Donnerstag, 8. März 2012

Moderne (Fasten)Zeiten, Teil 2.


In Fortsetzung meines Beitrages zu „seltsamen Fastenbräuchen“  gibt es jetzt die versprochene „Steigerung“:

Der Kreuzweg – eine Demo?

Ostern 2006, das waren genau drei Wochen nachdem ich in die Kirche aufgenommen wurde und die Firmung und die erste heilige Kommunion empfing.
Nach der ersten Karfreitagsliturgie meines Lebens habe ich abends live aus Rom die Übertragung mit Papst Benedikt angesehen, der zum ersten Mal seit seiner Wahl als Papst den Kreuzweg betete.
Seitdem sind die Kreuzwegandachten Teil meines persönlichen „Fastenprogramms“.
Das Gebet des Kreuzweges vermittelt uns den Weg des Herrn zu seinem Tod am Kreuz. Wir teilen in diesem Gebet seine Trauer, seine Angst und seinen Schmerz.

Und man kann es fast nicht glauben, dass auch der Kreuzweg inzwischen politisch instrumentalisiert und banalisiert wird.

So hat man in der Diözese Hildesheim einen „Ökumenischen Kreuzweg der Schöpfung“

ins Leben gerufen, der in diesem Jahr zum 3. Mal durchgeführt wird.
Hier gibt es auch einen "wunderschönen" Flyer dazu. 

An vier Terminen wird das Leiden unseres Herrn auf seinem Weg zum Kreuzestod in die „moderne Zeit“ übersetzt, angeführt vom katholischen Bischof von Hildesheim, Norbert Trelle und seinem evangelischen „Pendant“ Ralf Meister. Mit einem Kreuz, auf dem die Worte "Wietze" und "Asse" stehen, machten sie sich auf den Weg:


Die "erste Station" führte am 26. Februar in einem Demonstrationszug zu der bis zur Inbetriebnahme hart umkämpften Schlachtanlage Wietze bei Celle, um auf die dortige Tötung  von 20.000 Hühnern (!) pro Stunde hinzuweisen. Ganz im Sinne von Linksgrün und PETA wurde hier gegen die industrielle Produktion von Tieren protestiert. Der Weg führte zur katholischen Kirche in Wietze, wo der evangelische Landesbischof dann predigen durfte.



Bundesamt fuer Strahlenschutz Asse
© Wusel007 (Eigenes Werk) [GFDL 
(www.gnu.org/copyleft/fdl.html) oder
CC-BY-SA-3.0 (www.creativecommons.org/
licenses/by-sa/3.0)], 
via Wikimedia Commons
Die "zweite Station" startete am 4. März in der evangelischen Kirche in Remlingen, wo dann der katholische Bischof Trelle die Predigt hielt. Anschließend gab es einen Demozug zum Atommüll-Lager Asse II.

Die "dritte Station" beginnt am 11. März 2012 in der katholischen Kirche St. Bernward in Salzgitter-Thiede.
Predigen“ wird die Grüne Bundestagsabgeordnete (es steht wirklich Predigt auf der Website) Viola von Cramon.  Bei einer so „prominenten Predigerin" darf die Lichterkette natürlich nicht fehlen: Sie führt von Braunschweig über Asse/Wolfenbüttel nach Schacht Konrad/Salzgitter anlässlich des Fukushima-Jahresgedächtnisses. 
    
Die "vierte Station" führt an den "Wallfahrtsort" aller Kernkraftgegner:

Vom Verladekran für Castorbehälter in Dannenberg zur kath. Kirche St. Peter und Paul, anschließend Weiterfahrt nach Gorleben mit dem Gorleben-Gebet.
By User:Fice [Public domain],
via Wikimedia Commons
"Predigt:" Prof. Dr. Jürgen Manemann, Direktor des "Forschungsinstitut für Philosophie Hannover (FIPH)".
 Danach wird das Asse-Kreuz bei den Gorlebener Kreuzen zum dauerhaften Verbleib aufgestellt.


Die Frage sei erlaubt: Was haben diese profanen Demos mit dem Leidensweg unseres Herrn zu tun. Wieso lässt ein katholischer Bischof es zu, dass der Höchste in unserer Kirche mit Hühnern auf eine Stufe gestellt wird? 
Wieso lässt ein Bischof es zu, dass Symbole unseres Glaubens für Anti-Atomkraft-Demos und Proteste gegen Massentierhaltung instrumentalisiert und missbraucht werden?


Habe ich da etwas falsch verstanden, dass gewisse Dinge in unserer Kirche heilig sind und nur von Gotteslästerern und Atheisten für Provokationszwecke missbraucht werden sollten?

Dazu fällt mir nix mehr ein, außer:

Betet um den Heiligen Geist!

3 Kommentare:

  1. die Teilnehmer an dieser merkwürdigen Ausflugsveranstaltung können ja hingehen , wohin sie wollen und dort tun, was sie wollen-sich mit Hühnern verbrüdern,Lichterketten zum Glühen bringen,sich selbst in Gorleben anbeten-aber doch bitte in ihrem eigenen Namen und nicht als Kreuzweg.
    Die Verhöhnung der Leiden Christi ausgerechnet durch die Persiflage seines Kreuzweges jedenfalls unter der Camouflage einer Übersetzung in die moderne Zeit läßt einen unfähig zurück, die richtigen Worte zu finden.
    Sicher haben die Hühnerretter vergessen, daß zu Jesu Zeiten im Tempel zu Jerusalem noch Tiere geopfert wurden?
    Und wollen sie uns ernsthaft glauben machen, die Folter, die Jesus Christus für uns erleiden mußte, sei heute unmodern, es gäbe keine Folter mehr , man müsse notgedrungen auf Hühner zurückgreifen ?
    Eines kann man sicher sagen: sie weisen das Opfer zurück, das auch für sie gebracht wurde.
    Man kann nur hoffen, daß sie wissen, was das bedeutet.

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  2. Es passt ins Bild, dass in der Beschreibung unter dem angegebenen Link weder das Wort Jesus, noch Christus auftaucht. Auch Leiden und Tod gibt es dort nicht. Und Gott kommt nur zweimal im Genitiv vor, als "Gottes geknechtete Schöpfung" und "Gottes hilfe". Da weiß man doch, wo man dran ist.

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  3. Und wenn dann kein Strom mehr aus der Steckdose kommt, und das Wetter immer noch Kapriolen schlägt, vielleicht dämmert dann dem einen oder anderen in versöhnter Verschiedenheit mit Kretschi und Claudi schunkelnden modernen "allesversteher Theologen" das es ganz gut war das Bonifatius die Donareiche gefällt hat, weil es nämlich darum geht den Schöpfer aller Ding zu ehren und nicht seine Schöpfung.
    Im übrigen äußert sich schon der Apostel Paulus im Römerbrief zu dem Thema folgendermaßen:
    ..........Sie vertauschten die Wahrheit Gottes mit der Lüge, sie beteten das Geschöpf an und verehrten es anstelle des Schöpfers - gepriesen ist er in Ewigkeit. Amen. 26 Darum lieferte Gott sie entehrenden Leidenschaften aus: Ihre Frauen vertauschten den natürlichen Verkehr mit dem widernatürlichen; 27 ebenso gaben die Männer den natürlichen Verkehr mit der Frau auf und entbrannten in Begierde zueinander; Männer trieben mit Männern Unzucht und erhielten den ihnen gebührenden Lohn für ihre Verirrung.......

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