Montag, 7. Mai 2012

Vom ÖKToberfest zum Aufbruch ...


Ich erinnere mich noch sehr genau an Christi Himmelfahrt 2010, als sich am Abend vorher (zu Beginn des Eröffnungs-Gottesdienstes) der Himmel über München verfinsterte und es kräftig und tüchtig gewitterte.
Es war der Beginn des Ökumenischen Kirchentages, der vom 12. bis 16. Mai 2012 in München gefeiert wurde. Ich für meinen Teil hatte mich entschlossen, das ganze einfach zu ignorieren. München ist groß und man kann es sich so einrichten, dass man mit solchen Veranstaltungen wenig bis gar nicht in Kontakt kommt. Die heilige Messe zu Christi Himmelfahrt im Dom war auch schön und katholisch wie immer außer ein paar Stelen „So geht katholisch“ war auch nichts auffälliges zu bemerken. Der Auftritt von Frau Kässmann am Abend an gleicher Stelle war noch kein Thema und so verbrachte ich den Rest von Christi Himmelfahrt beim Abendessen mit Freunden, immer noch fest entschlossen, das „Fest zu ignorieren“.
Am nächsten Tag aber bekam ich einen Anruf eines Bekannten, der mir erzählte, dass er am Samstag bei einer Podiumsdiskussion zu neuen Verkehrskonzepten sei und dass wir uns dort doch treffen könnten. Ich seh ihn so selten, deshalb fuhr ich hin. Hier ein Originalbericht dazu, den ich damals im kath.net-Forum veröffentlichte.

Die Diskussionsteilnehmer diskutierten vor eindeutig
links-grün eingefärbtem Publikum
© eigenes Foto
„Ich komme gerade aus Riem, wo in Halle 3 heute eine Diskussion zum Thema "Mobilität" stattfand:
Teilnehmer waren 
- Verkehrsminister Ramsauer 
- Bahnchef Grube 
- BMW-Kommunikationschef Schöberl
sowie zwei spinnerte Professoren (sog. Verkehrsexperten!):
- Prof Knoflacher aus Wien - der bekannteste Fußgänger
- Prof. Monheim, Spezialist für autofreie Städte.

Moderiert wurde das ganze von Matthias Kiefer, dem Umweltexperten des
Erzbistums München und Freising, der seine Sache sehr gut machte.

Anwesend waren etwa 1500 Leute. Das ideologisch grün-links gefärbte Kirchentagspublikum hing natürlich
an den Lippen der beiden spinnerten Professoren, die sehr viel Beifall bekamen. Da war ich natürlich sehr froh, dass ich hingefahren bin und so die "Gegenseite" (Ramsauer, Grube, Schöberl) beifallsmäßig unterstützen konnte.

Die ganze Veranstaltung war so links-grün eingefärbt, dass die Argumente der Industrie/Politikseite natürlich mit Buh-Rufen oder wenig Beifall bedacht wurden.
Der Schöberl war ja ein bisschen zurückhaltend (irgendwie ist die Autoindustrie ja in der gleichen Situation wie die katholische Kirche), aber Ramsauer und Grube haben dann mal ein bisschen ihren Tonfall verändert und ihnen mit voller Lautstärke das Leben erklärt. Von wegen Kosten/Arbeitsplätze/ Lebensqualität etc. War Klasse und ich bin dann oft die einzige gewesen die geklatscht hat (Na ja, ein paar haben sich dann angeschlossen) und die Professoren waren am Ende etwas stumm.

Das Publikum durfte auch Fragen stellen, die drehten sich dann in erster Linie darum, warum keine Frauen auf dem Podium sitzen, warum der öffentliche Nahverkehr nicht kostenlos ist, warum man die alten Bahngleise nicht wieder belebt, warum es keine Geschwindigkeitsbeschränkung gibt.... usw.

Zum Schluss mussten dann alle sagen, wie sie sich den Kirchentag 2030 vorstellen. Die Professoren waren natürlich der Meinung, dass dann mindestens 3 Frauen auf dem Podium sitzen müssten. Minister Ramsauer erklärte dann dem erstaunten Publikum mal wieder die Welt, in dem er ihnen sagte, dass in 30 Jahren nur noch ca. 75 Mio. in Deutschland leben werden, dass der Großteil davon im Rentenalter ist und dass man diesem Großteil seine Urbanität und Mobilität erhalten muss. Das sei die vordringlichste Aufgabe. Und dass die Jungen erst mal wieder Kinder kriegen sollen, damit eine Zukunft überhaupt noch notwending ist....

Zwischendrin gab's dann noch eine Resolution, in der über die künftige Mobilität abgestimmt wurde. Es war das übliche grün-Linke Parteitags-Gewäsch, was an Forderungen gestellt wurde. Ich habe
natürlich mit Nein gestimmt, weil ich grundsätzlich gegen Geschwindigkeitsbeschränkung in Deutschland bin. Es waren aber nicht sehr viele, die mit nein gestimmt haben.

Es war also sehr spannend. Nur - das Wort Kirche und Gott fiel nur einmal in einem Kommentar/Resümee, den ein evangelischer Bischof aus Nürnberg abgegeben hatte. Die Rede war aber so flach, dass das eigentlich unterging.
    
Draußen vor den Messehallen tobte das ÖKToberfest mit Bratwurst, Bier  und Brezn und nach der Diskussion spielte in der Halle dann auch wieder eine Band.
    
Die alles entscheidende Frage ist aber: Was hat das Links-Grüne Gesülze mit Kirche und Glauben zu tun? Kein Mensch ist während der Diskussion auf die Idee gekommen, den Glauben, den Heiligen Geist und Gott in die Lösung aller Probleme mit einzubeziehen. Und dabei ist das nun mal die einzige Lösung. Nur weltlich, materialistisch, ideologisch bewegen wir gar nix.
   
Auf dem Rückweg habe ich dann im Autoradio gehört, dass es in der Innenstadt eine Menschenkette von der evangelischen Matthäuskirche zum Dom unserer lieben Frau geben soll, um der Forderung
nach einem gemeinsamen "Abendmahl" Nachdruck zu verleihen. Vielleicht sieht man bei dieser Menschenkette Frau Käßmann und EB Marx Hand-in-Hand?
Und ich habe dazu noch einen schönen Text aus der heutigen Abendzeitung gefunden:
"Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), der rheinische Präses Nikolaus Schneider, hob die Impulse durch den Kirchentag ebenfalls hervor. Gleichzeitig unterstrich er die Sehnsucht der Protestanten nach dem bisher vom Vatikan verweigerten gemeinsamen Abendmahl mit den Katholiken. Die gemeinsame, am orthodoxen Ritus orientierte Feier vom Freitagabend mit gesegneten Broten an 1000 Tischen könne deshalb in der Abendmahlsfrage nur als Vorspeise verstanden werden: „Das Hauptgericht steht sozusagen noch aus.“"

    Hätten unsere DBKler und ZDKler sich von den Protestanten nicht so unterbuttern lassen, könnten sie vielleicht so antworten: Es gibt einen Weg ans "Hauptgericht" zu kommen und der heißt KONVERSION !!!“
Zu erwähnen sei noch, dass auch in München schon die ersten Anti-Stuttgart 21 –Wutbürger anwesend waren und sich lautstark artikulierten.  Es war also alles vertreten, was mit Gott und Kirche nichts zu tun hatte und diesen Kirchentag nutzen wollte, um gläubige Katholiken auf die politische Schiene zu locken.

Soweit mein Originalbericht von vor zwei Jahren.
Am nächsten Tag besuchte ich die heilige Messe in unserer Innenstadtkirche St. Michael. Auffallend an dieser heiligen Messe war, dass viele Kirchentagsbesucher dort waren, während kurze Zeit später der „Abschluss-Gottesdienst“ auf der Münchner Theresienwiese begann.

Symbol des ÖKToberfestes war übrigens der orangefarbene Schal. Gerüchte besagen, dass die demnächst wieder eingesammelt werden sollen, damit Fußballer und Fußballfans sie während der EM in der Ukraine tragen können.

2 Kommentare:

  1. Nun ja, genau genommen "sehnen" sich die Protestanten nach dem gemeinsamen "Abendmahl" - aber diese Schrumpfform der Eucharistie können wir leider nicht anbieten. Manchmal denke ich, die wollen (aus Trotz?) nicht kapieren, daß die Messe etwas ganz Anderes, viel Größeres ist.

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  2. Das ist kein Trotz, sondern wirkliche Unfähigkeit. Um das "Geheimnis des Glaubens" zu verstehen, brauchst Du eine Offenbarung durch den Heiligen Geist. Aber das kann er nur tun, wenn man sich demütigt. Klare geistliche Zusammenhänge. Das Hauptproblem der Protestanten ist Stolz.

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