Samstag, 16. Juni 2012

Eine "Karriere" in München


Benno - Ein sächsischer Zugroaßter, der zum Stadtpatron wurde.


Johann Michael Rottmayr 001
Der heilige Benno
gemalt von Johann Michael Rottmayr,
ist in der Neuen Pinakothek in München
im Original zu sehen.
Bildquelle: Wikimedia commons
Im Zuge des Investiturstreits musste Bischof Benno seinen Bischofssitz in Meißen auf Geheiß Kaiser Heinrichs IV räumen. Damals war das wohl noch möglich, dass die Staatsgewalt einfach Bischöfe ein- und absetzen konnte. Als Bischof Benno Meißen verließ warf er die Domschlüssel in die Elbe. Nach Jahren wurde er vom Kaiser wieder eingesetzt und durfte zurückkehren. Bei seiner Begrüßung servierte man ihm einen Fisch. Er fand den Domschlüssel im Bauch des Fisches wieder. Ein Wunder, das dafür sorgte, dass Bischof Benno schon bald nach seinem Tod im Jahr 1106 von den Menschen verehrt wurde. In vielen Bildern wird er mit einem Fisch und einem Schlüssel dargestellt. Es dauerte noch mehr als 400 Jahre (1523), bis er  heilig gesprochen wurde, seine Reliquien verblieben in Meißen.
Aber dann musste er doch noch einmal „umziehen“. Aus "Sicherheitsgründen", denn die Protestanten wüteten im Osten und folgten der Lehre ihres Gründers, wonach alle Reliquien zu zerstören seien. Das brachte den letzten katholische Bischof Meißens auf die Idee, die Reliquien des "Stadtheiligen" nach Bayern überzusiedeln. 1576 übergab er die Reliquien des heiligen Benno an Herzog Albrecht V. von Bayern. Seit 1580 ruhen sie nun in der Münchner Frauenkirche und werden einmal im Jahr in einer feierlichen Prozession durch den Dom getragen. Den Schutz, den München dem heiligen Benno gewährte,  erbitten und erfahren die Münchner seit dieser Zeit vom Heiligen Benno, denn er ist der Schutzpatron der Stadt München.

Das Bennofest fällt fast genau auf den Tag der Stadtgründung Münchens, die sich in diesem Jahr zum 854. mal jährt.
Das Stadtgründungsfest beginnt auf dem Marienplatz am Samstag um 12:00 Uhr mit einem ökumenischen Gebet, in dem um Gottes Segen für die ganze Stadt gebetet wird.

Während dann die Stadt bis zum Sonntag abend ihren „weltlichen“ Geburtstag feiert, wird in vielen Münchner Kirchen dem Stadtpatron gedacht, z.B. mit einem Pontifikalamt und einer Pontifikalvesper im Dom.

Ein schönes Beispiel, wie eng Kirche und Stadt auch heute noch verbunden sind. Aber der Name München entstammt ja auch der Bezeichnung "bei den Mönchen".

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