Freitag, 25. Mai 2012

Wutbürger

gab es Gott sei Dank vor 100 Jahren noch nicht:
Wendelsteinbahn - Postcard
Die Wendelsteinbahn im Jahr 1915
Quelle: Privatsammlung von Wolfgang Sauber via Wikimedia Commons
Am 25. Mai 1912 konnte deshalb die Wendelsteinbahn Fahrt aufnehmen.
Man muss sich das einmal vorstellen. Der Prinzregent Luitpold fand die Idee, dass die Menschen mit einer Bahn auf einen der höchsten Berge in Bayern fahren können, einfach gut und beschloss, dass diese Bahn gebaut wird. Mit Planung und Bau wurde Otto von Steinbeis beauftragt, der auch die Mittel für den Bau (3 Millionen Goldmark) aus eigener Tasche aufbrachte. Im März 1910 wurde mit dem Bau begonnen.

Dazu musste ein Schienenfahrweg gebaut werden, was natürlich vielen Bäumen das Leben kostete. Damit es schnell ging, wurden zusätzliche Arbeiter aus Italien und Kroatien angeworben. Niemand wäre damals auf die Idee gekommen, gegen den Bau zu protestieren, hatten doch auch die Anwohner nur Vorteile von der Bahn: Die Bahn sollte mit Strom fahren und das eigens dafür gebaute Wasserkraftwerk entwickelte sich zum Energieversorger für die benachbarten Gemeinden. Nach der Fertigstellung kamen die Touristen und brachten Wohlstand.

Wendelsteinbahn-1
Die Wendelsteinbahn auf dem Weg nach "oben"
Quelle: Rufus46 via Wikimedia Commons
Wieder einmal kann man froh und dankbar sein, dass der Großteil unserer Infrastruktur geschaffen wurde, als die Menschen sich so was wie die Grünen noch gar nicht vorstellen konnten.
Ich danke dem Prinzregenten und Otto von Steinbeis, dass es mit den Bergbahnen auch so total unsportlichen Menschen wie mir möglich gemacht wird, mal auf einen Berg zu kommen, „um dem Herrgott ein gutes Stück näher zu sein.“ 

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