohols.

Wie einfach waren diese Zeiten für die Menschen. Sie hielten sich an die Vorgaben und freuten sich auf Ostern, wo mit der Feier der Auferstehung unseres Herrn auch wieder geschlemmt werden durfte. Und selbst bis in die 80er Jahre war es üblich, dass die Zeitungen gute und nahrhafte Rezepte „zur Fastenzeit“, mit dem Ziel der Gewichtsreduktion, brachten.
Die Zeiten ändern sich und deshalb hat das Fasten heute eine ganz eigene Bedeutung bekommen.  Zu Zeiten, wo Schönheit und Gesundheit fast zu einer eigenen Religion geworden sind, gehört fasten zum Alltag. Ganze Wirtschaftsimperien erwuchsen aus dem Traum nach Schlankheit und ewiger Jugend.

Deshalb wird die Fastenzeit heute, wie so vieles ideologisch genutzt und instrumentalisiert, um politische Ziele durchzusetzen. Verzicht wird gepredigt, um den Menschen zu Genügsamkeit zu erziehen. Es war der Mainzer Kardinal Lehmann, der vor ein paar Jahren davon sprach, anstatt „Essen zu fasten“ doch mal „Auto zu fasten“.

Inzwischen hat man mit viel Kreativität begonnen, Fastenaktionen zu initiieren, die mit dem eigentlichen Auftrag unserer Kirche, der Besinnung und der Buße nichts mehr zu tun haben.
Erstaunlich ist allerdings, wie viele Kirchengemeinden auf diesen Grünen Blödsinn eingestiegen sind, denn sehr beliebt ist inzwischen das CO2-Fasten: Vorsicht! Nicht ausatmen? oder? Federführend  ist dabei der BDKJ in Würzburg, wo man auf der Homepage viele Vorschläge zum CO2-Fasten finden kann. Allerdings konnte ich keine Aktion finden, die die „Luftwurstaktion“ während des Papstbesuches auch nur annähernd ausgleicht, die damals entwichene CO2-Menge steht weiterhin negativ für den BDKJ zu Buche.

Mehrere Kirchen in München bieten ebenfalls CO2-Fasten an, die Jesuiten in der Innenstadtkirche St. Michael haben sogar einen  persönlichen CO2-Fasten-Coach im Angebot:



Man konnte sich vor Beginn der Fastenzeit via Internet dort anmelden und lernt dort, den persönlichen CO2-Ausstoß zu reduzieren.

Wenn man jetzt aber denkt, schlimmer kann’s nicht mehr kommen – doch es kann: 
Fortsetzung folgt. 

6 Kommentare:

  1. Sag mal, das meint der doch nicht etwas ermst mit dem CO2 Fasten???
    So blöd kann man doch nicht sein!

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  2. Natürlich ist das ernst, schau Dir die Links an. Am besten ist der Radio-Report des BR.
    Ich wollte ja jetzt einfach mal geklärt wissen, was das mit "Fastenzeit" zu tun hat, mit Besinnung und Buße ...

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  3. Ich habe auf die Links geklickt.
    Das die Jesuiten in der Betonung dessen "das heißt nicht Fastenzeit, das ist die österliche Vorbereitung....." (wie das modernistische Neusprech so immer sagt) soweit gehen würden einfach den faching stillschweigend zu verlängern hätte ich nicht gedacht.
    Man sollte mal eine Satire schreiben, das durch das CO2 Fasten den lieben Blümchen und Bäumchen die Nahrung entzogen wird.

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    1. Da bin ich aber jetzt sehr froh, dass ich weiterhin 10 Minuten duschen kann ... Das hat mich doch sehr beschäftigt. Ich habe zwar beim Duschen noch nie auf die Uhr geschaut, vielleicht .. aber gefühlsmäßig sind das 10 Minuten.
      Und mit der Faschingszeit liegst Du nicht so falsch. Das hat aber eher mit den Mönchen zu tun, die vor 500 Jahren auf dem Nockherberg residierten und dort das Fastenbier "erfanden". Aus dem Anstich ist tatsächlich eine Faschingsverlängerung geworden. Nachdem es bis letztes Jahr immer ein Mönch war, der den Politikern eine Bußpredigt hielt, steigt jetzt zum zweiten Mal de Bavaria von ihrem Sockel und tadelt ihre Kinder ... Die Bußpredigten waren den Politikern zu heftig geworden. Heute hält man sowas nicht mehr aus ....
      http://www.br.de/fernsehen/bayerisches-fernsehen/import/audiovideo/tv-tipp-bayerisches-fernsehen124.html

      Danach gibt's 14 Tage Starkbierfest auf dem Nockherberg (Faschings- oder Oktoberfestverlängerung) und gefastet wird dort garantiert nicht ...

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  4. Gestützt auf die heutige Katechese des Hl. Vaters zur Fastenzeit würde ich den so kreativen Herren empfehlen- doch ein Redefasten zu wählen, ein 40-tägiges Schweigen.
    Das wäre für sie ein wirkliches Opfer, für alle anderen aber ein Geschenk.Wenn sie in der freiwerdenden Zeit dann noch ihre Wortmeldungen der letzten Zeit kritisch betrachteten, käme vielleicht sogar die ein oder andere Selbsterkenntnis dabei heraus.

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  5. Dem kann ich mich nur anschließen!

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