Montag, 25. Juni 2012

Große Oper


Wie in jedem Jahr gibt es in München zum Ende der Spielzeit der Staatsoper die Münchner Opernfestspiele. Diesmal stehen sie ganz im Zeichen von Richard Wagner mit der Neuinszenierung der „Götterdämmerung“ als absolutes Highlight, aber auch Werke von Rossini, Puccini, Verdi, Strauß und Mozart sind Teile des Festspiel-Programms.
Und wie in jedem Jahr wurde die Eröffnung der Opernfestspiele auch mit einem Gottesdienst begleitet, der heute eine große Menschenmenge in unsere Innenstadtkirche St. Michael führte.

Es ist natürlich immer etwas ganz besonderes, wenn Chor und Orchester der Staatsoper unsere heilige Messe begleiten, dieses Jahr war es die "Nelsonmesse" von Joseph Haydn.
Und natürlich ließ es sich der Generalmusikdirektor der Bayerischen Staatsoper auch dieses Jahr nicht nehmen, „seine Künstler“ selbst zu dirigieren.


Ich erinnere mich noch gerne daran, als Kent Nagano nach München kam und erst mal nicht so begeistert war, in einer Kirche zu dirigieren.  So wurde 2007 der Opernfestspieleröffnungsgottesdienst vom Chorleiter in St. Michael dirigiert. Kent Nagano saß in der Kirche in der ersten Reihe.


Aber schon im nächsten Jahr war Kent Nagano voll dabei. Seinen Gesinnungswechsel erklärte er folgendermaßen:
„Ohne die katholische Kirche hätte es keinen Mozart gegeben“, deshalb sei es ihm eine Ehre die musikalische Leitung für den Gottesdienst zur Eröffnung der Festspiele zu übernehmen. Er dirigierte 2008 die „Missa solemnis“ KV 337 von Mozart. Seitdem steht er selbstverständlich jedes Jahr am Dirigentenpult.



Auch heute war die heilige Messe wieder ein besonderes Ereignis in der Stadt. Der Gottesdienst begann um 10:00 Uhr, aber wer nicht um 9.00 vor Ort war, hatte keine Chance mehr auf einen Sitzplatz. Ich war 1 ½ Stunden vor Messbeginn in der Kirche und hatte so noch Zeit und Ruhe für Gebete. Es wird dann nämlich ziemlich hektisch, wenn der Ansturm beginnt

Als um 10 Uhr die Dienste einzogen, waren auch sämtliche Treppen der Seitenaltäre besetzt, viele mussten in den Seitengängen und im Mittelgang stehen und Priester und Ministranten sich beim Einzug ihren Weg durch die Reihen bahnen.

Der Generalvikar des Erzbischofs von München und Freising, Prälat Peter Beer, zelebrierte den Gottesdienst zusammen mit Seelsorgsressortleiter Monsignore Thomas Schlichting, dem Kunstpfarrer Rainer Hepler, dem Kirchenrektor von St. Michael, Pater Karl Kern SJ, sowie Monsignore Siegfried Kneißl als Vertreter der „Freunde des Nationaltheaters“.

Prälat Beer hielt eine excellente Predigt und es gelang ihm sehr gut, die Oper mit dem Tagesevangelium in Verbindung zu bringen. Er ging sowohl auf die „Salome“ von Richard Strauß ein (der ja gegenüber der Michaelskirche geboren wurde) und an den der vor der Kirche situierte „Richard-Strauß-Brunnen“ erinnert. Dass die fallenden Wasser des Brunnens den Schleiertanz der „Salome“ darstellen sollen, habe ich erst heute gelernt.
Den ursprünglichen Titel von Haydn’s  Nelson-Messe, der übersetzt „Messe für Zeiten großer Bedrängnis“ bedeutet, brachte er nicht nur mit der Premiere der „Götterdämmerung“ zusammen, sondern verknüpfte die Wagner-Oper mit der Zeit Johannes des Täufers, wo sich ja dann durch Jesus Christus auch eine Zeitenwende ankündigte.
Und - es war nicht zu glauben, selbst bei dieser großen Menschenmenge hielten die Kirchenbesucher Disziplin bei der Kommunion und blieben "brav" in der Schlange stehen, bis sie an der Reihe waren. Hier hat Pater Kern seit ein paar Wochen eine echte Disziplinierung erwirkt.

Alles in allem war es wieder einmal eine wunderschöne heilige Messe, die noch lange „nachwirken“ wird.  

Schade ist nur, dass GMD Nagano seine letzte heilige Messe in München dirigierte. Denn er wird München  verlassen – wegen Querelen mit dem Opern-Intendanten Nikolaus Bachler. Aber der ist eine andere Geschichte.



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