Mittwoch, 23. Mai 2012

Ein alter Witz zum Thema Beichte und Erleuchtung

Ein Mann hat im Zorn seine Frau ermordet.Er bleibt unentdeckt, und doch schlägt ihn entsetzlich das Gewissen und die Gewissensbisse treiben ihn unbarmherzig vor sich her. 
So sucht er Trost und Hilfe und wendet sich dabei an einen Rabbi. 
"Rabbi, helfen Sie mir, ich habe gemordet!" 
Der Rabbi weicht erschrocken zurück und fährt den Mann scharf an: "Schwer ist Deine Sünde, und sie fordert Rache und Vergeltung. Ich kann Dir nicht helfen, denn es heißt ‚Aug um Aug, Zahn um Zahn'".
 Ungetröstet stürzt der Mann davon.
 Der nächste, an den er sich wendet ist ein Guru, einer der eingeweiht ist in die esoterischen Lehren: "Großer Meister, helfen sie mir, ich habe gemordet!"
 Der große Guru unterbricht nur widerwillig seine Meditation und spricht dann salbungsvoll die weisen Worte: "Mein Sohn, alles Leben ist Schein. 
Es gibt weder gut noch böse. Durchschaue den Schein und laß dich von Deinen Taten nicht beunruhigen, auch sie sind nur Schein! 
Meditiere und erkenne dich selbst." 
Nun, auch hier  geht der Mann ungetröstet weg.
 Schließlich landet er vor einem Beichtstuhl. Es brennt Licht, in seiner Unrast, geht der Mann hinein und kniet nieder. Angstvoll stammelt er: "Bitte helfen sie mir. Ich habe gemordet!"
 Einen Augenblick ist es ganz still hinter dem Gitter des Beichtstuhls, man hört, wie der Priester schluckt. - Dann tönt seine sanfte, gütige Stimme aus der Finsternis des Beichtstuhls: "Wie oft, mein Sohn?"

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