Sonntag, 25. März 2012

War heute der Tag der seltsamen Gottesdienste, oder tanzten nur die Mäuse, weil die Katze in Mexiko ist?

Man ist in deutschen Landen ja mittlerweile schon sehr bescheiden geworden, was die rechte liturgischen Gestaltung des Gottesdienstes angeht und schon froh, wenn wenigstens der Priester  predigt und nicht die Putzfrau, und als Lesung aus der Schrift gelesen wird und nicht aus Winnie Puh und wenn die Wandlungsworte von der Stricksucht am Hochgebet verschont werden.
Ehrenhalber und anerkennend muss auch gesagt werden, das seit der Wahl Kardinal Ratzingers zum Papst vieles besser geworden ist.
Aber wie sagt das Sprichwort. "wenn die Katze aus dem Haus ist, dann tanzen die Mäuse"



Also heute morgen verschlug es mich in einen Gottesdienst, wo ich gar nicht weiß wo ich anfangen soll mit dem Bericht.
Der sonst nie gesehene Diakon beehrte unsere Gemeinde mit seiner Anwesenheit und anstatt, wegen seiner beständigen Abwesenheit, mit rotem Kopf in der Bank zu sitzen  las er das Evangelium und predigte und bereitete die Gaben vor, als sei er der Chef und nicht der Priester.
Eigentlich war das soooo verkehrt nun auch wieder nicht, weil der Priester uns, in seiner kurzen verbalen Einlage, über die Geheimnisse der Handlinien aufklärte.
Naja kommt vor, musste halt durch dachte ich,  und hegte mal wieder meinen alten Gedanken aus "Redemptoris Sacramentum" eine Strichliste zu machen, heute hätte ich viel anzukreuzen gehabt.
Selbstredend erübrigte sich durch die Anwesenheit des Diakons nicht der Dienst der Kommunionhelferin, Wodurch jeder Kommunionausteilende ca 40 Leuten die Kommunion zu spenden hatte.
Wahrhaftig eine gravierende pastorale Notlage!
Meine Kinder sind abends in der Stadt in die Messe gefahren und kamen lachend wieder.
"Mama hier ist ein Stein!"
"Überlege was er dir sagt"
"Wo bedrücken Steine dich und wo sind die Steine in deinem Leben Edelsteine?"
"was sagt es dir?" und
"was macht es mit dir?"
In der Kirche muss ein Haufen Steine auf dem Boden herumgelegen haben und jeder rannte durch den Kirchenraum, nahm sich einen Stein und sollte das dann obige Fragen mit seinen Banknachbarn  diskutieren!
Dann machte das pastorale Gestaltungsteam einen  spirituellen Salto Mortale und kam von den herumliegenden Kieselsteinen auf die 10 Gebote zu sprechen, die ja auch auf Steintafeln geschrieben waren.
Ob diese Steintafeln nun als belastende Steine oder als Edelsteine gehandelt wurden, konnte ich nicht herausfinden, meine Kinder hatten da schon längst abgeschaltet (hätte ich auch, wenn ich da gewesen wäre).
Wieder wach wurden sie, als die Gemeinde über die Reihenfolge  der 10 Gebote abstimmen sollte.
Angeblich fand sich eine Mehrheit dafür nicht an der Reihenfolge herumzustricken.

Mein Sohn sagte ein ausländischer  Student sei auf ihn zugekommen und habe gefragt:
"What's going on?" "What does this mean? and will there be a holy mass later?"

Gegen all das scheint der Bericht auf Echo Romero  fast bieder und liturgisch korrekt.




1 Kommentar:

  1. Das ist ja toll (!) - Handlesen lernen in der Heiligen Messe. Das erinnert mich irgendwie an einen Koffer aus Hamburg, der mal als Anschauungsmaterial verkauft wurde. Vielleicht hat Euer Priester auch einen gekauft ....

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