Freitag, 11. Mai 2012

Evolution und Naturschutz

Zu den Dingen die "man" heutzutage weiß und die dennoch grottenfalsch sind, gehört die Behauptung
"Die Kirche ist gegen die Evolution und auch dagegen, dass die Erde sich im Lauf von Jahrmillionen gebildet hat und die Erdoberfläche und überhaupt alles sich in einem ständigen Wandel befindet"
Der Subtext lautet, die Kirche ist dafür, dass der liebe Gott damals in nur 6 Tagen alles so geschaffen hat, wie wir es vorfinden, also auch z.B dem Jordan sein Bett  gegraben hat!
Das hier ist nicht der Raum, darauf einzugehen, dass dahinter ein sehr, sehr primitives Gottesbild steckt und dass die Kirche sehr wohl nix dagegen hat, dass die Morphologie der Erdoberfläche einem steten Wechsel unterworfen ist.
Aber für Lieschen Normalkatholik ist die Sache klar, die Kirche geht von einem statischen System aus, aber die modernen, coolen, umweltschützenden die wissen dass es schon immer und ewig Wandel und Evolution gegeben hat.
Was mir heute bei der Lektüre diverser Zeitschriften im Arztwartezimmer aufging, ist, dass die modernen, coolen Umweltschützenden ihre eigenen Thesen nicht glauben.
Da wurde auf Hochglanz von der neuesten Umweltkatastrophe berichtet, nämlich dass der Salzgehalt des toten Meeres steigen würde.
Je nun, dachte ich , das war ja wohl zu erwarten, oder?



Schließlich und endlich waren alle Salzlagerstätten mal abgeschnittenen Meeresarme bei denen die Verdunstung höher war, als der Zufluss von Wasser.
Wo ist da bitte das Problem?
Warum soll denn aus dem Toten Meer mal in ein paar tausend Jahren keine Salzlagerstätte werden?
Ich meine , ich habe ja nix dagegen, wenn der Mensch z.B dem Meer  Land abgewinnt, und das gewonnene Land durch Deiche schützt.
Ich verstehe auch, dass man die Kreidefelsen auf Rügen und "the white cliffs of Dover" erhalten will.
Alles wunderbar und gut, aber was mich regelmäßig verwundert ist, dass man offensichtlich meint, Veränderungen der Form der Erdoberfläche müssten im Jahre 202 zum Stillstand gekommen sein, wenn der Mensch nicht immer so böse wäre und Industrie und intensive Landwirtschaft betreiben würde.
Aber, und das ist meine Hauptkritik, all dieser moderne Kram beschäftigt sich mit Detailfragen. heute ist das wichtig, morgen dieses, heut sind wir für den Binnenmarkt morgen für den Europamarkt übermorgen für den Weltmarkt, heute für die Koeducation und morgend für den Strickunterricht für Jungs und übermorgen für die Orientierung  der Leistungsanforderungen an den geschlechtsspezifischen Merkmalen.
Gestern war man stolz darauf, ganze Berge zu versetzen und heute ist man dagegen die Feldwege zu asphaltieren, und so geht es munter hin und her, oder rin in die Kartoffeln, raus aus den Kartoffeln.
Und bei all dem ist mir Chesterons "Ketzer" über den Weg gelaufen, der das Problem auf den Punkt bringt und meint, dass es uns egal sei, was für eine Philosophie, oder besser gesagt welches Welt- und Menschenbild "man" habe und behauptet, das sei das Absurdeste was man tun kann.
Ich zitiere ein bisschen aus dem Buch:

Allgemeine Theorien werden allenthalben verächtlich gemacht; der Lehre von den Menschenrechten begegnet man mit der gleichen Geringschätzung wie der Lehre vom Sündenfall. Sogar Atheismus ist heutzutage schon zu theologisch. Selbst Revolutionen haben zuviel System, selbst Freiheit ist zuviel Zwang..... " Dennoch gibt es Menschen - und zu denen zähle ich -, die nach wie vor der Ansicht sind, daß die Vorstellung, die sich ein anderer von der Welt als ganzer macht, das Wichtigste und in praktischer Hinsicht Folgenreichste ist, was man über den Betreffenden wissen kann."
Wie man sieht, hat er recht der Gilbert Keith!
Hier der Link zum Buch, wie überhaupt alles von Chesterton von einer ungeheuren Aktualität.
http://www.amazon.de/Ketzer-Verteidigung-Orthodoxie-Gleichg%C3%BCltigkeit-taschenbuch/dp/3458358056/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1336771126&sr=8-1


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