Sonntag, 17. Juni 2012

Nur Fliegen ist schöner!


Flugzeuge sind einfach toll!

 Bis zum 17. Mai 1992 gab es in München einen Flughafen in Riem, einem Ortsteil im Münchner Osten. Der Flughafen war nicht sehr groß, aber schon in den 80ern herrschte dort ein Riesenverkehr mit vielen internationalen Flügen.  Bekannte wohnten fast neben der Startbahn. Was war das für ein Lärm, wenn eine alte 707, 727 oder oder DC10 startete. Da zitterten die Tassen in den Schränken und man hatte das Gefühl, die Erde bebt ....

Ein Bekannter hatte einen Berufspilotenschein und er durfte Passagiere mit 1 oder 2-motorigen Propellermaschinen fliegen. Manchmal durfte ich mit und ich habe es genossen. Wenn er zum Flughafen zum Tanken musste (weil er am nächsten Tag losfliegen wollte), war ich immer gern dabei, weil die Tankstelle direkt an der Startbahn lag und man dort den Flugzeugen beim Starten oder Landen zuschauen konnte.

Viele waren fasziniert von der Fliegerei, das konnte man beobachten, wenn bei Ostwind die Flieger über der Stadt zum Landeanflug ansetzten und dann von Südwest landeten. Eine Straße, die direkt an die Landebahn angrenzte, war Ziel vieler Sonntagsausflügler, weil es einfach schön war, die Flugzeuge zu beobachten.
Protestiert haben nur die direkten Anwohner, aber in erster Linie deswegen, weil durch die Verlagerung des Flughafens die Werte ihrer Grundstücke und Häuser in die Höhe schossen.

Dann kam 1992 und in München wurde es still.
Die Flugzeuge starteten und landeten nun weitab und wenn man eins sehen wollte, musste man sich auf den Weg ins Erdinger Moos machen.
Seit 1992 wuchs der Flughafen zu einem internationalen Drehkreuz, ein zweites Terminal wurde gebaut und in der Region Erding/Freising herrscht Vollbeschäftigung.
Morgen, am 17. Juni sollen nun die Münchner entscheiden, ob dieser Flughafen nun eine dritte Startbahn bekommen soll.

Im Erzbistum München und Freising, sind insbes. der BDKJ,  der Diözesanrat, die Pfadfinder, die katholische Landjugend  gegen die dritte Startbahn und haben sich auch an entsprechenden Protestaktionen beteiligt. Kardinal Marx hat sich in diversen Interviews dahingehend geäußert, dass die Kirche die ihr gehörenden Grundstücke, die evtl. für die Startbahn benötigt werden, nicht verkaufen will. 

Da komm ich jetzt aber in arge Gewissensnot, denn ich bin nach wie vor vom Fliegen fasziniert und es ist doch einfach was Wunderschönes. Ich frage mich, ob die, die dagegen sind, wohl niemals fliegen?

Die Menschen, die sich heute über den Fluglärm beklagen (weil sie den Fortschritt verhindern wollen), haben wahrscheinlich nie eine 707 oder 727 beim Start erlebt. 





1 Kommentar:

  1. Also meine Verwandtschaft wohnt direkt in der Einflugschneise des Frankfurter Flughafens.
    Bis in die 80er waren sie das sehr stolz drauf und kannten den Landeplan des Frankfurter Flughafens auswendig.
    Mittlerweile schimpfen sie politisch korrekt auf den Flugverkehr, aber stellen fest, das es viel, viel leiser geworden ist, und im Gegensatz zu früher, fliegt die werte Verwandschaft, selbstverständlich durch die Weltgeschichte.
    Läuft halt immer auf den alten Kalauer hinaus, "Alle wollen zurück zur Natur, aber keiner zu Fuß"

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