Montag, 21. Mai 2012

Kleine Nachlese 19. Mai 2012

Ein Samstag in München.

Eine wunderbare Festtagsstimmung lag den ganzen Tag über der Stadt und man hatte das Gefühl, die ganze Welt muss leer sein, weil sie alle nach München gekommen sind. Es war laut und es war Leben.
Trotzdem machte ich mich auf den Weg in den Dom. Ich hatte das ja während der WM schon ein paar Mal erlebt, dass es draußen laut war, aber heute hatte ich das Gefühl, wir beten den Rosenkranz in der Allianz-Arena ... Die Vorabend-Messe und die Maiandacht wurden von den Münchner Altstadtsängerinnen + Stubenmusi begleitet, und die haben aber gut dagegen angesungen. Und der Zelebrant (war ein Gast aus dem Schwäbischen) war ganz begeistert, weil er so eine "Alpenländische" Messe noch nie gefeiert hat. In seiner Predigt bezog er sich auf die "Wahl" des Matthias und sagte, dass es die erste und wichtigste Aufgabe der Kirche sei, Zeugnis zu geben und den Glauben zu verkünden ... und dass die Apostel von Gott ausgewählt wurden und nicht demokratisch gewählt.  Schöne Grüße nach Mannheim, würde ich da mal sagen ... :-)   Auch die Maiandacht war wunderschön. Leider war's nicht ganz so gut besucht wie sonst. Aber ich denke mal, viele sind wg. Fußball gar nicht reingefahren. Die hatten wohl Angst vor übervollen U- und S-Bahnen. Dabei war es fröhlich und friedlich

Im Dom waren auch viele Bayernanhänger, die Kerzen angezündet haben ... und zum Abschluss sagte unser Priester: "Egal ob Bayern heute gewinnt oder verliert  - Hauptsache Christus ist auferstanden"  Jaaa,  aber schade, wars trotzdem, dass die Bayern verloren haben.

Was ich damit aber eigentlich sagen will, ist, dass an diesem Samstag ca. 180.000 bis 200.000 Menschen unterwegs waren – wegen eines Fußballspiels !!!

Heute verkündete das ZDK, dass in Mannheim über 4 Tage 80.000 Menschen einen „Aufbruch wagen“ wollten. 80.000 von ca. 25 Mio. Katholiken.
Und muss man wegen der 80.000, die einen "Aufbruch" wollen, ein solches Gedöns machen? Ist diese Zahl nicht eher sehr gering? Könnte es vielleicht sein, dass der schweigenden Mehrheit diese ewigen altbekannten Forderungen einfach nur auf den Wecker gehen?

Und mal ganz nebenbei bemerkt: beim gestrigen Regina Caeli auf dem Petersplatz waren - nur so und ganz ohne besonderen Anlass - mindestens 20.000 Menschen versammelt. Genauso so viele wie die etwas hoch angesetzte Zahl der Teilnehmer an der Mannheimer Abschlussmesse - und das ganz ohne Aufbruchsversprechen. Die in Rom wußten überdies im Gegensatz zu den aufbruchsbewegten Rucksackträgern, dass es in der RKK um Gott geht und nicht um Ersatzhandlungen (die sich allerdings vor allem in verbalen Kraftdemonstrationen äußern) frustrierter Altpolitiker und selbsternannter Neben-Lehramtsinhaber. Darüber kann die begeisterte Akklamation der Medien - mit ihren bis zum Überdruss vorgeführten Mattscheibenprotestlern, Nebenpäpsten & Amateurtheologen vom Schlage Geißler, Glück, Lammert - nicht hinwegtäuschen.
Nein viele waren es nicht- auf die Gesamtheit der deutschen Katholiken oder gar die der Universalen Kirche gerechnet. Eine verzweifelt kleine, aber umso lautstarker krakeelende Minderheit- und da schließt sich der Kreis zum Fußball. So benehmen sich häufig auch die Fans
unterlegener Clubs und Außenseitermannschaften.

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