Sonntag, 24. Juni 2012

Johannes der Täufer, die wiederverheirateten Geschiedenen und die Thoraverschärfung

Heute war Johannes der Täufer Thema der Predigt und unser Pfarrer präsentierte der staunendenden Gemeinde diesen Heiligen, den Superasketen, den Mann der harten Worte (..schon ist die Axt an die Wurzel der Bäume gelegt...) als, man hörte und staunte und vergewisserte sich, als "Schutzpatron" der aufmüpfigen Pfarrer die (gähn, langweil) den armen geplagten wiederverheirateten Geschiedenen die Kommunion reichen wollen bzw es , obwohl sie wissen, dass es kirchenrechtlich nicht in Ordnung ist (das ist ja der Punkt, sie wissen es geht nicht), bereits tun.
Ausgerechnet Johannes, der dafür geköpft wurde, weil er dem Herodes gesagt hatte "Du darfst diese Herodias (die Frau deines Bruders) nicht zur Frau haben!"
Ausgerechnet Johannes, von dem gesagt wurde "Er wird das Herz der Väter wieder den Söhnen zuwenden!".
Um mal kurz auszuholen, ich versteh schon, dass so eine Ehe schwierig bis unmöglich ist. Ich versteh schon, dass "man auseinander geht, und an der nächsten Ecke schon ein andrer steht!" und ich versteh schon, dass man dann, wenn man sich, nach einem Leben, das in den Kategorien dessen, was heutzutage 'normal' ist, verlaufen ist, dann wieder zu Glauben seiner Kindertage bekehrt hat, plötzlich vor einem Problem steht.
Man hat damals kirchlich geheiratet, weil man das damals halt noch so machte, hat sich scheiden lassen, weil man das heutzutage ja nicht mehr aushalten muss, wenn es nicht mehr so gut läuft in der Beziehung und wiedergeheiratet, weil man das halt so macht
Und dann kapiert man gar nicht, dass man nicht zur Kommunion gehen darf,



 "das machen doch alle und die haben doch auch alle Dreck am Stecken und sind teilweise gaaanz schlimme Umweltsünder, Steuerhinterzieher und haben ein ökologisch ganz unkorrektes Haus"
Um den Rahmen des posts nicht zu sprengen, der Knackpunkt scheint mir zu sein, das Christ sein nicht bedeutet, zu tun, was man halt so macht, zu denken, was man halt so denkt, auch wenn man oft den Eindruck hat, dem wäre so.
Speziell im Fall der Ehe wird das Bild der bösen, bösen hartherzigen Pharisäer, gegen die der nette, verständnisvolle, von Regeln nix haltende und überhaupt lockere Jesus antritt, gerne ins Spiel gebracht.
Man kann dieses Bild durchaus öfter ins Spiel bringen, nur in einem Punkt versagt es komplett, nämlich im Falle der Ehescheidung.
Da hat der liebe, nette, Jesus der angeblich  immer  bestrebt war, die Vorschriften der Pharisäer aufzuweichen und abzuschaffen, selbige doch glatt verschärft. es gibt dafür einen Fachtermini, der da lautet "Thoraverschärfung"!
Bei den Juden zur Zeit Jesus, war es nämlich, kein Problem, die Frau loszuwerden. Man stellte ihr eine Scheidungsurkunde aus, (es gab ein bisschen Streit darum, welche Gründe dafür taugten und ob man überhaupt nachvollziehbar Gründe brauchte) und gut war.
Jesus sagt nur "ist nicht" (außer die Ehe selber ist per se unerlaubt, also der Herodes hätte seine Frau wieder ihrem rechtmäßigen Gatten zurückgeben müssen, oder es handelt sich um eine unzüchtige Verbindung, Stichwort Homoehe, oder auch Vielweiberei,  die natürlich zu beenden ist) und Benedikt XVI  betont in Deus caritas est, dass das absolut neue und geniale des Christentums ist, das  die Ehe, die normale menschliche Ehe mit den Windeln, den Kindern, und all dem Generve, heilig ist.
Also langer Rede kurzer Sinn, der Papst kann immer noch nicht erlauben, was er nicht erlauben kann.

1 Kommentar:

  1. Herzliches Beileid, wenn Sie solche Predigten hören müssen.
    Johannes

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