Freitag, 11. Mai 2012

Jugendweihe auf katholisch?


„Neuevangelisierung light“?

Manchmal wandelt man durchs Internet und kommt aus dem Staunen nicht mehr heraus:
Gerade wenn man auf einer offiziellen katholischen Website folgendes liest:

„Rund 180 Jugendliche feiern Lebenswende
Alternative der Kirche findet immer mehr Zuspruch“


Dieser Text lief als Banner auf der Seite von katholisch.de  Die „Feier der Lebenswende“? Was ist das denn? Einmal angeklickt - und schon hatte ich wieder was dazu gelernt. Eine Ersatz-Jugendweihe mit kirchlicher Folklore findet in Ostdeutschland immer mehr Zuspruch.


Man ist zwar Atheist, aber die "sozialistische Jugendweihe" bringt’s ja nun auch nicht mehr – ist halt zu angestaubt und ewiggestrig.

Wie gut, dass sich da die katholische Kirche im Bistum Magdeburg eine echte Alternative ausgedacht hat: Dieses Jahr nahmen schon 122 Jugendliche das Angebot an und sie haben
sich gemeinsam mit dem katholischen Seelsorger Reinhard Feuersträter über mehrere Monate hinweg vorbereitet.
Man sollte jetzt meinen, hier geht es um die Firmung, wie es ja in der katholischen Welt üblich ist. Aber nein: Und hier schreibe ich jetzt O-Ton aus dem Text der Website des Bistums Magdeburg: „Mit ihrer „Feier zur Lebenswende“ will die katholische Kirche denen, die der Jugendweihe ablehnend gegenüber stehen, eine Alternative auf humanistisch-christlichem Fundament bieten ohne sie zu vereinnahmen. Christen sehen sich hier in der Verantwortung, jungen Leuten in der besonderen Zeit zwischen Kindheit und Erwachsensein eine sinnvolle Begleitung anzubieten, damit die Heranwachsenden mit ihren eigenen Anliegen zu Wort kommen und ihr Leben in den Blick und verantwortlich in die Hand nehmen. Auf diese Weise fliest natürlich auch christliches Denken in die Feier der Lebenswende ein und damit die biblische Überlieferung. Die Tatsache, dass junge Leute in den Gruppen keiner Kirche angehören, wird aber respektiert und ernst genommen.“
 Da bin ich jetzt einfach mal nur sprachlos und wundere mich. Was soll das sein? Neuevangelisierung? Missionierung „light“? Hat die Kirche es nötig, sich so „klein zu machen“ und zu verstecken?
Wie will man den jungen Menschen die Stärke des Glaubens vermitteln, wenn man sie andererseits nicht „vereinnahmen“ will?
Macht es Sinn, den Glauben so zu "verramschen"?
 Dazu fällt mir wirklich nix mehr ein!

6 Kommentare:

  1. Was soll man denn tun mit ungetauften Schülern auf einem christlichem Gymnasium wie sie es in Diasporagegenden häufig gibt? Zur Firmung kann man nur als Getaufter gehen. Alternativ kann man sie ja zur den Linken oder zum Humanismus-Verband zur Jugendweihe schicken, nachdem man sie auf dem kathol. Gymnasium mit christlichem Denken konfrontiert hat. Keine Feier ist an dem Punkt des Übergangs in eine neue Lebensphase sicher keine Alternative. Die Lebenswendevorbereitung kann man auch als niederschwelligen Zugang zum Glauben sehen. Jeder darf selbstverständlich auch zur Taufe gehen, nur zwingen kann man niemanden.
    Vielleicht vertehen sie die Problematik jetzt besser.

    Mit freundl. Grüßen

    T.

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    1. Darauf kann ich jetzt nur mit einem Wort unseres Herrn antworten:
      Mt.5,37:
      "37 Euer Ja sei ein Ja, euer Nein ein Nein; alles andere stammt vom Bösen."

      Ich denke, den Jugendlichen ist mit einer "Pseudo"-Firmung nicht gedient.

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    2. Was, verehrter T., hindert denn die Lebenswendefeiernden daran, sich taufen zu lassen, wenn sie doch, wie Sie schreiben, seit Jahren in einer christlichen Umgebung unterrichtet wurden?
      Was dort in Magdeburg betrieben wird, ist nicht ein niederschwelliges Angebot an die armen Heiden in der Diaspora sondern eine Anpassung -in DDR-geübtem Gehorsam? an eine glaubensferne Umwelt unter dem Etikettenschwindel, die Jugendweihe unseligen Angedenkens von innen aufweichen zu können.
      Mit Ihrer Argumentation müßte man alle Regeln & Gebote fallen lassen, um nur ja keinen in Richtung Linke und Atheos zu verlieren.

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    3. Werter Damasus,

      Die Intention der Lebenswendefeier ist diejenige, welche ich beschrieben habe. Was Herr Lazar(Pressesprecher des Bistums)auf der Bistumshomepage schreibt finde ich auch unmöglich. Wenn es nicht gelingt die Kinder und Jugendlichen soweit christlich zu prägen, dass wenigstens einige auch bereit sind sich taufen zu lassen, sollte man es meiner Meinung nach auch bleiben lassen.

      T.

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    4. Im Prinzip können einem die Jugendlichen leid tun, denn sie werden nicht ernst genommen. Sie bekommen eine schöne "Pseudo-Firmfeier", die aber wirklich nur eine äußerliche Feier ist. Es gibt eine Andacht (?), Geschenke von Freunden (Paten gibt es ja nicht), ein gutes Essen und sonst ist nichts hängengeblieben. Warum man das halbe Jahr Einführung nicht dazu nutzt, den Jugendlichen das Evangelium nahezubringen verstehe ich nicht. Noch weniger verstehe ich, dass sich die Kirche hier zurückhält, als ob sie sich ihres Glaubens schämen würde (siehe Beichtspiegel, GL62). Es ist doch die Aufgabe der Kirche, zu missionieren und viele für den Glauben zu gewinnen. Hier wird eine echte Chance vertan, junge Menschen für den Glauben und für Christus zu begeistern.

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  2. es gilt hier der alte Ratschlag, beim Schminken.
    "Weniger ist oft mehr"
    Vor allem witzig, weil es nicht so klar ist, wann man überhaupt erwachsen wird.
    Wenn die Achselhaare wachsen, wenn man 14 ist, oder 16, oder 18, oder man eine lehre, ein Studium beginnt.
    bevor man feiert, sollte man schon mal überlegen, was man feiert!
    Hierzu passt gut der folgende text von Bruder Eugen Mederlet.

    Als ich einen einflussreichen Theologen, der in diesem Sinn ein Firmreferat gehalten hatte, fragte, ob zur Vorbereitung auf die Firmung auch die Glaubensgeheimnisse Christi, wie z.B. Sünde und Erlösung durch sein Kreuzesopfer, heilige Eucharistie und Himmel als Ziel des Lebens gelehrt werden müssen, bekam ich die Antwort: das sei den Jugendlichen nicht zumutbar.
    Wo ist da Mündigkeit? So werden Blinde erzogen, sich als sehend zu behaupten und der Kirche zuzumuten. Unter dem Schlagwort Freiheit werden sie in eine unheimliche Unfreiheit geführt.
    Wen wir die Jugend wirklich lieben, wird unser Herz wund, denn wir können gegen die Übermacht nicht mehr durchdringen.
    Jetzt ist es unsere Aufgabe, mit Maria, die mit dem Schwert im Herzen unter dem Kreuze steht, flehend, hoffend und verzeihend die Wunde anzunehmen.
    Dieses blutende Gebet wird die ohne ihre Schuld verführten Menschen retten.

    Hier der komplette Text:
    http://beiboot-petri.blogspot.de/2012/05/das-gewissen-letztverantwortliche.html
    immer untern auf Fortsetzung klicken!

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